Hochwasser: "Viel Sorglosigkeit"

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Das regt nicht nur die Bürgermeisterin auf: Wild entsorgte Äpfel im Amselgraben machen jede Vorkehrung zum Hochwasserschutz zunichte.

Reichertsheim (WZ) - Die überfluteten Straßen und Keller bei den starken Regenfällen im vergangenen Juli waren wieder Thema in der vorigen Reichertsheimer Gemeinderatssitzung.

Thomas Hofmann vom Gewässerunterhaltungszweckverband beschrieb die aktuelle Lage zur Entsorgung des Oberflächenwassers innerhalb der Gemeinde und schug Verbesserungen vor. Im nächsten Schritt, darauf einigte sich der Rat, sollen dafür die Kosten ermittelt werden.

Zu den größeren Maßnahmen gehört das Erweitern des Kiesfangs beim Amselgraben mit Vergrößern dieses Beckens, dann das Ausbaggern des Weihers im weiteren Oberlauf im Wald. Weiterhin empfahl Hofmann ein Rückhaltebecken für den Küblsbach, um das Regenwasser vom Kloster und vom Kronberg kommend zu puffern.

Versickerung auf eigenem Grundstück

Ein Thema ist auch das Versickern des Regenwassers innerhalb von Ramsau. Weil man hier keinen Regenwasserkanal habe, gebe es das Problem. Bürgermeisterin Annemarie Haslberger kündigte an, das zu prüfen, denn grundsätzlich müsse das Wasser auf dem eigenen Grund versickern. Da müsse man auch zum Kloster und zur Schule schauen.

Leider hätten viele Hausbesitzer bis an die Straße hin gebaut oder versiegelt, so dass Wasser stets auf die Straße laufe. "Da ist viel Sorglosigkeit die letzten Jahre dabei gewesen", meinte die Bürgermeisterin.

Anders sei das in Reichertsheim, dort habe man wegen des Lehmbodens gewusst, dass kaum etwas versickere und einen Regenwasserkanal gebaut. In Ramsau gebe es hingegen kiesigen Untergrund, den das Wasser aber wegen der Bebauung kaum noch erreiche.

Allerdings, so war die einhellige Meinung im Gemeinderat, sei ein Regen wie im vergangenen Juli sehr selten und die Folgen deshalb nie ganz zu vermeiden. Man könne keine Mauer um Ramsau ziehen, meinte die Bürgermeisterin. Eine Verlegung des Baches sei unrealistisch, da sei man schnell bei einem Millionenbetrag.

Mehrere kleine Verbesserungen

Für Riedbach lautete die Empfehlung, einen Weiher auszuräumen und Kanäle zu spülen. In Thambach sollte das Bankett abgefräst und vor dem Ort eine Querungsmöglichkeit für das Wasser auf der Straße eingebaut werden. In Reichertsheim habe man einen defektes Stück Kanal bei Pfaffenberg entdeckt, für den Bereich Lexenberg müsse man noch eine Lösung suchen.

Nun soll die Planung auch mit Zahlen zu den Kosten versehen werden. Eine Bezuschussung durch den Zweckverband sei möglich und wurde in Aussicht gestellt. Eine Lektion habe man daraus gezogen, fasste die Bürgermeisterin zusammen: Man müsse bei künftigen Baugebieten unbedingt auf eine bessere Versickerung des Oberflächenwassers achten.

kg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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