"Aktion für das Leben" feiert Jubiläum

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Freuten sich über 25 Jahre erfolgreiche Hilfe: (von links) Weihbischof Wolfgang Bischof, Geschäftsführerin Ursula Bichler, Silvia Schütz vom Patenprojekt, Landrat Josef Neiderhell und Vorstand Alfred Trageser.

Rosenheim - Die 1986 gegründete "Aktion für das Leben" feiert ihren 25. Geburtstag. Gemeinsam wird auf das Vierteljahrhundert zurückgeblickt.

Es gibt in der Region keinen Verein und keine Einrichtung, die in so einer Vielschichtigkeit hilft, wie die Rosenheimer Aktion für das Leben. Es gebe keine Notlage, die nicht an uns herangetragen werde, sagte Geschäftsführerin Ursula Bichler. Gemeinsam mit Vorstand Alfred Trageser hatte sie auf ein Vierteljahrhundert Vereinsgeschichte zurückgeblickt.

Die Festrede im großen Kursaal im Kurhaus von Bad Aibling hielt Weihbischof Wolfgang Bischof. Die Würde des Menschen und der Wert der Familie standen im Mittelpunkt seiner Ausführungen. Es gehe darum, den Menschen in die Mitte zu stellen, ihm Würde zuzusprechen, unabhängig von seiner Stellung, der Religion oder der Hautfarbe. Der Weihbischof stellte die Frage, rufen wir den Menschen beim Namen oder geht es nur um ein Aktenzeichen.

In diesem Zusammenhang beklagte er die wertende Sprachkultur, als ob es einen Unterschied im Menschsein gebe. Als Beispiele nannte Bischof Hauptschüler, sie würden oft so behandelt, als ob sie von vornherein dumm wären. Ein Mensch sei nur dann wichtig, wenn er jung und schnell sei. Gebrechliche Menschen belasteten unser Gesundheitssystem. Wie reden wir vom Menschen, fragte der Weihbischof.

Die Familie, führte er weiter aus, befinde sich in Konkurrenz zu zahlreichen anderen Lebensformen. Der Wert der Familie dürfe deshalb aber nicht der Beliebigkeit preisgegeben werden. Der Weihbischof forderte, Familien zu unterstützen. Bei der Rosenheimer Aktion für das Leben bekämen Familien Lebenshilfe. Er sagte „Vergelt’s Gott“, lobte noch das Patenprojekt und forderte zum Schluss: „Engagieren wir uns für das Leben“.

Die Rosenheimer Aktion für das Leben wurde am 26. November 1986 gegründet. Der damalige Landrat Dr. Max Gimple hatte die Vereinsgründung initiiert mit der Begründung, dass es nicht allein Aufgabe des Staates sein könne, schwangeren Mädchen und Frauen in einer Konfliktsituation zur Seite zu stehen. Jeder sei hier gefordert. In einer Zeit, in der die Gesellschaft den Abtreibungsparagrafen 218 diskutierte, begann der neugegründete Verein alleinstehenden jungen Müttern zu helfen. Landrat Josef Neiderhell meinte, die Aktion habe es Müttern möglich gemacht, sich zum Kind zu bekennen. Er bedankte sich ganz besonders bei der Geschäftsführerin Ursula Bichler: Sie höre zu und helfe. Neiderhell übergab ihr einen Scheck über 25.000 Euro.

Seit damals haben sich die Aufgaben wesentlich verändert. Heute hilft die Rosenheimer Aktion für das Leben Menschen in Not. Eine kurze Bilanz hatte Geschäftsführerin Bichler in der Mitgliederversammlung gezogen, die unmittelbar vor dem Festakt stattfand. Knapp 450 Hilfesuchende hatten sich im vergangenen Jahr an den Verein gewandt, etwa die Hälfte davon Alleinerziehende. Verändert habe sich, so Bichler, dass die Erstfälle wesentlich weniger wurden, stattdessen sei die Begleitung immer wichtiger geworden.

Sehr erfolgreich verläuft weiterhin das Patenprojekt der Rosenheimer Aktion für das Leben und der Jungen Arbeit Rosenheim. Laut Silvia Schütz, einer der beiden hauptamtlichen Betreuerinnen, laufen derzeit 151 Patenschaften. Zukünftig soll nicht nur Schülerinnen und Schülern, sondern auch Lehrlingen die Möglichkeit einer Patenschaft angeboten werden. Besonders freute Schütz, dass die Paten in den Gemeinden Teil des örtlichen sozialen Gefüges geworden sind.

Das Patenprojekt trug auch dazu bei, dass immer mehr Gemeinden Mitglied in der Rosenheimer Aktion für das Leben wurden. Mehr als 40 der 46 Landkreisgemeinden sind dabei, freute sich Vorstand Alfred Trageser.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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