Neuplanung für das Hotel Fletzinger

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Im Stadtmodell im Rathaus-Foyer findet sich der geplante Neubau an der Fletzingergasse (rechts vorne das Hotel) schon. Ein größeres Modell soll es in Kürze geben.

Wasserburg - Der Bauausschuss hat sich nun mit der Neuplanung rund um das Hotel Fletzinger einverstanden erklärt. Allerdings soll die Bevölkerung informiert und eingebunden werden.

Die Pläne sind ja schon bekannt: Das Hotel Fletzinger soll zu einem Garni-Betrieb ohne Gastronomie umgewandelt, der Saalanbau Richtung Biergarten abgerissen werden. An der Stelle des jetzigen Biergartens wird ein 17 mal 23 Meter großes Gebäude mit vier Stockwerken geplant. Der Biergarten, rechtlich gesehen eigentlich ein "Wirtsgarten", wie in der Sitzung präzisiert wurde, soll neben dem "Palmano 1" in ähnlicher Größe neu entstehen.

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Nur um diese, nicht um die anderen Vorhaben im und am Fletzinger Areal, drehte sich die Diskussion im Bauausschuss. Auf Bitten der Stadt hatte der Bauträger KSS aus einem Vorbescheidsantrag eine "Voranfrage" gemacht - um mehr Zeit für eine Bürgerbeteiligung zu gewinnen, so Bürgermeister Michael Kölbl. Diese war - von der SPD zu einem Antrag formuliert - eine der wichtigsten Forderungen der Stadträte. Während Kölbl das Bauvorhaben grundsätzlich unterstützte und meinte, er sei "froh, wenn das Objekt in guten Händen ist und eine gute Planung erfolgt", war aus den Beiträgen der Stadträte auch einige Skepsis zu hören.

Am massivsten formulierte dies Christian Stadler (Grüne). Der ärgerte sich einmal mehr, dass es keine Baumschutzverordnung gibt und die Biergarten-Kastanie damit ungeschützt bleibt. Zum anderen pochte er auf "maximalen Einfluss" auf das Projekt und beantragte daher eine Veränderungssperre und die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Areal rund um das Hotel.

Das hielt Friederike Kayser Büker (SPD) "wegen eines Biergartens" für unverhältnismäßig, Michael Kölbl wollte "lieber kommunizieren als konfrontieren". Stadler schätzte dies als naiv ein: "Ohne Veränderungssperre kann die Bevölkerung schon reden, das Ergebnis steht vorher fest."

Trotzdem stimmten alle anderen Ausschussmitglieder gegen seinen Antrag, mahnten aber zur Aufmerksamkeit. Wolfgang Schmid (CSU) meinte "gut, aber..." und trat erfolgreich dafür ein, die Entscheidungen im Stadtrat zu treffen, nicht im Bauausschuss. Außerdem forderte er den Erhalt des Brauereikamins. Peter Stenger (SPD) und Dr. Hermann Budenhofer (Freie Wähler) bedauerten das Wegfallen eines Versammlungssaales. Die vage dafür in Aussicht gestellte Doppelnutzung des Hotel-Frühstücksraumes überzeugte da nicht. Budenhofer hielt die Pläne für "unterstützenswert", regte aber auch an, das Hotel noch einmal zu überdenken. Er sah durchaus Bedarf für ein größeres Hotel mit Restaurant in Wasserburg. Stenger forderte außerdem möglichst große Kastanien für den Ersatz-Biergarten.

Keine Diskussionen gab es um die vorgesehene neue Bebauung an sich, die in Kürze mit einem Modell noch anschaulicher gemacht werden soll. Die derzeitigen Garagen an der Palmanostraße, die abgerissen würden, seien ohnehin eher ein "städtebaulicher Missstand", so die Einschätzung der Stadtverwaltung. Die geplante Tiefgarage mit 33 Plätzen verbessere die Parksituation. Grundsätzlich gebe es an dieser Stelle vermutlich ein Baurecht. Und aus Denkmal-Sicht wurde auch mit Bildern an die hier bis zum Stadtbrand 1885 bestehende geschlossene Bebauung erinnert - schon damals viergeschoßig.

Der Beschluss, der gegen die Stimme von Christian Stadler gefasst wurde, forderte dann für das weitere Verfahren eine "zeitnahe öffentliche Bürgerinformation", voraussichtlich im Januar, und eine Orientierung an der historischen Bebauung. Die alten Garagen müssen alle weg, und der Denkmalschutz ist in jeden Schritt einzubinden.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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