Illegale Wertstoffsammlung nicht gern gesehen

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Als potenziell "gefährlich" gilt Elektroschrott. Er darf nur im Wertstoffhof abgegeben werden.

Wasserburg -"Wir nehmen alles, was Sie nicht brauchen" teilte letzte Woche wieder einmal eine "ungarische Familie" mit, die "eine Sammlung organisiert" - und das nicht ganz legal.

Immer wieder taucht die ungarische "Kleinmaschinenbrigade", wie sie sich im vergangenen Jahr bezeichnete, auch in Wasserburg auf. Mit Handzetteln wird dann meist recht kurzfristig geworben und beschrieben, was alles mitgenommen wird, teils in abenteuerlichem Deutsch. Denn was ein "Gastfreund" im Zusammenhang mit einer "Kaffemaschine" oder einem "Teppich" ist, das erschließt sich auch bei kreativem Nachdenken nicht wirklich.

In erster Linie haben es die Sammler wohl auf Elektrogeräte abgesehen, aber auch Kleidung, "Gestrüp Scnittmeister", "Porzellan Puppe" oder "Schi latte" werden nicht verschmäht.

Das Problem ist nach der Erfahrung der Stadt, dass in der Regel zwar wirklich alles, was an der Straße steht, mitgenommen wird. Leider fänden sich aber dann auch immer wieder die nicht verwertbaren Anteile "irgendwo auf einem Parkplatz oder in der freien Natur", so Abfall-Sachbearbeiter Bernhard Schachner.

Der ist schon einmal der "Brigade" mit der Kamera gefolgt, sehr zum Missmut der Akteure. Denn die bewegen sich eigentlich schon auf der unrechtmäßigen Seite einer gewissen Grauzone: Alles was jemand loswerden will, ist rechtlich gesehen Abfall. Und der muss der zuständigen Gebietskörperschaft, also dem Landkreis oder hier der Stadt Wasserburg, "angedient" werden, wie die Formulierung lautet. Ausnahmen muss das Landratsamt genehmigen, also beispielsweise Sammlungen mit wohltätigem Hintergrund. Gewerbliche Sammlungen sind nicht genehmigungspflichtig, wenn die Wertstoffe "einer ordnungsgemäßen und schadlosen Verwertung zugeführt werden", so die Stadt - was hier kaum nachweisbar sein dürfte, und mangels Name oder Telefonnummer der Sammler auch nicht kontrolliert werden kann.

Besonders problematisch ist der Elektro-Schrott. Der gilt auch aufgrund seiner vielfältigen Zusammensetzung grundsätzlich als gefährlicher Abfall, der auf besondere Weise entsorgt werden muss. Daher wird am Wertstoffhof aus dem Elektro-Container auch nichts wieder herausgegeben.

Die Stadt appelliert daher an die Bürger, sich an diesen Sammlungen nicht zu beteiligen, sondern wiederverwertbare Gegenstände in das Sozialkaufhaus der Diakonie, Abfälle zum städtischen Wertstoffhof zu bringen.

Die "Entsorgung" über die Kleinmaschinenbrigade kann sogar zum teuren Bumerang werden. Gegenstände, die irgenwo aufgefunden werden, gelten als unerlaubte Abfallablagerung. Und für die ist dann der "Spender" verantwortlich und zahlt das Bußgeld, denn der hätte die Dinge gar nicht unkontrolliert herausgeben dürfen.

koe/Wasserburger Anzeiger

Quelle: rosenheim24.de

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