Ortsumfahrung freigegeben

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Zehn Scheren waren für die Politprominenz notwendig, um die Umfahrung von Babensham freizugeben.

Babensham - Viel politische und administrative Prominenz hatte sich in Babensham eingefunden, um die offizielle Verkehrsübergabe der Staatsstraße 2092 zu feiern - der Ortsumfahrung Babensham.

Die Gesamtkosten für diesen 1,3 Kilometer langen Streckenabschnitt belaufen sich auf 2,7 Millionen Euro. Bürgermeister Josef Huber sprach von einem großen Tag für Babensham.

Planungen zum Bau einer Umgehungsstraße Babensham gehen schon 40 Jahre zurück. 1970 wurde ein ersten Vorentwurf im Landratsamt Rosenheim erstellt, der 1977 überarbeitet und zur Genehmigung vorgelegt wurde. Im Rahmen der Flurbereinigung führte man notwendige Grundstückskäufe durch. Seitdem hat sich der Verkehr auf der Staatsstraße fast verdreifacht. Im Jahre 2005 wurden fast 4000 Fahrzeuge pro Tag gezählt, wobei vor allem der Schwerverkehr zu einer Belastung im Ortszentrum wurde.

Mit Hilfe des "Sonderprogramms Staatsstraße" wagten die Verantwortlichen der Gemeinde das Projekt wieder anzugehen. 2008 wurden ein Bauentwurf und der Zuwendungsantrag erstellt und dem Straßenbauamt Rosenheim vorgelegt. Die Maßnahme erstreckte sich über 1,3 Kilometer, wobei die Straße 6,5 Meter breit ist, die Bankette jeweils 1.5 Meter umfassen. Ein Kreisverkehr - der erste in der Gemeinde - mit einem Durchmesser von 30 Metern wurde errichtet. Dazu wurden ein Geh- und Radweg, die Mühlbachbrücke, Lärm- und Sichtschutzwälle angefertigt. Vieles war mit der Naturschutzbehörde bis ins Detail abzuwickeln.

Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme beliefen sich auf 2,7 Millionen Euro. Damit liegt man, so Konrad Haindl vom Ingenieurbüro INFRA, etwa 150.000 Euro über der Kostenberechnung, die im Wesentlichen auf zusätzliche Maßnahmen bei der Erhöhung des Dammes zurückzuführen sind. Gemäß Zuwendungsbescheid wurde die Höchstförderung von 1,7 Millionen Euro bewilligt.

Haindl deutete an, dass, wenn diese Zahlen von Anfang an vorgelegen wären, es nicht einfach gewesen wäre, im Gemeinderat eine Mehrheit für dieses Projekt zu finden.

Laut Huber ist das Ergebnis positiv. Es sei schnell gegangen, wenn auch nicht immer ganz glatt. Dabei bezog er sich auf die Kostensteigerung durch die Untergrundverhältnisse, Probleme beim Brückenbau und vor allem eine dreimonatige Verzögerung bei der Vergabe. Und eine nun fast schon legendäre Wimpernfledermaus hätte den Bau beinahe gestoppt, so der Bürgermeister.

Gerhard Eck, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Inneren, sprach von einem "ganz tollen, großen Tag". Er wies auf die Bedeutung der Entwicklung des ländlichen Raums in "unserem christlich geprägten Land" hin. Die Mobilitätsforderungen vor allem an die jungen Berufstätigen machten vernünftige Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar.

Damit kam er Huber gerade recht, der darauf hinwies, dass für einen Kilometer Straße durch das anschließende Weitholz noch Handlungsbedarf bestehe. Vor allem für Radfahrer müsste hier etwas gemacht werden.

Verständnis dafür zeigte auch Landrat Josef Neiderhell. Nicht zuletzt die Leistungen der Gemeinden machten unsere Heimat zu einem "lebenswerten Land".

Pfarrer Thomas Weiss vollzog die kirchliche Segnung der neuen Ortsumgehung und verband sie mit der Hoffnung, dass Seelsorge auf der Straße nach Unfällen nicht erforderlich sei.

Neben Landrat Neiderhell und Staatssekretär Eck waren Annemarie Bichl (MdL), Josef Ranner (MdL, a. D.), Klaus Rehm, Leitender Baudirektor von der Regierung von Oberbayern, Altbürgermeister Franz Mayerhofer und Ludwig Oberlinner Gäste der Feier. Auch Vertreter des Straßenbauamts Rosenheim und der Polizei, des planenden Ingenieurbüros INFRA, Mitarbeiter der Baufirmen und der Gemeindeverwaltung, Anlieger und Grundbesitzer nahmen an der Übergabezeremonie teil.

Nach dem einstündigen offiziellen Programm unter gefühlten frostigen Bedingungen, aber bei heiterer Stimmung drängte es die geladenen Gäste dann doch zügig zur Verköstigung ins Gasthaus Brunnlecher. Eine Bläsergruppe der Stadtkapelle Wasserburg sorgte auch hier für die musikalische Umrahmung.

mjo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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