Großes Misstrauen gegen Polizei

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Wasserburg - Einige einschlägige Erfahrungen im Umgang mit den Ordnungshütern hatte ein 36-jähriger Mann aus dem nördlichen Landkreis in der Vergangenheit schon gemacht - eine Erfahrung mit Folgen!

Der Geschäftsführer einer Spedition hatte nach eigenen Angaben schon öfters Probleme, abgegebene Ausweis- und Fahrzeugpapiere auch schnell wieder zu bekommen.

Deswegen verweigerte er bei einer Fahrzeugkontrolle Anfang März dieses Jahres auch die Herausgabe seines Führerscheins. Er zeigte seine Fahrerlaubnis lediglich vor, was den Beamten allerdings nicht reichte. Die hatten die Verfolgung des Fahrzeuglenkers beim Kreisverkehr in Albaching aufgenommen, als ihnen aufgefallen war, dass dieser nicht angegurtet war.

Allerdings folgte der Mann nicht gleich der Weisung anzuhalten, sondern fuhr noch einige hundert Meter weiter, ehe er auf einem Firmengelände stehen blieb. Seiner Meinung nach hatte er aufgrund des unübersichtlichen Straßenverlaufs nicht eher anhalten können, "weil ihm sein Leben zu kostbar war".

Die beiden Polizeibeamten bewerteten die Situation anders und der 36-Jährige erhielt einen Bußgeldbescheid über 45 Euro wegen Nichtbefolgen der Weisung, Nichttragen des Sicherheitsgurtes und Nichtaushändigen des Führerscheins, wogegen er Einspruch beim Amtsgericht Wasserburg eingelegt hatte.

Vor Gericht beteuerte er, angegurtet gewesen zu sein und keine frühere Möglichkeit zum Anhalten gefunden zu haben. Die Weigerung der Herausgabe seines Führerscheins räumte er ein, allerdings habe er den Beamten bei der Kontrolle den Fahrzeugschein ausgehändigt und diesen nicht wiederbekommen, was ihn in seiner Haltung bestätigt habe.

Das Gericht bezweifelte die hellseherischen Fähigkeiten des Mannes und hielt die Angaben des Polizeibeamten für glaubwürdig, der aussagte, dass der Fahrer erst während der Verfolgung zum Gurt gegriffen habe und in einen Bürocontainer verschwunden sei, ehe man ihm den Fahrzeugschein zurückgeben habe können. Außerdem erläuterte der Beamte, dass es notwendig sei, den Führerschein in Händen zu halten, um ihn auf seine Echtheit prüfen zu können. Das sei Vorschrift, da half es auch nicht, dass der Verteidiger des 36-Jährigen einwendete, dass die Beschaffenheit der Fahrerlaubnis durch Kontrollen im Laufe der Jahre leiden könne.

Das Gericht sah einzig den Vorwurf des Nichtanhaltens als nicht gegeben. Für die beiden anderen Ordnungswidrigkeiten wurde eine Geldbuße von 35 Euro verhängt. Außerdem trägt der Angeklagte die Kosten des Verfahrens, was die Sache ziemlich verteuert haben dürfte.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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