Grillplatz am Inn kommt wieder

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Diese Sitzgelegenheiten macht so schnell keiner kaputt: Der Bauhof deponiert große Steine am Grillplatz.

Wasserburg - Jugendliche Härtnäckigkeit, die Begeisterung bei Erwachsenen hervorruft, die gibt es tatsächlich. Und die führt dazu, dass der Grillplatz am Inn wieder geöffnet wird.

Ein gutes halbes Jahr ist es her, dass der Bauausschuss beschloss, den Grillplatz am Inn zu schließen. Mit Bedauern, aber wegen "nicht sehr schöner Umstände", wie es Bürgermeister Michael Kölbl formulierte, konsequenterweise. Zu viel Vandalismus, permanente Verunreinigung und verheizte Bretter des Bauhofzaunes führten zu der Entscheidung.

Kurz darauf seinen "einige nette Jugendliche" in seine Bürgersprechstunde gekommen, so Kölbl, und hätten darum gebeten, den Grillplatz doch zu erhalten. Das sei ein guter Treffpunkt, wo sie zusammensitzen und ratschen könnten, ohne unbedingt etwas konsumieren zu müssen. Eine Lösung fand sich nicht.

Ein Vierteljahr später waren die Jugendlichen wieder da. Hartnäckig und mit einem Vorschlag im Gepäck: Sie kümmern sich. Kölbl holte Stadtbaumeister Manfred Förtsch-Menzel und Bauhofleiter Guido Zwingler dazu, gemeinsam wurde beratschlagt, wie denn der Grillplatz, den auch Stadtverwaltung und Stadträte für sinnvoll erachteten, reaktiviert werden könnte.

Wichtigster Punkt: Wer übernimmt die Verantwortung? "Wir", erklärten die Jugendlichen. Sie seien eine Gruppe von gut 15 Personen, da sei es zu machen, dass jeden zweiten Tag eine Abordnung den Grillplatz kontrolliert und gegebenenfalls aufräumt. Da der Grillplatz für jedermann zu nutzen ist, sollte die engagierte Truppe nicht mehr Arbeit haben, als sie ohnehin auf sich nahm. Und vor allem sollte der Zerstörungswut einiger Zeitgenossen Einhalt geboten werden.

Da fand sich eine Lösung. Der Grillplatz wird zwar künftig nicht mehr so aussehen, wie ihn die Johanniter-Jugend bei der Aktion "Drei Tage Zeit für Helden" vor einigen Jahren baute, dafür kann nicht mehr so viel kaputt gehen. Denn der bisherige Grill wird durch eine Feuerstelle mit Natursteinumrandung ersetzt, als Sitzgelegenheiten dienen Leistensteine, "die sind so schwer, die bringt so schnell keiner weg", so Guido Zwingler im Bauausschuss. Der Bauhof mäht regelmäßig zehn Meter rund um die Grillstelle, erleichert so den Jugendlichen die Reinigung. Und wenn zwischendurch gemäht werden müsse, so die Jugendlichen, dann machten sie das auch - die Geräte gibt's vom Bauhof. Genau wie Müllsäcke und Reinigungsgerätschaften.

Zwingler, der merklich seinen Freude an der jungen Truppe hat, versprach, am Bauhof einen Behälter aufzustellen, in dem im Bauhof anfallendes Altholz deponiert wird - für das spontane Lagerfeuer. Der Bauhofleiter ist es auch, der mit den Jugendlichen in regem Kontakt bleiben wird. Was nicht schwer fällt, zwei der vier Ansprechpartner "sind meine Nachbarn", verriet Zwingler, was im Ausschuss für Gelächter sorgte.

"Ich find's toll! Denn uns hat's ja auch leid getan, dass wir den Grillplatz schließen mussten", sagte Peter Stenger (SPD) und erntete Kopfnicken von allen Seiten. Dr.Christine Mayerhofer (SPD) freute sich nicht nur über das Engagement der Jugendlichen, sondern auch darüber, dass die Stadtverwaltung darauf einstieg, denn "solche Treffpunkte sind für Jugendliche einfach wichtig."

Natürlich kam die Frage nach der benachbarten Innplätte, die in den vergangenen Jahren auch Treffpunkt, aber auch Ziel von Zerstörungswut war. "Hamma gred", winkte Kölbl ab, "da schauen sie auch drauf."

Bei aller Begeisterung war allen Anwesenden klar: "Wenn es nicht funktioniert, wird der Grillplatz wieder dichtgemacht", so der Bürgermeister. Strahlend und mit einem fröhlichen "Dankeschön" verabschiedeten sich die Jugendlichen. Zwei Tage später fing der Bauhof mit den Arbeiten an.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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