Ganz Wasserburg eine Piazza

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Unter den Arkaden und auf den Straßen ließ es sich am lauen Sommerabend beim Wasserburger Weinfest lange und gemütlich aushalten. Fotos 

Wasserburg - Südländisches Flair attestieren Auswärtige häufig der Stadt Wasserburg. Beim Weinfest machte sie diesem Ruf einmal mehr alle Ehre.

Die Gassen und Arkaden, die Straßen der Altstadt und ihre Plätze vermittelten das Gefühl, einen Sommerabend in Italien zu verbringen.

Volle Gastgärten, drangvolle Enge an den Tischen in den Tavernen, Straßenlokalen und Gasthäusern, Menschenmassen vor den Konzertbühnen: Die Wasserburger und ihre Gäste genossen den ersten lauen Sommerabend nach einer längeren Schlechtwetterperiode aus vollem Herzen.

"Noroc, mein Freund": Bürgermeister Michael Kölbl und Adrian Teban, sein Kollege aus Cugir, eröffneten das Weinfest gemeinsam.

Das Weinfest kam heuer gerade zum rechten Zeitpunkt: Nach kühlen Tagen lockte der wieder eingekehrte Sommer in die Stadt. Sie verwandelte sich in ein riesiges Straßenfest: Ab der Innbrücke ging nichts mehr für Benzinschleudern. Stattdessen schlenderten Fußgänger gemütlich durch das Brucktor, eroberten die Gassen und Plätze. Romantiker kamen auf ihre Kosten, als die Sonne endgültig untergegangen war: Lichterketten und Lampions, die sogar am Rathaus hingen, tauchten den Abend in ein heimeliges Licht.

Private Weinfeste gab es an vielen Stellen der Altstadt, Anwohner hatten Tische und Stühle herausgeholt, feierten mit Nachbarn und Freunden auf den autofreien Straßen wie hier in der Färbergasse.

Flanieren, Freunde treffen, ratschen: Die ganze Altstadt präsentierte sich als italienische Piazza. "Anscheinend waren wir ganz besonders brav", zog Peter Fichter vom Stechl-Keller um 22 Uhr eine erste Bilanz zum Wetterglück, das es gut meinte mit dem traditionellen Weinfest. Bürgermeister Michael Kölbl hatte eine andere Erklärung für das erneut weinfestuntypisch strahlende Wetter: Immer, wenn sein rumänischer Amtskollege Adrian Teban mit zur Eröffnung auf dem Rathausbalkon stand, hielt das Wetter - "ich glaube, Du musst nächstes Jahr wieder kommen", lud Kölbl Teban schmunzelnd ein. Was der genauso schmunzelnd annahm. Der Beginn einer neuen Tradition?

A propos Tradition: Seit zehn Jahren konstante Größe im Musikprogramm ist die Band "Busstop", die auch heuer die Gäste von den Bierbänken riss. In der Herrengasse rockten Jung und Alt zu Spider-Murphy-Gang- und Status-Quo-Klassikern. Die Wirte, die das Weinfest gemeinsam mit dem Fremdenverkehrsverein veranstalten, boten außerdem zahlreiche weitere Gruppen - von der Band bis zum Solisten an der Gitarre - auf, sodass jeder auf seinen Geschmack kam. Es groovte, swingte und rockte in den historischen Gassen, wo auch italienische Schnulzen und bekannte Schlager oder zünftige Blasmusik von der Stadtkapelle die Ohren verwöhnten.

Der Festwein von den Winzern Dreissigacker - ein roter Cabernet-Merlot und ein Weißburgunder - kam zur Freude vom gemeinsam ausschenkenden Wirte-Trio aus Stechl-Keller, Herrenhaus und Café Central gut an. "Süffig, aber stark", lautete das Fazit vieler Besucher.

Guter deutscher Wein aus Rheinhessen, damit kontrastiert das für Wasserburg typische internationale kulinarische Angebot: türkischer Döner, italienische Pizza, asiatische Reisgerichte, griechisches Fladenbrot, thüringische Würstl, bayerischer Steckerlfisch.

Oder eine Brotzeit aus dem heimischen Kühlschrank: Denn die Bewohner der Altstadt bauten erneut so manche Bierbankgarnitur vor ihrer Haustür auf und luden ein zu einem Glas Wein oder Bier für all jene, die auch beim Weinfest dem bayerischen Nationalgetränk treu bleiben.

duc/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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