Gute Basis, negative Finanzentwicklung

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Gut voran geht es auf der Baustelle für die Schulerweiterung, derzeit größtes Projekt in Edling.

Edling (wz) - Mit 38 Euro pro Kopf praktisch schuldenfrei ist die Gemeinde Edling. Das ist auch gut, denn die Gewerbesteuer hat sich sehr negativ entwickelt, wie Bürgermeister Schnetzer in der Bürgerversammlung berichtete.

Im gewohnt gut besetzten Krippnerhaus berichtete Mathias Schnetzer über die Entwicklung der Gemeinde und ihre vielfältigen Projekte: 4339 Bürger sind mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Edling gemeldet, 25 Geburten stehen 27 Sterbefälle gegenüber. Die 150 Kindergartenplätze in den beiden Gemeindekindergärten und im Klosterkindergarten sind vollständig ausgebucht, 16 Edlinger Kinder besuchen Kindergärten in Nachbargemeinden, zum Teil auch wegen der dort angebotenen Spezialförderungen. In der Franziska-Lechner-Schule lernen knapp 400 Grund- und Hauptschüler, von denen knapp 300 aus dem Gemeindebereich Edling stammen.

Der Gesamthaushalt in Edling ist auf acht Millionen Euro veranschlagt, von denen rund 4,75 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 3,25 Millionen auf den Vermögenshaushalt entfallen. Die allgemeine Rücklage betrage derzeit 2,5 Millionen Euro. Ein vor einigen Jahren in Anspruch genommener KfW-Kredit beträgt derzeit knapp 160 000 Euro und wird nach Plan abgezahlt. Damit ergibt sich für die Gemeinde Edling wie seit vielen Jahren schon eine äußerst geringe Pro-Kopf-Verschuldung von 38,13 Euro.

Dennoch: Auch in Edling merke man die Auswirkungen der Finanzkrise, führte der Bürgermeister aus. So könne die für 2009 eingeplante Zuführung zum Vermögenshaushalt von knapp 115 000 Euro vermutlich nicht erfolgen, denn es sei zu befürchten, dass sich die Gewerbesteuereinnahmen gegenüber dem Vorjahr halbierten. Dennoch hätte die Gemeinde etliche Baumaßnahmen zu stemmen. Dazu zählen die Erweiterung der Schule und des Feuerwehrhauses, der Bau des Gehweges an der Hochhauser Straße, der Küchenanbau am Sportheim sowie der Neubau des Skaterplatzes mit Geräteausstattung. Zur Finanzierung der Baumaßnahmen müssen die Rücklagen angegriffen werden, eine Kreditaufnahme sei nicht notwendig, so der Bürgermeister.

Die Abriss- und Umbaumaßnahmen an der Schule gingen zügig voran, freute sich Schnetzer, derzeit liege man eine gute Woche vor dem Plan, wobei klar sei, dass das Wetter dies jederzeit ändern können. Bereits abgerissen seien die alte Turnhalle und die beiden Wohnungen; Erdgeschoss und Obergeschoss seien fast fertiggestellt. Es sei insgesamt eine gute Baustelle, die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten würde gut funktionieren und der Schulbetrieb sei kaum eingeschränkt.

Fertig soll das 3,5 Millionen Euro teure Projekts zum Beginn des Schuljahres 2010/2011 sein, die Schule wird dann sechs neue Klassenzimmer, zwei Gruppenräume sowie Mensa und Aula haben. Dann könne man auch beginnen, Ganztagesklassen einzurichten.

Mit viel Eigeninitiative aus den Reihen der Feuerwehr und 15 000 Euro vom Feuerwehrverein wurde der Anbau des Feuerwehrhauses realisiert. Dieser sei nötig geworden, weil ein Fahrzeug nach 25 Jahren ausgetauscht werden musste, berichtete Schnetzer. Das neue Fahrzeug, wesentlich größer als das zu ersetzende, habe in der Halle keinen Platz mehr gefunden. Es sei bestellt und werde 2010 geliefert.

Endlich realisiert habe die Gemeinde auch den Gehweg vom Dorf bis zum Sportheim. In Rahmen dieser Baumaßnahme wurde auch ein lang gehegter Wunsch der Edlinger Jugend umgesetzt: ein Skaterplatz. 30 000 Euro investierten Gemeinde und Förderverein für dieses Projekt, davon 10 000 Euro für Geräte. Auch der Parkplatz der Stockschützen wurde bei dieser Gelegenheit erweitert.

Beim Sportheim wurde Richtung Norden, also zum Kindergarten hin, ein Küchenanbau vorgenommen, dieser sei unabdingbar für den Betrieb des Sportheims gewesen, erklärte der Bürgermeister.

Auch in Hochhaus gingen die Planungen gut voran, berichtete Schnetzer, voraussichtlich im Januar oder Februar könnte die Erschließung beginnen und dann werde es auch die Möglichkeit zur Bewerbung im Rahmen des Einheimischenmodells geben. Elf Grundstücke stehen der Gemeinde dafür derzeit zur Verfügung. Ebenfalls vorwärts kommen soll 2010 der Ausbau der Kanalisation.

Schon im letzten Jahr habe sich Edling mit etlichen Umkreisgemeinden zusammengetan, um einen DSL-Anbieter zu suchen. Doch derzeit sehe er nur Stillstand, so der Bürgermeister. Keine der beteiligten Firmen bringe das Projekt irgendwie voran, die Politik schiebe die Verantwortung den Gemeinden zu, zu deren Grundaufgaben die DSL-Versorgung aber nicht gehöre.

jus/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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