Internetfrage erhitzt Gemüter

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Pfaffing - Das Thema Breitband-Internetversorgung bewegt die Pfaffinger nach wie vor sehr. Dies bewies auch der hohe Zuhörerandrang in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Nachdem alle Stühle des Rathauses im Sitzungssaal zusammengetragen und besetzt worden waren, verfolgten noch weitere interessierte Zuhörer die Diskussion stehend vom Flur aus.

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Bürgermeister Lorenz Ostermaier informierte vorab über den aktuellen Stand der Dinge. So bestand die Möglichkeit das südliche Gemeindegebiet um Lehen mit dem Anbieter IP-Fabrik für 170.000 Euro mit einer kabelgebundenen Breitbandlösung zu versorgen. Für diese Maßnahme stand ein Zuschuss von 100.000 Euro zur Verfügung. Die Anbindung des Gewerbegebiets Forsting sowie des Gemeindeteils Springlbach wäre mit der Telekom und einer Investition in Höhe von 114.000 Euro ohne Zuschussmöglichkeiten machbar.

In der vorangegangen Sitzung wurde die Thematik im nicht öffentlichen Teil behandelt, dennoch herrschte Uneinigkeit über die damals getroffene Entscheidung, das Projekt anzugehen.

Die UBG stellte den Antrag, den Ausbau abzulehnen. "Die Ausgaben waren für dieses Jahr nicht eingeplant und liegen für die erbrachte Leistung auch viel zu hoch", begründete Stefan Leykam den Antrag. Man sei sich bewusst, dass ein schneller Internetzugang für die Gemeindemitglieder wichtig sei, allerdings dürfte man in Hinsicht auf die Kosten das Gesamtbild nicht aus den Augen verlieren. "Wir schaffen es gerade so die anstehenden Aufgaben finanziell zu bewältigen", so Leykam und andere wichtige Arbeiten, wie die neue Turnhalle würden ständig aufs neue verschoben. Zudem wurden Zweifel geäußert, ob ein vergleichbar kleines Unternehmen wie die IP-Fabrik in der Lage sei, die gewünschte Leistung zuverlässig zu erbringen.

Einen anderen Standpunkt vertraten die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft Farrach/Rettenbach. "Ich war überrascht, wie sehr das Thema die Bürger bewegt, die Resonanz war gewaltig", so Fred Maier. Für die Bürger in den betroffenen Gebieten gäbe es zurzeit kaum ein wichtigeres Thema. Gerade für Firmen, aber auch für Schüler, sei eine vernünftige Internetanbindung unverzichtbar. Nach Meinung der FWFR sollte der Ausbau sowohl im südlichen Gemeindegebiet als auch in Forsting in Angriff genommen werden. "Ein Gewerbegebiet ohne DSL ist vielleicht nicht sinnlos, aber modern ist es sicherlich nicht mehr, darum sollten wir einmal in den sauren Apfel beißen und das Geld investieren", appellierte Maier.

In der Diskussion waren sich viele Gemeinderatsmitglieder einig, dass man den zugesicherten Zuschuss in Höhe von 100.000 Euro nicht verstreichen lassen sollte. "Es handelt sich hier nicht um Luxus, sondern um die Aufarbeitung eines Defizits", sprach sich Josef Zollner für die Investition aus. Günther Tarantik gab auch zu bedenken, dass eine kabelgebundene Lösung für Forsting die Vermarktung des Gewerbegebietes vorantreiben wird: "Dadurch können die Investitionskosten schnell wieder eingeholt werden."

Für Unmut sorgten in der Diskussion nicht nur die Frage pro oder contra Ausbau, sondern auch die Abläufe nach der Abstimmung zu dem Thema im nicht öffentlichen Teil der vergangenen Gemeinderatssitzung. "Es ist eine Schande, dass die Informationen zu dem Thema sofort aus der nicht-öffentlichen Sitzung nach außen getragen wurde, inklusive der Information welches Ratsmitglied wie abgestimmt hat", fasste Tobias Forstner die Empörung vieler Anwesender zusammen.

Nach langer Diskussion stimmten alle dafür, das Projekt, wie bei der nicht-öffentlichen Sitzung im Dezember beschlossen, voranzubringen.

os/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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