Haag soll weiter wachsen

Haag - Haag rechnet fest mit einem weiteren Wachstum. Diese Prognose gab Kämmerer Manfred Mörwald im Gemeinderat ab.

 "Haag wuchs über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich durch die Ausweisung neuer Baugebiete", so Mörwald. Von 1987 bis 2008 ist die Einwohnerzahl von 4740 auf 6382 gestiegen.

In abgeschwächter Form werde der Markt diesen Trend beibehalten, was auch eine Studie belege. Die richtige Weichenstellung für die Aufwärtsentwicklung lag nach dieser Analyse im Erhalt des Krankenhauses, im Ausbau der Realschule, in der Erneuerung der Wasserversorgung und in der Entlastung des Zentrums durch die Umgehungsstraße.

Für die Volksschule gilt der Anstieg nur für die Grundschüler. Drückten 1987 noch 250 Kinder die Schulbank, sank die Zahl 1990 auf 230 ab, stieg dann aber wieder beständig bis 320 im Jahr 2009. Umgekehrt bei den Hauptschülern: Knapp 310 zählte man in Haag noch 1986, bis 1989 sanken die Zahlen, um nach einem Höhepunkt 1994 auf knapp 300 weiter zu fallen auf den heutigen Tiefstand von 170. Der Grund liegt im Wechsel der Haager Kinder auf weiterführende Schulen. Von den 487 Verbandsschülern kommen derzeit 412 aus Haag.

Manfred Mörwald ging nicht von einem weiteren Anstieg der Schülerzahlen aus. Den aktuellen Erhalt der Stärke verdanke man der Einsprengelung der Teilhauptschulklassen aus Rechtmehring und Maitenbeth. Noch gelte: "Während die Hauptschülerzahlen abnehmen, wachsen die Grundschülerzahlen tendenziell an."

So hat der Markt Haag auch als Sachaufwandsträger die Hauptlast der Kosten zu tragen, momentan 84,6 Prozent. Die Schulverbandsumlage beläuft sich auf 769 100 Euro, das bedeutet 1866 Euro pro Schüler. Diese Höhe wird nach aktueller Prognose künftig bleiben. Der Grund liegt in der momentanen Generalsanierung und in den Maßnahmen, die zur Sicherung der Hauptschulform folgen.

Zusätzliche Leistungen hat die Gemeinde Haag nach der Analyse von Mörwald für die Bürger auch mit den öffentlichen Einrichtungen zu erbringen. Für das Freibad kann nach der Renovierung seit dem Jahre 2004 wieder das Personal zur Verfügung gestellt werden. So müssen für die Benutzung der "öffentlichen Einrichtung des Naturfreibades" auch Gebühren gezahlt werden. Aus finanzieller Sicht bleibe die Einrichtung jedoch immer unwirtschaftlich.

Die Sätze für die Grabbelegung wurden 2005 angehoben. Der Kostendeckungsgrad beträgt hier 35 Prozent. Umgestellt wurde die Förderung für die Kindergärten, die sich nicht mehr an Personalkosten, sondern an Betriebskosten orientieren. Den Ausschlag geben "kindbezogene Qualität" und Aufenthaltsdauer. Nachteilig wirkte sich für den voll ausgelasteten Gemeindekindergarten das Senken der Vergütung für behinderte Kinder durch den Bezirk aus. Die Elternbeiträge sollen künftig nicht mehr sozial gestaffelt, sondern denen des katholischen Kindergartens angeglichen werden. Der nicht gedeckte Aufwand belaste dabei die Gemeinde.

Für Wasser und Kanal bedarf es nach den Berechnungen des Kämmerers kostendeckender Gebühren, um "zumindest den Anschaffungswert" zu wirtschaften. So wurden die Beiträge für Wasser 2008 auf 1,39 Euro erhöht und die für Abwasserbeseitigung auf 1,74. Schwer ins Gewicht fiel ein bekanntes Problem, so Mörwald: "Gestiegene Klärschlammbeseitigungskosten ließen den Kostendeckungsgrad der Einrichtung sinken."

xy/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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