Von Hämorriden und viel Alkohol

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Wasserburg - Innerhalb von zwei Monaten kam ein 21-jähriger Auszubildender aus dem Wasserburger Umland gleich zweimal mit dem Gesetz in Konflikt. Beide Male war der angehende Bürokaufmann erheblich angetrunken.

Nach drei Mass Bier hatte er auf seinem Heimweg vom Oktoberfest ein Damenfahrrad entwendet und war damit anschließend mit 1,88 Promille in München unterwegs.

Kaum zwei Monate später fiel der junge Mann mit einem Atemalkohol von fast zwei Promille erneut auf. In einer Münchner Discothek hatte er einen anderen Gast getreten und geschlagen und angedroht, ihm die Kehle durchzuschneiden.

Nun musste sich der 21-Jährige vor dem Amtsgericht Wasserburg wegen Diebstahl in Tatmehrheit mit fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr und vorsätzlicher Körperverletzung in Tatmehrheit mit Bedrohung verantworten. Gleich zu Beginn der Verhandlung räumte der Angeklagte den Radl-Diebstahl in vollem Umfang ein und bedauerte diesen Vorfall.

Die Auseinandersetzung in der Münchner Discothek hatte er jedoch anders in seiner Erinnerung. Zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung habe er an Hämorriden gelitten. Als der Geschädigte im Vorraum der Discothek an ihm vorbei gegangen sei und ihn gerempelt habe, hätten die Hämorriden fürchterlich geschmerzt und im Affekt habe er dem Geschädigten deshalb an das Schienbein getreten. An weitere Übergriffe konnte sich der Angeklagte nicht mehr erinnern, wohl aber noch an seine Drohung. Allerdings habe er niemals vorgehabt, diese auch wahrzumachen, betonte er vor Gericht, zumal er seinen Gegner ja gar nicht gekannt habe.

Der 27-jährige Geschädigte zeigte in seiner Aussage keinen großen Belastungseifer. Selbst erheblich angetrunken, sei er nach dem Angriff wie gelähmt gewesen und habe keinerlei Gegenwehr geleistet. Anhand von Bildern konnte er Hämatome am Schienbein und ein blaues Auge nachweisen. Noch vor dem Eintreffen der Polizei habe ihm der Angeklagte 50 Euro geboten, wenn er die Sache fallen lasse, sagte der Zeuge vor Gericht. Aber darauf habe er sich nicht einlassen wollen.

Unter Tränen entschuldigte sich der Angeklagte im Gerichtssaal beim Geschädigten und entschloss sich zu einem Täter-Opfer-Ausgleich. Da eine Reifeverzögerung nicht auszuschließen war, urteilte das Gericht nach dem Jugendstrafrecht und verurteilte den Angeklagten, nach Absprache mit dem Geschädigten, zu einer Schmerzensgeldzahlung von 300 Euro. Zudem muss er an einem Alkoholkurs für alkoholauffällige Konsumenten teilnehmen und die Kosten dafür und die entstandenen Verfahrenskosten tragen. Der Angeklagte nahm das Urteil an.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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