Fotovoltaik hat seit 2008 Konjunktur

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Vor drei Jahren ging die Fotovoltaikanlage auf dem REWE-Dach in Betrieb, die noch immer die größte im Stadtbereich ist.

Wasserburg - Vor 13 Jahren im Juni ging in Wasserburg an der Realschule für Schulzwecke die erste Fotovoltaik-Anlage in Betrieb. Im Juni dieses Jahres sind es 69 Anlagen im Ortsnetz der Stadtwerke.

2009 machte Fotovoltaik mit rund 430000 Kilowattstunden etwa 0,64 Prozent der gesamten Energiemenge im Ortsnetzes aus.

"Die Anfänge der Fotovoltaik in Wasserburg waren recht bescheiden", erinnert sich Heinz Matzke, Verwaltungsleiter für das Netz im E-Werk. Eon startete 1997 die Initiative "Sonne in der Schule". Die Stadtwerke Wasserburg bezuschussten die Anlage der Realschule mit 1,1 Kilowattpeak, die zu Lehrzwecken als Bausatz geliefert und von Schülern unter fachkundiger Anleitung montiert wurde. Den von dieser Anlage erzeugten Strom verbrauchte die Schule komplett, eine Einspeisung in das öffentliche Stromnetz war nicht vorgesehen.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG trat erst am 1. April 2000 in Kraft. Diese bis heute kleinste Fotovoltaikanlage in der Realschule wurde 2002 nachträglich zur Fotovoltaikanlage nach EEG umgerüstet.

Die erste Anlage mit Einspeisung ins öffentliche Stromnetz und einer nennenswerten Größe mit 10,56 Kilowattpeak bauten die Stadtwerke auf dem Badria-Dach. Ab dem zweiten Halbjahr 2000 folgten dann sukzessive die ersten privaten Fotovoltaikanlagen. Die erste richtig große Anlage mit mehr als 30 Kilowattpeak war die des Bürgersolarkraftwerkes auf dem Dach des Parkhauses in der Überfuhrstraße, die am 5. Januar 2004 in Betrieb ging.

Die nächsten großen Anlagen gingen drei Jahre später im neuen Gewerbepark Tegernau in Betrieb. Die Anlage auf dem REWE-Dach ist bis heute unangefochten der Spitzenreiter mit knapp 120 Kilowattpeak. Dazu kommen die beiden Anlagen daneben auf dem Gebäude von Fressnapf und Dänischem Bettenlager mit je über 40 Kilowattpeak, "in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang von einem Betreiber war das ein beeindruckender Zuwachs", so Matzke.

Dass die Wasserburger Stadtwerke auch bei dieser Größenordnung genügend Ortsnetzkapazitäten hatte, ist für Matzke auch ein Zeichen für die hohe Qualität des Stromnetzes der Stadtwerke. "Die Stadtwerke mussten noch nie ein Anschlussbegehren einer Fotovoltaikanlage aus Gründen mangelnder Ortsnetzkapazität ablehnen und noch nie musste bisher das Ortsnetz wegen einer neuen Fotovoltaikanlage verstärkt oder anderweitig ertüchtigt werden". Die von den Anlagen in der Tegernau erzeugte Energie reicht für die Jahres-Strommenge von immerhin etwa 35 durchschnittlichen Haushalten.

Bis einschließlich des Jahres 2008 war der Ausbau mit neuen Fotovoltaikanlagen relativ konstant im einstelligen Bereich, denn die Anlagen waren sehr teuer. Als 2009 die Anlagenpreise wesentlich stärker als vom Gesetzgeber kalkuliert sanken und damit die Renditen stiegen, boomten die Anlagen. 14 Anlagen mit 132,492 Kilowattpeak entstanden 2009, nur in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden zwölf Anlagen mit insgesamt 154,18 Kilowattpeak am Ortsnetz angeschlossen. "Sieht man vom Gewerbepark Tegernau einmal ab, ist dies ein absoluter Rekord an Zuwachs von Anlagenleistung", sagt der Heinz Matzke.

Das EEG legt fest, dass die Vergütung 20 Jahre unverändert bleibt. Um der "Überförderung" der Fotovoltaikanlagen entgegenzuwirken sind die Abschläge ab 1. Juli 2010 außerordentlich abgesenkt worden um 13 Prozent. Eine zweite außerordentliche Absenkung von nochmals drei Prozent ist für Neuanlagen ab 1. Oktober 2010 geplant. "Welche Auswirkungen dies auf die weitere Entwicklung haben wird, wird sich im Verlauf des zweiten Halbjahres zeigen", so Matzke.

Um diese Zahlen einschätzen zu können, nennt er einige Netzdaten, etwa im Jahr 2009 die Jahreshöchstlast des Ortsnetzes der Stadtwerke mit 11903 Kilowatt an einem Januarabend, bei Dunkelheit natürlich ohne Unterstützung durch die Fotovoltaik.

Ende 2009 waren Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 550,5 Kilowattpeak am Ortsnetz. Theoretisch hätte Photovoltaik also mit maximal 4,62 Prozent zur Jahreshöchstlast beitragen können.

Die Energiemenge des Ortsnetzes liegt bei 67689664 Kilowattstunden, der Anteil von Fotovoltaik macht mit 430175 Kilowattstunden gerade mal 0,64 Prozent aus, wobei, so der Hinweis von Matzke, diese Zahlen nicht direkt verglichen werden können, da Fotovoltaikanlagen nur bei ausreichendem Licht überhaupt Strom erzeugten und nur unter idealen Voraussetzungen wie etwa Süd-Ausrichtung die volle Leistung abgegeben werden kann. Strom wird aber rund um die Uhr gebraucht.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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