Gute Förderchancen für Mehrgenerationenhaus

Wasserburg - Neue Hoffnung für das Mehrgenerationenhaus in der Burgau: Die Bedingungen für eine Förderung nach 2011 sind jetzt klar. Der Kinderschutzbund rechnet sich gute Chancen aus.

"Ich bin sehr zuversichtlich", sagt Maria Klausner, die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes in Rosenheim, Träger der Wasserburger Einrichtung. Das Bundesfamilienministerium hat jetzt festgelegt, dass die Mehrgenerationenhäuser (MGH) künftig mit 30.000 Euro jährlich vom Bund rechnen können - zumindest die meisten der derzeit bestehenden. 450 Einrichtungen, in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt eine, will das Familienministerium erhalten, im Juli läuft die Bewerbung. Damit haben die Häuser in Rosenheim und Wasserburg gute Chancen, für die wie berichtet ansonsten Ende des Jahres die Förderung wegfiele, die fünf Jahre gewährt wurde - eine von vorneherein befristete Anschub-Finanzierung, wie das Familienministerium auf Nachfrage mitteilt: "Der Bund kann Modellprojekte generell nur in begrenztem zeichlichem Rahmen fördern."

Voraussetzung für den neuen Zuschuss ist allerdings, dass die jeweiligen Kommunen ebenfalls finanziell einsteigen: 10.000 Euro müssen sie beisteuern, um die 40.000 Euro voll zu machen, die bisher komplett aus Bundesmitteln kamen. Und es müssen neue Konzepte vorgelegt werden für die Arbeit, in denen tatsächlich generationenübergreifende Ansätze umgesetzt werden. So soll nun auch das Thema Pflege/Demenz in irgend einer Form in der Arbeit auftauchen.

"Dafür sind wir vom Kinderschutzbund natürlich nicht die Spezialisten", so Maria Klausner. Sie setzt daher für die Zukunft auch auf Kooperationen, im Fall des Pflege-Themas beispielsweise mit der Caritas. Und sie hofft auf noch mehr ehrenamtliche Mitarbeiter, um die ebenfalls geforderten längeren Öffnungszeiten umsetzen zu können.

"Integration und Bildung bleiben in der Burgau unser wichtigstes Thema", so Klausner. Vor allem auf diesem Hintergrund sieht auch die Stadt Wasserburg die Bedeutung des MGH in der Nördlichen Burgau. "Wir werden eine Lösung finden und das Mehrgenerationenhaus nicht im Regen stehen lassen", versichert Bürgermeister Michael Kölbl.

Streng genommen könnte sich die Stadt allerdings zurücklehnen: Schon bisher unterstützt sie die Einrichtung mit rund 10.000 Euro im Jahr durch kostenlose Miete und Reinigung. Das erkennt auch Maria Klausner an, stellt aber klar: "Wir brauchen die 10.000 Euro zusätzlich für die Personalkosten." Dafür werde mit der Stadt ja auch die Angebotsplanung abgestimmt.

An der Finanzierung setzt auch die Kritik der SPD-Bundestagsabgeordneten Angelika Graf an. Weniger Häuser, die schlechter gefördert würden, das sei die falsche Richtung, denn die Mehrgenerationenhäuser seien "eine wichtige Infrastruktur vor Ort geworden." Ganz anders bewertet ihre CSU-Kollegin Daniela Ludwig das neue MGH-Programm. "Damit wird der Erfolg der Mehrgenerationenhäuser auch weiter gewährleistet und auch anerkannt."

Karl Königbauer (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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