Zerstört Supermarkt-Reform dörfliche Strukturen?

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Rosenheim/Landkreis – Wirtschaftsminister Zeil will Supermärkte in nicht zentralen Orten und Unterzentren um bis zu 400 Quadratmeter vergrößern. Der Gewerbeverband ist dagegen.

Der Beirat des Gewerbeverbands Rosenheim und Umgebung unter Vorsitz von Kurt Müller äußerte jetzt große Bedenken gegen die Überlegungen des bayerischen Wirtschaftsministers Martin Zeil, das Landesentwicklungsprogramm zu verändern. Der Gewerbeverband, dem 270 Unternehmen aus Stadt und Land angehören, stellt sich gegen eine Veränderung und die damit verbundene Erweiterung von Supermarktgeschäften in nicht zentralen Orten und Unterzentren von 800 auf 1200 Quadratmeter.

Zerstörung des Landschaftsbildes?

Zum einen liefen die kleineren Gemeinden und Dörfer Gefahr, dass die noch vorhandenen ortsansässigen Geschäfte, wie Metzger, Bäcker oder Kramer, gänzlich verschwinden, zum anderen würden dann mit Sicherheit die noch vorhandenen dörflichen Strukturen zerstört. Es bestehe auch die Gefahr, dass auf der grünen Wiese solche Märkte entstehen, die das noch intakte Landschaftsbild zerstörten.

Es müsse nicht jede Gemeinde einen Supermarkt haben, denn Märkte in dieser Größenordnung gehören nach Ansicht des Gewerbeverbands in Mittel- und Oberzentren. Große Kommunen hätten eine zentrale Funktion und damit verbunden ein ausgebautes Infrastrukturnetz, dort sind Schulen, Behörden, Ärzte, kleine, mittlere und große Handwerks- und Industriebetriebe beheimatet. Diese Orte müssten stark bleiben, deshalb gehörten Märkte über 800 Quadratmeter in Mittel- und Oberzentren.

Städter sollen nicht aufs Land fahren müssen

Außerdem arbeiteten in diesen größeren Kommunen viele Menschen aus der Region, deshalb sollte diesem Personenkreis auch die Möglichkeit gegeben werden, dort einzukaufen, wo sie arbeiten und ihren Lebensmittelpunkt haben. Es könne nicht sein, dass Rosenheimer Bürger in Zukunft aus der Stadt hinaus in die kleineren Orte zum Einkaufen fahren müssten.

Noch sei nichts verloren, so der Beirat in seiner Erklärung, denn der Landesentwicklungsplan komme jetzt erst einmal in die Anhörung, und da seien alle gefragt - die Kommunen, Einzelhandelsverband, Unternehmerverbände und andere Institutionen.

Selbstverständlich, so der Gewerbeverband, könne auch jeder Bürger seine Anregungen und Bedenken einbringen, um zu versuchen zu retten, was noch zu retten ist.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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