Bauarbeiten: "Indiskutables Verhalten"

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Eine gepflasterte Straße mit Bäumen wie vor 100 Jahren will auf der Burg niemand. Einen nicht genehmigten Asphaltsee und dutzende Poller aber auch nicht. Die Auseinandersetzung zwischen Stadt und staatlichem Bauamt geht weiter.

Wasserburg - "Wollen die da noch schnell Geld verpulvern? Das ist eine Frechheit!", schimpfte Peter Stenger in der jüngsten Stadtratssitzung.

Dass sich alle Fraktionen und die Stadtverwaltung einig sind in ihrem Ärger und selbst der Bürgermeister zu deutlichen Worten greift, das ist so häufig nicht. Im Falle der Bauarbeiten vor dem Gebäude Burg 13 aber ist es so. Dort hat das staatliche Bauamt den alten, brüchigen Asphalt beseitigt und wollte eine neue Teerschicht aufbringen.

Was von Beginn an Unmut erregte. Einen neuen Asphaltsee vor den denkmalgeschützten Burggebäuden wollte niemand. Es stellte sich zudem schnell heraus, dass das Landesamt für Denkmalpflege über das Vorhaben nicht informiert war.

Bei einem Ortstermin am 11.November versicherte der Leiter des Staatlichen Hochbauamtes dem Stadtbaumeister, Manfred Förtsch-Menzel, und dem Baurechtler der Stadtverwaltung, Helmut Schmid, dass die Arbeiten eingestellt würden, das Landesamt für Denkmalpflege werde kontaktiert. Das gab der Stadtbaumeister im Stadtrat bekannt.

Die Arbeiten wurden nicht eingestellt: Am 21.November wurden Poller vor dem Parkplatz an den Straßenrand gesetzt. Er habe mit den Arbeitern gesprochen, so Stenger, und die hätten nichts von einem Baustopp gewusst.

Helmut Schedel sprach angesichts dieses Verhaltens von der "Arroganz der Behörden" und verwies darauf, dass das staatliche Bauamt damit den Anwohnern und Besuchern auf der Burg die letzten Parkplätze nehme. Andreas Aß verwies auf eine schriftliche Anweisung des Freistaats Bayern, dass Flächen in seinem Besitz - um eine solche handelt es sich hier - außerhalb der Geschäftszeiten der Behörden öffentlich genutzt werden können müssen. Andreas Roder wandte ein, dass gerade die Anwohner nicht ganz unschuldig daran seien, dass die Parkfläche nun zugunsten der Mitarbeiter des Vermessungsamtes gesperrt werde. Die Anwohner hätten das durch Dauerparken durchaus auch provoziert.

Ob sie damit die Errichtung einer Schranke provoziert hätten, darüber könne man diskutieren, so Bürgermeister Michael Kölbl. Indiskutabel sei aber, dass eine staatliche Behörde ohne Vorankündigung und Bauantrag eine Fläche an einem denkmalgeschützten Gebäude einfach aufreiße und mit Pollern verschandele.

Bei einem Ortstermin am 5.Dezember mit dem Straßenbauamt wegen des Gehweges entlang der Schmidzeile zur Burg soll auch die Gestaltung des Parkplatzes geklärt werden. Das Hochbauamt hat versprochen, über den Winter dort eine Kiesfläche zu lassen.

syl/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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