Herausforderung zwischen Bäumen

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Das sind die beiden Extreme im Waldseilgarten: Der fest verschraubte Bobbycar in ungefährlicher Höhe und die liegende Leiter in elf Metern Höhe zum Hangeln.

Oberreith - Auf einem Seil von Baum zu Baum balancieren, unter sich elf Meter Luft bis zum Waldboden: Diesen Nervenkitzel kann man ab Pfingsten im neuen Waldseilgarten im Oberreither Wildpark erleben.

Die Bauarbeiten nähern sich ihrem Ende. In den letzten Wochen ging der Aufbau schnell voran, fasste jetzt Wildpark-Geschäftsführer Thomas Mittermair zusammen. Rund 750 Meter Seil habe man zwischen den Bäumen für acht Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden verlegt. Die Höhen schwanken zwischen 1,50 Meter für Kinder ab vier Jahren bis elf Metern Höhe.

Nur auf einem Seil gehen, sich am jeweils anderen festhalten, das wäre mit der Zeit nicht mehr so spannend. Deshalb begegnen einem zwischen den Bäumen insgesamt 60 Herausforderungen. Das kann eine komplette Kletterwand ohne Boden in luftiger Höhe sein oder bewegliche Haltestangen, Seilleitern oder gar waagerechte Sprossen, an denen man sich nur an den Händen ganz hoch oben mehrere Meter entlang hangeln muss, um weiter zu kommen. Unter einem ist dabei nichts weiter als der bloße Waldboden.

Da ist, davon ist Mittermair überzeugt, auch für geübte Kletterer die eine oder andere Herausforderung dabei. Damit das jeder überlebt, sichert ihn ein Seil, und gleich mehrere Trainer schauen auf ihre Schützlinge, damit ja nichts passiert und sich auch niemand übernimmt. Rutscht jemand ab, muss er sich zuerst selbst wieder am Halteseil hochziehen. Gelingt das nicht, starten die Trainer eine kleinere Rettungsaktion. Weniger Geübte sollen aber lieber die leichten Routen nehmen, für die man noch nicht einmal Klettererfahrung braucht.

Rund 350 000 Euro habe man investiert und dafür die "Hochseilgarten Oberreith GmbH & Co KG" gegründet. Sehr aufwändig gestalteten sich beim Bau die Prüfungen durch Sachverständige und TÜV. Jeder Baum wurde mehrmals begutachtet, die Abnahme der gesamten Anlage steht jetzt unmittelbar bevor.

Bei den Geräten wollte man kein Risiko eingehen und hat auf Vormontiertes zurückgegriffen. Mit Stahlseilen und Holzkeilen ist alles so verklemmt, dass es die Bäume nicht beeinträchtigt. "Sonst haben wir ja bald keinen Waldseilgarten mehr", erklärt der Geschäftsführer den Verzicht auf Schrauben und Löcher in den Bäumen.

Jährlich kommt auch in Zukunft der TÜV, kleinere Kontrollen gibt es fast täglich. Etwas abseits entstand für besondere Gruppen ein weiterer Parcours, in dem es auf die Zusammenarbeit in einer Gruppe ankommt. Das drückt sich in gegenseitiger Hilfestellung und Sicherung an Hindernissen aus und wird vor allem Firmen und Vereinen angeboten. Nur durch Zusammenarbeit kommt man da weiter.

Derzeit wird noch an einem Holzhaus als Unterkunft gebaut. Neben Ausrüstungsgegenständen, Sanitärräumen und Toiletten gibt es dort eine Terrasse, von der aus man einen guten Blick in den Waldseilgarten hat und den anderen bei einem Kaffee beim Abmühen zuschauen kann. Zu Pfingsten soll alles fertig sein, die offizielle Einweihungsfeier ist für den 12. Juni vorgesehen.

Für diesen Waldseilgarten ist der Wildpark um rund 20 000 Quadratmeter gewachsen. Bei den Tieren im Park habe es heuer erfreulicherweise viel Nachwuchs gegeben, alleine sechs Schafe und neun Ziegen, freut sich Mittermair. Neu im Angebot sind 40-minütige Kutschenfahrten in die umliegenden Weiler und Dörfer. Gefahren wird jedes Wochenende und feiertags.

kg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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