Die Haager Hunde sind wieder frei

Haag - Eine ewige Debatte um Leine oder nicht Leine: Vor drei Monaten noch wurde der Leinenzwang beschlossen, jetzt sind die Hunde aus Haag wieder frei.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Die Haager Hunde sind wieder frei

Vor drei Monaten beschloss der Gemeinderat den Leinenzwang für Hunde auf Antrag besorgter Bürger. Nun kam das Thema auf einen gegensätzlichen Antrag hin wieder zur Debatte - und der Leinenzwang wurde gekippt: Die Haager Hunde sind wieder frei.

Quer durch die Fraktionen brachte die angeregte Diskussion Pro und Kontra, sodass Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU) eine Bürgerbefragung vorschlug: "Man ist geteilter Meinung." Er zitierte den abwesenden Dr. Wolfgang Weißmüller (PWG), der die Problematik einer Verordnung verdeutlicht hatte, die auf öffentlichen Wegen gelte, aber auf der Freyung nicht.

Für den neuen Ansatz braucht es nach Bürgermeister Hermann Dumbs eine örtliche und zeitliche Begrenzung des Leinenzwangs. Es lägen entsprechende Urteile vor. Daneben gelte aber auch eine allgemeine Verordnung. So dürften Hunde nicht in Friedhöfen herumstreunen, dürften auch nicht Kinder große Hunde führen.

Einen neuen Vorschlag hatte Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler Haag). An bestimmten Orten wie Spielplätzen oder Grünanlagen sollten Vierbeiner generell an die Leine, "ob brav oder gefährlich". Grundsätzlich solle kein Hund ohne Aufsicht unterwegs sein. Lockerer könne man die Einschränkungen zur Hundegröße nehmen.

Das größte Übel sind nach Alois Eisenauer und Josef Ott (PWG) die "Häufchen". Dagegen solle endlich etwas unternommen werden. Der Hundehalter müsse Verantwortung beweisen. Herbert Zeilinger (CSU) stellte fest, dass sich eigentlich nur einige wenige nicht anständig mit ihren Tieren aufführten. Schwarze Schafe gehörten eben angezeigt. Dann löse sich das Problem.

Fraktionskollege Sigmund Heilmaier wollte gegen die Häufchen ein Zeichen setzen. Eine Anleinepflicht innerhalb der Ortstafeln koste schließlich nichts. Stefan Högenauer (CSU) bestätigte, Familien mit kleinen Kindern wollten Schutz. Das sei der eindeutige Wunsch des ersten Antrages gewesen. Ein entsprechender Beschluss liege vor, also sollen die Vierbeiner zumindest im Zentrum an die Leine.

Dann müsse man aber auch den Meterstab dabei haben, so Konrad Kolbinger (CSU), um zu messen, ob die Verordnung gelte oder nicht. Das alles sei ein Schmarrn. Entweder eine Verordnung für alle oder für keinen. Wie man mit dem Hundekot umgehe, sei bekannt. Manche sammelten ihn in Tüten innerhalb Haags und würden diese dann auf den Wiesen wegwerfen.

Dumbs erzählte, dass sich Bürgermeisterkollege Sebastian Linner aus Rechtmehring beschwert habe, die Haager Hundehalter würden seit Gelten der Hundeverordnung vermehrt seine Wiesen nutzen. Konsequenterweise müsse die Verwaltung mit dem nächsten Bescheid einen Ortsplan mit Anmerkungen verschicken, wo Hunde hinmachen dürften und wo nicht. Kontrollieren könne die Verordnung sowieso niemand. Grabmeyer warnte vor einem "Zurückrudern" des Gemeinderats. Man habe eine gültige Verordnung für Haag. Diese biete bei Übertritten zumindest eine Argumentationshilfe. Die Räte müssten konsequent bleiben. Aus den letzten 20 Jahren nannte Dumbs drei Fälle, in denen die Gemeinde über Maulkorb- oder Leinenverordnung einschreiten habe müssen. Weiß wollte zumindest "gewisse Orte" geschützt und keine Hunde ohne Herrchen wissen. Protest legte Landwirt Josef Burger (PWG) gegen Leinenfreiheit auf Äckern und Wiesen ein: "Wenn, dann überall die Leine!" Schließlich fiel die Entscheidung mit zehn gegen sieben Stimmen, dass künftig keine Verordnung gelte.

xy/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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