Herbstfestzeit in Attel

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Wegen verletzter Hand nach einem Sturz musste Schirmherr Frater Emerich Steigerwald (rechts), Provinzial der Barmherzigen Brüder, den Anstich Pater Eduard überlassen. Der machte seine Arbeit zur Freude von Stiftungschef Wolfgang Slatosch, Bürgermeister Michael Kölbl und Landrat Josef Neiderhell (dahiner von links) perfekt.

Wasserburg - Ehe die Musikkapelle aufspielte, prasselte ein kräftiger Regenguss auf das Attler Festzelt. Er war nur kurz, der erste Abend beim Herbstfest für manche Besucher aber lang.

"Fürs Wetter sind andere Instanzen zuständig", meinte der Schirmherr des 37. Attler Herbstfests, Frater Emerich Steigerwald, Provinzial der Barmherzigen Brüder angesichts des Platzregens, der sich ziemlich pünktlich zum Anstich über Attel ergoss. Und so meinten auch manche, dass der Einzug ins Festzelt jedes Jahr kürzer werde. Geregnet hatte es auch im letzten Jahr, aber so geschüttet hatte es wohl noch nie. Die Musiker der Musikkapelle Neubeuern weigerten sich, mit ihren Instrumenten hinauszugehen und so formierte sich der Zug mit Stadträten, Prominenz aus der Politik, Bräu Eugen Münch und Bewohnern der Stiftung im Zelt, um sich nach wenigen Metern um das erste Fass des Festbiers zu versammeln. Den Anstich musste der mit dem Schirmherrn mitgereiste Frater Eduard übernehmen. Der Provinzial musste das Anstechen abgeben, weil er nach einem Sturz diesen Job nicht erledigen konnte. Pater Eduard erledigte ihn professionell, ohne einen Spritzer. Dass er dennoch ein wenig zögerlich zu Werke ging, hat seine Gründe. In den 90er- Jahren war er als Prior der Einrichtung der Barmherzigen Brüder in Algasing auch sechs Jahre in Attel. Und hier hatte er vor zwölf Jahren das letzte Mal ein Fass Bier angestochen. Danach war ein Ersatzhabit notwendig, den andere mitgebracht hatten, weil sie wussten, dass das Fass präpariert war und deshalb ordentlich spritzte.

Gestern war alles in Ordnung, das Festbier, von Eugen Münch eigens für das Attler Herbstfest gebraut, schmeckte allen und dann spielten die Neubeurer Musiker auf. Wolfgang Slatosch begrüßte alle Besucher im vollen Festzelt und Schirmherr Frater Emerich Steigerwald freute sich, dass die Verbindung der Barmherzigen Brüder und der Stiftung Attl über all die Jahre gut und lebendig gebieben ist. Die Barmherzigen Brüder hatten Attl einst gegründet. Später für Attl zuständig war 20 Jahre Provinzial Eustachius Kugler, der 1946 starb und am 4. Oktober in Regensburg seliggesprochen wird. Aus diesem Anlass übernahmen die Barmherzigen Brüder heuer gerne die Schirmherrschaft für das Herbstfest.

Vom Regen verschont blieben die Fußballer, die sich wie jedes Jahr schon am Nachmittag zum "Politischen Fußballturnier" in Attel getroffen hatten. So richtig politisch war es dann nicht, gewonnen haben nämlich die Mitarbeiter der Stadtwerke vor der Mannschaft der Grünen, der CSU und des Bürgerforums. Weil SPD und Block vorher kurzfristig noch absagen mussten, war das Turnier fertig ehe der große Regen kam.

"Unser Herbstfest hat sich ganz schön herumgesprochen", hat Stiftungsvorstand Wolfgang Slatosch festgestellt. Bei einer Tagung im Frühsommer in Fulda habe ihm ein Kollege aus Gelsenkirchen schon angedroht, er käme. Heute und morgen ist er tatsächlich da.

Der Begegnungsnachmittag am heutigen Samstag findet ab 13.30 Uhr auf dem Attler Hof statt, wo dann auch der neue Brotbackofen in das bunte Programm einbezogen wird. Neue Spiele gibt es auch. Wer vorher im Festzelt Mittagessen geht, der wird ab 12 Uhr vom hauseigenen ABM-Orchester unterhalten. Abends sorgen dann die "Isentaler Spitzbuam" für Stimmung.

Beim Festgottesdienst am morgigen Sonntag um 9 Uhr in St.Michael, gehalten von Pater Johannes von den Barmherzigen Brüdern, steht der ehemals auch für die Stiftung Attl zuständige Provinzial Eustachius Kugler im Mittelpunkt. Er wird im Oktober seliggesprochen.

Neben dem Festgelände an der Gärtnerei konzentriert sich ein Großteil des Rahmenprogramms auf den Attler Hof. Dort ist am morgigen Sonntag ab 9 Uhr das traditionelle Oldtimer- und Bulldogtreffen, das wieder gemeinsam mit den Freunden alter Fahrzeuge Rott organisiert wird. Dieses Treffen wird am Nachmittag durch "Ackern wie in alten Zeiten" ergänzt. Robert Hiebl und Freunde zeigen, wie Landwirtschaft früher war.

Im Festzelt sorgen erst die Wasserburger Stadtkapelle und ab 18 Uhr dann "14 Hoibe" für die Musik. Beim Seniorennachmittag am Montag spielen die Vogtareuther und ab 16.30 Uhr heißt es zum Festausklang Schlange stehen beim Kesselfleischessen. vo/syl

Quelle: rosenheim24.de

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