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"Hom da hom": Schiffszug naht

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So wie auf dieser Zeichnung von Hans Waiblinger soll der Schiffszug am kommenden Sonntag aussehen.

Wasserburg - Um 1750 dürfte der letzte Schiffszug auf dem Inn gefahren sein. Am Sonntag, 2. August, aber ist es wieder soweit: Schiffleut' und Rosserer werden zum Bürgerspiel 2009 die Vergangenheit aufleben lassen.

Seit dem Mittelalter war die Innschifffahrt die wichtigste Handelsachse zwischen Tirol und Wien. Wasserburg lag als Umschlagplatz dazwischen. Wein und Früchte aus Italien, Salz und Erze aus den Alpen wurden Innabwärts transportiert. Mit Gütern aus dem Orient voll beladen kehrten die Plätten dann zurück.

Rund zwei Monate soll damals die Fahrt stromaufwärts von Wien nach Hall gedauert haben. Jeweils 30 bis 40 kräftige Männer und ebenso viele schwere Rösser machten sich auf die beschwerliche Reise. Es war eine eigene Welt, mit einer eigenen Sprache, wie die überlieferten Schifferrufe "Hom da hom" und "Hoi" vermuten lassen. Oft standen die Schiffleut' bis zur Brust im reißenden Wasser, schwimmen aber konnten die wenigsten.

Dennoch war die harte Arbeit angesehen und begehrt. Schon allein die Verpflegung konnte sich sehen lassen in einer Zeit, in der der Hunger allgegenwärtig war: Zwei Pfund Brot, ein dreiviertel Kilo Fleisch und sieben Liter Bier erhielt ein jeder der verwegenen Männer pro Tag.

Mit dem Ende des Barockzeitalters kam dann auch für die Innschifffahrt das Aus. Der Transport über Land vom Freihafen Triest aus war billiger und ungefährlicher.

In Wasserburg lebt der Schiffszug nach über 250 Jahren noch einmal auf. Schiffmeister Herbert Rödig hat die Formation mit dem Hauptschiff Hohenau, den Plätten Schwemmer, Nebenbeier, Haberkasten und der Seilzille zusammengestellt.

Das Lagerleben am Gries beginnt mit kulinarischen Schmankerln und altem Handwerk um 11.30 Uhr. Rund ein Dutzend schwere Kaltblüter werden den Zug ab 14 Uhr stromaufwärts ziehen. Die weißen Bürgerspiel-Buttons gelten an diesem Tag.

Wasserburger Zeitung/wj

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