G8-Abi: Lehrer sind mit Leistungen zufrieden

Wasserburg/Gars - Diese Woche wird das zweite Abitur des Jahres 2011 abgeschlossen, das erste nach acht Jahren Gymnasium. Die Ergebnisse sind ingesamt sogar besser als nach dem G9 ausgefallen.

"Die Kollegen sind schon am Anschlag." Der Wasserburger Schulleiter Peter Rink ist sichtlich froh, dass nach den mündlichen Prüfungen, die diese Woche noch laufen, erst einmal Schluss ist - wenigstens für zwei Wochen. Zwei Abiturjahrgänge, zuerst mit 101, dann mit 85 Prüflingen, parallel dazu vier Nachprüfungen wegen Krankheit im G9: Die Mehrfachbelastung dieses Jahres wird sich wohl niemand am Gymnasium mehr wünschen.

Unter dem Strich aber sind die Schulen durchaus zufrieden. Der erste G8-Jahrgang hat besser abgeschnitten als seine Kollegen nach neun Jahren, so die Bilanz in Gars wie in Wasserburg. 2,40 war in Wasserburg der Durchschnitt des G 9-Abis 2011, bei 2,17 liegt er bei den G 8-Abiturienten, die am 1. Juli verabschiedet werden. 28 von 85 Prüflingen haben einen Schnitt von 1,9 und besser erreicht, in Gars waren es 25 von 96.

Auf der anderen Seite gab es aber auch nach den schriftlichen Prüfungen mehr "Durchfaller", die im Moment gerade im Mündlichen um ihren Abschluss ringen. In Gars sind es sieben, in Wasserburg sechs, "aber alle können es noch gut schaffen", macht Peter Rink Mut. So sieht es auch der stellvertretende Schulleiter in Gars, Helmut Wittmann.

Hauptproblem war das Fach Deutsch in Kombination mit der Reform des Abiturs, die beim G 8-Jahrgang erstmals griff, ohne direkt damit zusammen zu hängen: Alle Abiturienten mussten eine schriftliche Prüfung in Deutsch und Mathematik ablegen. Bei Mathematik ging dies ganz gut aus - Schnitt in Wasserburg 2,5 - bei Deutsch nicht: Sechs Prüflinge erreichten die Mindestpunktzahl nicht, der Schnitt liegt bei 3,1. "Man muss da aber schon sehen, dass beispielsweise von den letzten G9-Abiturienten nur 13 ins schriftliche Deutsch-Abi gegangen sind", so Peter Rink.

Der zieht denn auch eine eher gelassene erste Bilanz des achtjährigen Gymnasiums. "So viel hat sich eigentlich gar nicht geändert", meint er. Auch vorher habe es Nachmittagsunterricht gegeben, und der Prüfungsdruck sei in Teilen sogar deutlich geringer geworden. "Die Absolventen sind halt ein Jahr jünger" - mit allen Vor- und Nachteilen. Aber das sei eben politisch gewollt.

Das Alter ist auch in Gars ein Thema. Man merke, dass die G 8-Schüler jünger seien, so Helmut Wittmann. Allerdings müssten sie problemorientierter arbeiten, müssten mehr Präsentationen erstellen. G 9 sei mehr lehrerzentriert gewesen, "mehr reproduktiv".

Schwerer sei das Abitur für die G 8ler nicht gewesen, meint Wittmann. Probleme sieht er allerdings in den Pflichtfächern Deutsch und Mathematik. Hier habe man in Gars in den letzten Wochen vor dem Abitur spezielle Förderangebote eingerichtet, und die Schüler hätten das gerne angenommen.

Dass es eine neue Diskussion über G8 und G9 geben wird glaubt Wittmann nicht. Die Anmeldezahlen für das neue Schuljahr sprächen dafür, dass das G8 bei Eltern akzeptiert sei. Im vergangenen Jahr fingen in Gars 115 Schüler am Gymnasium an, dieses Jahr werden es 128 sein. "Wir starten mit einer Klasse mehr als letztes Jahr", so Wittmann.

So wird es jetzt erst einmal weiterlaufen mit dem anfangs heiß diskutierten G 8. Bei den neuen Praxisseminaren gebe es noch die eine oder andere "Anpassungsschwierigkeit", ansonsten habe man ja schon während der acht Jahre etwas "nachjustiert", so Peter Rink - so wie noch einmal letzte Woche bei den Mindestanforderung für das Abi.

koe/vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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