Ein Haus für die Ganztagsklassen

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Doppelter Landrat und doppelter Bürgermeister: Josef Neiderhell und Michael Kölbl waren so begeistert von ihren Miniaturausgaben, dass sie spontan die Bühne des Förderzentrums stürmten und mit den kleinen Doppelgängern ihre Grußworte zur Einweihung des Josefshauses als Frage-und-Antwort-Spiel hielten.

Wasserburg - Wohin mit der Ganztagesklasse? Das fragten sich im vergangenen Jahr Schulleiterin Monika Puttfarcken und die Lehrer des Sonderpädagogischen Förderzentrums.

Dann zog die Realschule aus, das Josefshaus musste aber dringend saniert werden. Gestern wurde es eingeweiht und bietet im kommenden Schuljahr gleich zwei Ganztagesklassen Platz.

Monika Puttfarcken wollte nicht vom Wechselbad der Gefühle bei Planung, Renovierung und Einrichtung des Josefshauses berichten. Das übernahm später bairisch singend der Lehrerinnenchor. Auch über die Notwendigkeit des Schultyps Förderzentrum und die wachsenden Klassengrößen mochte die Schulleiterin in ihrer Ansprache nicht weiter reden. Denn schließlich sei es ein Tag zum Feiern. Helle, lichte, freundliche Räume seien nach dem Umbau im Josefshaus entstanden. So schön, dass Schülersprecherin Jenny Becker es glatt bedauerte, dass sie im Sommer die Schule verlässt, gar nicht mehr in den Genuss der Räume kommt.

Das Gebäude im Garten des Förderzentrums gehörte schon in der Aera der Englischen Fräulein zur Schule, war aber lange von ausgelagerten Klassen der Realschule belegt. Erst seit diesem Schuljahr, so Monika Puttfarcken, "gehört uns das Gelände ganz allein".

Nur woher der Name komme, das wisse an der Schule niemand. Worauf eine Hand hoch ging. Bürgermeister Michael Kölbl meldete sich: "Ich schon". Drangekommen ist er nicht.

"Wer ist der Wichtigste?" bei der Einweihungsfeier fragte sich und die Gäste dann die dritte Klasse. Immer wieder unterbrochen von Gelächter und Applaus schlugen sie die Schüler, die Lehrer, die Schulleitung, den Hausmeister die Putzfrauen, den Pfarrer, Bürgermeister und Landrat vor.

Die beiden Letztgenannten schmissen daraufhin das Konzept der Feier durcheinander. Josef Neiderhell und Michael Kölbl stürmten gemeinsam die Bühne, schnappten sich ihre Miniaturausgaben und machten gemeinsam weiter im Programm. Kölbl wurde endlich sein Wissen zum Namen des Gebäudes los, "am Landrat Josef Neiderhell liegt es nicht" - der Landkreis ist Sachaufwandsträger und damit Bauherr -, das Haus ist benannt nach Stadtpfarrer Joseph Lechner, der im 19.Jahrhundert dort in sein Amt eingeführt wurde. Mit Neiderhell ging der gelernte Lehrer durch, er fragte die Neuerungen bei den Schülern im Publikum ab und ließ die Drittklässler auf der Bühne die Baukosten schätzen. Am nächsten dran an den 750000 Euro war übrigens der kleine Bürgermeister. Die gleiche Summe wird im Frühjahr noch einmal investiert, "die Mensa wird gebaut", rief eine jugendliche Stimme aus dem Saal.

Zwar ohne Zwischenruf, aber schülergerecht aufgelockert war die ökumenische Segensfeier mit den Pfarrern Dr.Paul Schinagl und Holger Möller, die den Festakt beschloss.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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