Immer wieder Alkohol und Gewalt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Wasserburg - Seine Emotionen unter Kontrolle zu halten, bereitet einem 49-jährigen derzeit arbeitslosen Schlosser immer wieder Schwierigkeiten. Jetzt musste er sich erneut vor Gericht verantworten.

Bereits mit 16 Jahren wurde der in Kasachstan aufgewachsene Deutsche wegen Körperverletzung zu fünf Jahren Haft verurteilt, bis zu seinem 27. Lebensjahr hatte er bereits zehn Jahre Haft abgebüßt und während dieser Zeit eine Schlosserlehre absolviert.

Laut dem gerichtlichen Gutachter steht die Suchtproblematik bei dem Mann, der schon in frühester Jugend mit Alkohol in Kontakt gekommen war, dabei im Vordergrund. Auch in seiner mittlerweile geschiedenen Ehe war es immer wieder zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen, die ihm im vergangenen Jahr eine erneute zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe und die Unterbringung in einer Therapieeinrichtung eingebracht hatten.

Nun musste sich der Schlosser, der seit dem Jahr 2000 in Deutschland lebt, wieder wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Wasserburg verantworten. Ihm wurde zur Last gelegt, am 21. November des letzten Jahres eine 53-jährige Kasachin geschlagen und ihr dabei mehrere Hämatome im Kopf-, Schulter- und Brustbereich sowie Würgemale am Hals zugefügt zu haben.

Der Angeklagte räumte vor Gericht einen Faustschlag ein, bestritt aber die weiteren Verletzungen, die auf Polizeifotos vor Gericht in Augenschein genommen werden konnten. Vorausgegangen war laut seiner Aussage eine Auseinandersetzung mit der Frau, mit der er ab und zu etwas trinke. Erst im späteren Verlauf der Befragung räumte er eine sexuelle Beziehung mit der Arbeiterin in einer Wäscherei ein.

Am Tatabend hatte das Paar laut Aussage des Angeklagten gemeinsam eine Flasche Wodka geleert. Danach habe ihm die Frau Geld gegeben, um in einer Kneipe Nachschub zu holen. Dabei habe er sich dann etwas verspätet, denn er habe in der Bar noch Bekannte getroffen und zwei Bier getrunken, gab der Mann an. Bei seiner Rückkehr sei die Wohnungstür dann verschlossen gewesen. Erst nach mehrmaligem Läuten hätte ihm die Frau schließlich geöffnet und ihm eine Szene gemacht. Dann habe sie ihn angegriffen und ihn die Treppe hinunter geschubst, sagte der Angeklagte. Mit einem Faustschlag habe er sich verteidigt und dabei ihre Lippe verletzt.

Die Kasachin bestritt vor Gericht das gemeinsame Trinkgelage. Demnach ist der Angeklagte an diesem Abend vor ihrer Wohnung aufgetaucht, die sie von innen versperrt gehabt hatte, um ihm den Zutritt zu verweigern. Denn der 49-Jährige habe zwar zeitweise bei ihr gewohnt, sei jedoch auch immer wieder zu seiner Exfrau zurückgekehrt. Immer wieder sei es auch zu Eifersuchtsszenen von Seiten des Angeklagten gekommen.

Am Tatabend habe er ebenfalls einen anderen Mann in ihrer Wohnung vermutet. Darüber sei es zum Streit und dann zu der handgreiflichen Auseinandersetzung gekommen. Der Angeklagte habe sie mehrmals geschlagen und gewürgt. Bei dem Versuch, sich zu wehren, habe sie ihm Verletzungen im Gesicht zugefügt, räumte die Geschädigte ein, die laut Gericht und Staatsanwaltschaft keinen besonderen Belastungseifer an den Tag gelegt habe.

Nach Abschluss der Beweisaufnahme sahen Gericht und Staatsanwaltschaft den Tatnachweis erbracht. Bei der Strafzumessung wurde der gerichtliche Gutachter gehört, der dem Angeklagten eine Alkoholabhängigkeit in Verbindung mit einer gewissen Eifersuchtsproblematik unterstellte und eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit nicht ausschließen wollte. Zum Tatzeitpunkt habe der Angeklagte rein rechnerisch einen Blutalkoholwert von 1,5 Promille gehabt, eine spätere Blutkontrolle habe noch einen Wert von 1,31 Promille ergeben.

Aufgrund seiner Vorgeschichte sah der Gutachter jedoch eine erhebliche Wiederholungsgefahr, besonders unter Alkoholeinfluss, als gegeben. Daher hielt er eine weitere Unterbringung für sinnvoll. In diesem tagesstrukturierten Rahmen funktioniere es gut und alle bisher durchgeführten Alkoholkontrollen hätten einen Wert von 0,0 Promille ergeben.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten schließlich zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten und ordnete weiterhin die Unterbringung in einer Therapieeinrichtung an.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser