Gelassen auf den Winter warten

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Auch wenn sich die Spezialisten schon mit den aktuellen Modellen eingedeckt haben: Die Auswahl im Gruber-Skikeller ist noch breit.

Wasserburg - Immer noch kein Schnee: Vielen geht die winterliche Stimmung gerade in der Vorweihnachtszeit ab.

Besonders die Wintersportler und die Kinder haben keine Freude mit dem milden Dezember, aber der Einzelhandel scheint zumindest nicht außergewöhnlich zu leiden.

Der dritte Advent steht vor der Tür, und noch immer kein Zeichen für eine weiße Weihnacht. Im Vergleich zum letzten Jahr, als sich der Schnee schon im November in Massen auftürmte, ist das bisschen weißer Puder, das bis jetzt einmal heruntergestäubt ist, nicht nennenswert. Der Wetterausblick verspricht zwar immer wieder Schnee, aber zusammen mit dem Regen und den Temperaturen über null bleibt nicht viel davon übrig.

Auch wetterunabhängige Käufer

Darunter leiden natürlich vor allem die Skigebiete. Bei den Sportgeschäften dagegen fällt die Bilanz gemischt aus: "Für dieses Wetter gar nicht so schlecht", meint Christian Becker vom Sportgeschäft Spexx. Im Vergleich zum letzten Jahr laufe es natürlich nicht so gut, aber das Geschäft bleibe beachtlich. Der Board-Spezialist hat dafür auch eine Erklärung: "Wer sowieso neue Ausrüstung braucht, kauft diese auf jeden Fall, das Wetter spielt dabei eine untergeordnete Rolle". Zudem würden ja viele Leute Wintersportartikel an Weihnachten verschenken.

Die meisten Familien kämen allerdings erst nach den Feiertagen, das heißt in den Schulferien, wenn Zeit ist, gemeinsam einzukaufen und sich in den Bergen auszutoben - und wenn die ersten Rabatte locken. Ähnliches hört man auch aus dem Skikeller des Sporthauses Gruber: "Die Extremen, die auf Gletschern fahren, haben schon eingekauft. Und die kaufen dann auch richtig teure Sachen", sagt Arthur Bosch, der Sportabteilungsleiter. Diejenigen, die nur fünfmal im Jahr Ski fahren würden, die kaufen wirklich erst, wenn sie den Schnee auch sehen - und dann natürlich nicht die teuren Artikel. Letztes Jahr sei die Saison aufgrund des frühen Schneefalls daher "grandios" gewesen. Aber auch diesen Winter ist er "verhältnismäßig" zufrieden.

Einen wirklichen Einbruch stellt Bosch jedoch bei der Winterbekleidung fest, denn: "Wenn dir nicht kalt ist, dann brauchst du auch keine Jacke, keine Handschuhe, keine Mütze". Der Verkauf sei vor allem in dieser Sparte sehr wetterabhängig. Doch der erfahrene Verkäufer bleibt optimistisch. "Die Saison ist noch lang, der Schnee wird noch kommen. Dann wird auch der Verkauf wieder besser".

Darauf hofft man auch bei "Ranger Travel", wo man auf die Tourengeher und Schneeschuhfreunde spezialisiert ist. Denn die halten sich bisher noch massiv zurück, kein Wunder beim Blick auf grüne Berge. Das Verkaufsteam hat aber auch den Eindruck, dass die vorweihnachtliche Einkaufsstimmung überhaupt getrübt ist, wenn sich das Thermometer Richtung zehn Grad bewegt: "Da denkt man einfach nicht so gern an Weihnachten und den Geschenkekauf."

Unter dem chronischen Schneemangel leiden ebenfalls die Baumärkte. Schneeschaufeln und anderes Gerät, um dem Winter auf den kalten Pelz zu rücken, verkaufe sich "eher schlecht". Zumindest heißt es das beim Hagebaumarkt. "Gar nicht so schlecht" bis "einigermaßen gut" urteilt Patrick Kaiser vom Profi Eder über die Verkäufe in der Filiale Wasserburg. Einen Vergleich zum Vorjahr hat er aber nicht, da der Baumarkt erst in diesem Jahr eröffnet wurde.

Viel Zeit für die Herbstarbeit

Die einen hoffen also noch auf Schnee, die anderen sind dagegen zumindest dienstlich "sehr froh", dass er noch ausbleibt. Guido Zwingler vom städtischen Bauhof muss seine Mitarbeiter nicht zum Schneeräumen und Streuen schicken. "Bis jetzt kann die Pflege der Grünanlagen weiter betrieben werden, also das, was im Sommer nicht mehr geschafft wurde". Das heißt konkret: Viele Hecken zurechtstutzen, sauber machen, Laub kehren. Zudem können die Handwerker im Bauhof sich in Ruhe um ihre Aufträge kümmern. "Und das ist", sagt Zwingler, "auch noch gut für die Natur, weil weniger Salz gestreut wird".

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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