Fünf Monate Gefängnis für Betrüger

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Wasserburg - Bargeldlos Einkaufen machte sich ein 40-jähriger Wasserburger etwas zu einfach. Trotz ungedecktem Bankkonto zahlte er mehrmals mit EC-Karte.

Der Mann hatte kein Geld im Portemonnaie und auch keinen Groschen auf seinem Bankkonto. Trotzdem bezahlte er mit seiner EC-Karte mehrmals in einem Wasserburger Einkaufsmarkt. Das brachte dem Hilfsarbeiter eine Anklage wegen Betrugs vor dem Amtsgericht Rosenheim, Zweigstelle Wasserburg ein.

Laut Anklageschrift soll der Angeklagte vom 7. bis zum 12. Juli 2011 in einem Wasserburger Einkaufsmarkt vier Einkäufe im Wert von insgesamt 247,79 Euro getätigt haben. Aus den Kontounterlagen ergäbe sich aber, dass sich bereits am 30. Juni kein Geld mehr auf dem Konto, für das der Angeklagte alleine zeichnungsberechtigt war, befunden habe. Zudem sei auch kein Kredit eingeräumt worden. Daher habe der Angeklagte durch Vorspiegelung falscher Tatsachen versucht, sich rechtswidrig einen Vermögensvorteil zu verschaffen und sich deshalb des Betrugs schuldig gemacht.

Zur Verhandlung hatte sich der Angeklagte dann auch etwas Mut angetrunken, beteuerte aber, trotz seiner "drei Radler" der Verhandlung folgen zu können. Über seinen Verteidiger ließ er einräumen, dass er den Überblick über sein Konto verloren habe.

14 Jahre sei sein Mandant bei einer Baufirma gewesen, ehe er ab 2009 in die geringfügige Beschäftigung gekommen sei. Mit der Trennung habe die Misere begonnen und innerhalb von sechs Jahren sei es steil bergab gegangen. Bis dahin habe der Angeklagte bewiesen, dass er ein durchaus verdientes Mitglied der Gesellschaft sei. Zum Tatzeitpunkt sei gerade das Haus versteigert worden und der Angeklagte habe den Banken den Rücken zugewandt. Außerdem sei es schwierig gewesen, an Kontoauszüge zu kommen und deshalb habe er auch nicht gewusst, dass kein Geld mehr auf dem Konto sei.

Die Staatsanwaltschaft wollte diesen Ausführungen keinen Glauben schenken und war vielmehr der Ansicht, dass der Angeklagte gewusst habe, dass sein Konto leer sei. Kontoauszüge belegten, dass am 24. Juni die letzten vier Euro ausbezahlt worden seien. Am 5. Juli sei ein Betrag von 230 Euro einbezahlt worden, der dann aber gleich wieder überwiesen worden sei. Zum Tatzeitpunkt habe der Angeklagte drei Einträge in das Bundeszentralregister wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr und Körperverletzung gehabt und sei unter offener Bewährung gestanden. Er habe sich als Bewährungsversager erwiesen und keine günstige Sozialprognose vorzuweisen. Deshalb forderte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten.

Das Gericht verhängte schließlich eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten. Nicht nur das Gesetz, sondern auch die Gesellschaft stelle diese Anforderung, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Werbung mache es vor und es werde leicht gemacht, auf Pump zu kaufen. Dennoch handle es sich hier um kein Kavaliersdelikt. Der Angeklagte habe bei der polizeilichen Vernehmung eingeräumt, dass das Geld vom Haus weg gewesen sei. Der Schaden sei zwar nicht immens, doch der Angeklagte sei bisher mit Geldstrafen nicht zu beeindrucken gewesen und habe auch die Bewährungsauflagen in Form von Sozialstunden nicht erfüllt. Laut Ansicht des Gerichts habe der Angeklagte ein schwieriges Verhältnis zum Alkohol, denn er sei bei allen Treffen nie nüchtern angetroffen worden.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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