Französinnen im Dirndlgwand

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Bürgermeister Norbert Strahllechner übergab seiner Amtskollegin Martine Prault (Mitte links) das Aquarell "Mohnblumen" der Künstlerin Brigitte Wimmer (links) sowie für die Gastfamilien "Partnerschafts-Regenschirme", die er der Azayer Partnerschaftspräsidentin Annie Houlet (Mitte rechts) überreichte.

Gars/Azay le Ferron - "Unvergesslich" war für 40 Garser der Aufenthalt in ihrer französischen Partnergemeinde Azay le Ferron. Jetzt kehrten sie zurück und bereiten sich auf die Jubiläumsfeier nächstes Jahr in Gars vor.

Bürgermeister Norbert Strahllechner als Vorstand des Garser Partnerschaftsvereins lud die Franzosen für 2011 nach Oberbayern zum 25. Jubiläum der "Jumelage" ein, die durchaus lebendig ist, wie sich wieder zeigte: Auch rund 30 junge Franzosen und Bayern genossen den Aufenthalt in dem 80 Kilometer südöstlich von Tours gelegenen französischen Marktflecken sichtlich, freuten sich bereits auf das nächste Treffen und fassten spontan weitere Aktionen ins Auge. Gerade eine Städtepartnerschaft lebe von den jungen Leuten, stellten Norbert Strahllechner und seine Bürgermeisterkollegin Martine Prault fest.

Für dieses Jahr hatte der Vorstand des Garser Partnerschaftsvereins in Übereinstimmung mit den Freunden von Azay eine Reise mit zwei Übernachtungen auf der Hin- und Rückfahrt ausgearbeitet. Die seit sehr langer Zeit nicht mehr angefahrenen Ziele in Frankreich wie das schöne Beaune in Burgund mit seinem mittelalterlichen Hospiz, das idyllisch gelegene Weltkulturerbe Vezelay oder die berühmte Kathedrale von Bourges fanden großes Interesse bei den Mitreisenden. Absolut neu im Programm war die Reise über die Schweiz und der Besuch von Colmar auf der Rückfahrt, das zusammen mit Straßburg als schönste Stadt des Elsass gilt.

In Azay wurden die Bayern begeistert empfangen und fantastisch betreut, ja in den Gastfamilien geradezu verwöhnt. Bei der Ankunft konnte man auch viele Französinnen im Dirndl bewundern, das diese sich bereits früher bei den Aufenthalten in Bayern gekauft oder sich selbst geschneidert hatten.

Leben wie Gott...: Jugendliche und Erwachsene genossen das Picknick in schöner Natur und Kanufahrten. Fotos Basler

Man feierte zunächst bei einem großen Freundschaftsabend mit ausgiebigem Tanz und gutem Essen im Festsaal. Dazu steuerten die Bayern 50 Biergläser mit Partnerschafts-Gravur und zwei Fässer Kloster Auer Festmärzen bei. Als offizielles Gastgeschenk übergab man der französischen Bürgermeisterin das Aquarell "Mohnblumen" von Brigitte Wimmer. Die französischen Gastfamilien erhielten "Partnerschafts-Regenschirme", die Garser durften in Handarbeit bemalte Gläser mit Kerzen mit nach Hause nehmen.

Am Sonntag trafen sich Bayern und Franzosen bei einer von Pfarrer Pierre Rancon und Geistlichem Rat Pater Josef Stemmer gemeinsam zelebrierten zweisprachigen Partnerschafts-Festmesse in der Kirche. Die Garser gestalteten sie ebenso intensiv mit wie die Franzosen, deren Chor unter der Leitung der Azayer Partnerschaftspräsidentin Annie Houlet sehr beeindruckte. Stemmer und Rancon stellten die Messe unter das Stichwort: "Tatkräftig für eine bessere, gerechtere Welt arbeiten - dona nobis pacem".

Unvergesslich waren auch die Ausflüge in der Region: Da konnte man unter anderem Erholungsgebiete an idyllischen Flüssen beim Picknick und beim Baden kennen lernen, den mittelalterlichen Ort Angles sur L'Anglin mit seiner Burgruine genießen, die besondere Grotte in Savonnières besuchen sowie im noblen Tours an der Loire shoppen gehen. Viel Freizeit in den Familien war ebenfalls eingeplant, manche besuchten dabei das hübsche Schloss Valencay, das einst dem Fürsten Talleyrand gehörte.

Bürgermeisterin Martine Prault lobte die intensive Freundschaft mit dem bayerischen Gars, rief zur gemeinsamen Zukunft in gegenseitigem Vertrauen für den Frieden und die Einheit der Völker auf und wünschte sich noch viele länderübergreifende Projekte.

Bürgermeister Norbert Strahllechner stellte fest, dass eine Partnerschaft wie der Schlüssel zu einer Tür sei: Es bleibe jedem Einzelnen überlassen, ob und wie er sie öffnen wolle. Viele Menschen aus Azay und Gars hätten diese Schlüssel inzwischen ausgetauscht, pflegten intensive Kontakte auf allen Ebenen und hätten ein dichtes Netz persönlicher Bindungen geknüpft. Man habe das Gefühl, gute Bekannte zu treffen, vertraute Stätten wieder zu sehen und zu wissen, was den anderen bewegt. Die Partnerschaft Azay-Gars sei eine Erfolgsgeschichte.

ba/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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