Gülle-Verstöße: „etliche Anzeigen“

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Rosenheim – Ein Verstoß gegen die Düngeverordnung in Bad Aibling führte zu hitzigen Diskussionen. In der Region Rosenheim gab es in diesem Jahr bereits mehrere Anzeigen.

Wann darf die Gülle aufs Feld und wann nicht? Ein Verstoß gegen die Düngeverordnung in Bad Aibling führte am Donnerstag zu hitzigen User-Debatten auf rosenheim24. Auch wenn sich wohl eine große Mehrheit der Landwirte an die Gülleverordnung hält, könnten die viel zitierten „schwarzen Schafe“ schwere, ökologische Schäden anrichten. Hauptproblem ist dabei die „Aufnahmefähigkeit“ der Böden: Wird die ausgebrachte Gülle nicht absorbiert, können Regen und Schmelzwasser den Dünger zum Beispiel in Gewässer schwemmen.

Zum Nachlesen:

Merkblatt zur Düngeverordnung (pdf)

Klare Regeln für die Landwirte gibt es vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim: Aufnahmefähig – so das Amt in einem Merkblatt - ist der Boden, wenn er „nicht überschwemmt, nicht wassergesättigt, nicht gefroren und nicht durchgängig höher als 5 cm mit Schnee bedeckt ist“. Die Wassersättigung kann man an Wasserlachen und dem Austreten von Wasser beim Begehen oder Befahren des Bodens feststellen. Über Nacht gefrorene Böden können von den Landwirten genutzt werden, aber nur unter der Voraussetzung, dass im Verlauf des Tages der Boden oberflächlich auftaut und er gleichzeitig nicht wassergesättigt ist.

Das Amt appelliert an die Landwirte „nach bestem Wissen und Gewissen“ die Bedingungen vor Ort zu prüfen, wie Pflanzenbau-Berater Thomas Eberl im Gespräch mit rosenheim24 erklärt. In einer Aussendung betont Stefan Kürschner, Geschäftsführer der Rosenheimer Geschäftsstelle des Bauernverbandes, dass jeder Landwirt eigenverantwortlich Entscheidungen treffen muss. „Ein flächendeckendes Ausbringverbot gibt es außerhalb der Kernsperrfrist nicht, sondern es kommt immer auf die örtlichen Gegebenheiten an“, betont Kürschner.

Der Fall in Bad Aibling könnte bald Gesellschaft bekommen: „Es gab schon etliche Anzeigen“, bestätigt Thomas Eberl. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten muss diesen nun nachgehen. Wie viele Landwirte sich tatsächlich etwas zu Schulden kommen haben lassen, wird sich erst zeigen. Auch bei Gülle-Verstößen gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen in diesen Fällen übernimmt das Fachzentrum für Agrarökologie in Paffenhofen. Die Experten überprüfen dann die Vorwürfe und dokumentieren die Ergebnisse der Ermittlungen. Im Januar wurde ein Landwirt entlastet, da der angezeigte Gülle-Transport nur in ein neues Lager führte. Belegen aber die Ermittlungen die Vorwürfe, dann wurde eine Ordungswidrigkeit begangen und der Landwirt muss sich auf finanzielle Konsequenzen einstellen.

Mehr dazu lesen Sie morgen im OVB.

red/cs

Quelle: rosenheim24.de

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