Fünf Einwohner weniger, zwei Nationalitäten mehr

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99 neue Paar Gummistiefelchen werden heuer gebraucht, 99 Kinder wurden 2010 geboren.

Wasserburg - Fünf Einwohner weniger als vor einem Jahr, dafür zwei Nationalitäten mehr. 12920 Frauen, Männer und Kinder aus 66 Ländern haben ihren Wohnsitz in der Stadt.

Keine großen Veränderungen gab es erwartungsgemäß an der Spitze der Alterspyramide. Drei Damen mit demnächst 104 beziehungsweise zweimal 102 Jahren belegen dort das Stockerl, der älteste Herr wird 99 Jahre alt. Etwas besser als vor einem Jahr sieht es ganz unten aus: Bis Jahresende kamen 99 neue kleine Wasserburger hinzu.

Nur zwei dieser 99 Zwergerl haben keinen deutschen Pass. Was nicht heißt, dass die Geburtenrate bei den Wasserburgern ausländischer Herkunft noch drastischer gesunken ist als ohnehin schon. Ende der 90er-Jahre wurde das Einbürgerungsrecht geändert, was sich hier bemerkbar macht. Waren 1997 noch 27 von 124 hier geborenen Kindern "Ausländer", sank die Zahl im Jahr 2000 auf zwölf. Bis 2000 mussten sich ausländische Staatsangehörige, die mindestens acht Jahre in Deutschland lebten, entscheiden, ob sie ohne großen Aufwand den deutschen Pass wollten. Vor allem Türken, Bosnier und Kroaten wollten dies. Mit der Folge, dass der Nachwuchs zwar Serafina oder Hassan heißt, aber einen deutschen Pass hat und konsequenterweise nicht in der Ausländerstatistik auftaucht. Das gilt übrigens für alle Kinder, deren Eltern acht Jahre und mehr in Deutschland leben, denn da haben die Kinder automatisch auch die deutsche Staatsbürgerschaft - vor ihrem 23. Geburtstag müssen sie sich dann entscheiden, ob sie den bordeauxroten Pass auf Dauer behalten wollen.

Stärkster Geburtsjahrgang bleibt 1965 mit 247 Vertretern, es folgen die Jahrgänge 1960 (234) und 1964 (233) auf den Plätzen. Vielleicht liegt der minimale Bevölkerungsrückgang ja daran, dass der Jahrgang 1961 nicht nur heuer 50 Jahre alt wird, sondern sich Wohnorte außerhalb gesucht hat. Jedenfalls schrumpfte die Zahl von 235 auf 230 um genau die fünf, die in der Gesamtstatistik auch fehlen - warum auch immer, der Platz auf dem Stockerl jedenfalls ist futsch.

Von den Jahrgängen 1940, 1949, 1958 und - der Neun-Jahres-Rhythmus wird durchbrochen - 2005 gibt es jeweils gleichviel männliche und weibliche Wesen in der Stadt. Generell ist, mit Ausnahme der Jahrgänge der Kriegsopfer, die Pyramide ziemlich symmetrisch. Was sich dann auch bei der Gesamtzahl der mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Wasserburg gemeldeten Personen zeigt: 6471 Frauen und Mädchen stehen da 6449 Männern und Buben gegenüber.

Zu den 11556 Wasserburgern mit deutschem Pass gesellen sich 1384 mit einer anderen Staatsangehörigkeit. Von Afghanistan bis Weißrussland reichen die Vereinten Nationen von Wasserburg, dazu kommen ein staatenloser Mann und eine Frau, deren Herkunft ungeklärt ist.

Unangefochtene Spitzenreiter und größte Gruppe ausländischer Herkunft bleiben die gebürtigen Türken mit 397 Vertretern. Auf Platz zwei und doch schon weit abgeschlagen: die 115 Kroaten. Die Österreicher (92) müssen ihren Bronze-Platz von 2009 abgeben, sie wurden von den italienischen Nachbarn (99) überholt. 22 Nationalitäten sind jeweils nur durch einen Mann oder eine Frau vertreten.

Ob im kommenden Jahr der seit sechs Jahren anhaltende Trend der leicht schrumpfenden Einwohnerzahl aufgehalten werden kann? Die Chancen stehen nicht so schlecht, schließlich hatte die Stadt 2010 wieder ein größeres Baugebiet, "Am Ziegler", ausgewiesen - das erste Mal seit sieben Jahren.

syl

Quelle: rosenheim24.de

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