Fristgerechte Planung des Trachtenfests

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1911 wurde aus den "lustigen Unterinnthalern" der "GTEV" Almrausch. Dies Foto entstand im Gründungsjahr.

Wasserburg - Sieben Wochen vor dem großen Fest des Trachtenvereins "Almrausch" ist fast alles organisiert. Knapp 1000 Teilnehmer werden allein beim Festzug zum 100. Jubiläum erwartet.

Den Schirmherrn erweichen, Festplatz und Straßensperren beantragen, Vertrag mit dem Festwirt machen, Festzeichen und Ehrengaben organisieren, die Festschrift erstellen, das Musikprogramm erarbeiten und die Gruppen verpflichten, Vereine einladen, Zugeinteilung, "und Mitte Mai bei der Trachtenwallfahrt nach Maria Eck um gutes Wetter bitten", lacht Lorenz Grasberger. Bis auf Letzteres hat der Festausschuss des GTEV "Almrausch" alles erledigt. Das große Fest zum 100-jährigen Bestehen vom 24. bis 27.Juni kann kommen.

1883 gründete in Bayrischzell Schullehrer Josef Vogel den ersten Trachtenverein - um "dem Zeitgeist Schranken zu setzen". Weit entfernt haben sich die Trachtenvereine bis heute nicht von diesem Ansinnen. Mundart, Spiel, Tanz, Gesang, Kleidung und Brauchtum zu nutzen und damit zu erhalten ist laut Grasberger Ziel des GTEV "Almrausch".

1886 erging ein Aufruf von König Ludwig II. an die Bezirksämter, doch in den Gebirgsgemeinden die Gründung von Gebirgstrachten-Erhaltungvereinen (GTEV) anzustreben. 1890 gründete der Wasserburger Franz Xaver Huber in Rosenheim den ersten Gauverband und kurz darauf entstand in Wasserburg der erste Trachtenverein, "die lustigen Unterinnthaler". Die zerstritten sich 1911 und ein Teil gründete den "Almrausch". Diese ehemalige Splittergruppe hat heute 185 Mitglieder.

Diese haben sich zum runden Geburtstag, der im Festzelt und am Festzelt am Gries gefeiert wird, Trachten- und Ortsvereine sowie Musikkapellen eingeladen. 16 Trachtenvereine und ein Dutzend Wasserburger Vereine, 32 Fahnenabordnungen und fünf Kapellen haben allein für den Festsonntag zugesagt, knapp 1000 Teilnehmer werden sich beim Festzug durch die Stadt schlängeln. Mit dabei: ein Leutwagen. "Damit können auch Gehbehinderte oder alte Leute beim Zug dabei sein, die das sonst nicht schaffen würden", so Grasberger.

Bei zwei Programmpunkten brauchen die Trachtler ein wenig Wetterglück: Das am Festfreitag um 21.30 Uhr geplante Sonnwendfeuer müsste bei kräftigem Ostwind ausfallen. Und der am Festsamstag ab 14 Uhr geplante Schiffszug mit mindestens drei Plätten und einem Beiläufer ist auf den passenden Pegelstand des Inns angewiesen. Der aber sollte nach den Daten der letzten vier Jahrzehnte eigentlich mitspielen.

Dirndl, Lederhosen, Wellküren, Näbeloch-Weisenbläser, Trachtenkapellen, Ehrentänze - alles echt "boarisch" also beim Jubiläum der Trachtler? Nicht nur: Der befreundete Verein aus dem Salzburger Land kommt, vielleicht auch eine kleine Delegation aus Wasserburgs Partnerstadt Vincennes in den USA. Ganz sicher aber kommen 30 Frauen und Männer aus Cugir, der rumänischen Partnerstadt.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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