Studie: Internetpräsenz ist ausbaufähig

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Die Studiengruppe präsentierte ihre Ergebnisse: (von links) OVB24-Geschäftsführer Stephan Thurm, die Studenten David Englhardt, Patrick Hey, Andre Czemmel, Klaus Rötzer zusammen mit dem Lehrbeauftragten Ulrich Clef und Prof. Dr. Brigitte Kölzer.

Rosenheim - Wie gut sind die klein- und mittelständischen Unternehmen aus Rosenheim "vernetzt"? Vier Studenten sind dieser Frage nachgegangen. *Neu: Das Projekt als PDF*

Dem statistischen Bundesamt zufolge nutzen in Bayern 75,3 Prozent der Menschen das Internet. Gerade im wirtschaftlichen Sektor wird das digitale Netz immer wichtiger. Doch wie gut sind die klein- und mittelständischen Unternehmen aus Rosenheim "vernetzt"? Vier Studenten sind dieser Frage nachgegangen.

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Die Studie der Hochschule Rosenheim als PDF zum Download

Konzipiert wurde das Projekt von Prof. Dr. Brigitte Kölzer von der Hochschule Rosenheim in Zusammenarbeit mit OVB24-Geschäftsführer Stephan Thurm. Hintergrund war das Ergebnis einer Google-Studie wonach die meisten Deutschen das Internet nutzten, eine Vielzahl der Unternehmen aber noch nicht. "Da haben wir uns gedacht, mittels einer Studie einmal zu überprüfen, wie es bei den kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Rosenheim aussieht", so Kölzer.

Das Projekt vergab sie an vier Studenten unter der Betreuung des Lehrbeauftragten Ulrich Clef. Per Telefon befragten die Studenten 199 Unternehmen aus dem Landkreis Rosenheim, die in den Bereichen Handwerk, Beauty, Ärzte und Handel tätig sind.

Die Studie über die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zeigt einen deutlichen Unterschied bei der Homepagenutzung zwischen Rosenheim und Deutschland.

Das Ergebnis überrascht: 58 Prozent der befragten Unternehmen aus Rosenheim haben eine eigene Homepage. In ganz Deutschland sind es hingegen 66 Prozent. Es besteht also ein deutlicher Handlungsbedarf bei den Firmen in der Region, waren sich die jungen Forscher einig. Die Studenten empfehlen, "die Wichtigkeit einer eigenen Homepage zu verdeutlichen", denn laut der Google-Studie aus dem Jahr 2008 informierten sich neun von zehn Käufer online, bevor sie offline kauften. Bei der Frage nach der eigenen Homepage schnitten die Handwerksbetriebe mit 62 Prozent am besten ab.

Um die Wichtigkeit einer eigenen Internetseite weiß auch Jürgen Ziegler, Geschäftsführer beim Spielwarenladen "Kinderland" in Rosenheim: "Gerade im regionalen Bereich halte ich den Internetauftritt eines Unternehmens für sehr wichtig, da viele Kunden im Netz schauen, wo sie das Produkt in ihrer Umgebung kaufen können." Das "Kinderland" besitzt seit über sechs Jahren eine eigene Homepage. Ziegler ist sich sicher, dass "einige Kunden über die Internetseite auf das Spielwarengeschäft aufmerksam geworden sind".

In der Studie wurde aber nicht nur die Homepagenutzung der Firmen untersucht. Auch die sozialen Medien, wie beispielsweise Facebook, waren ein wichtiger Punkt. Lediglich zwölf Prozent der befragten Unternehmen machen sich diese Möglichkeit zu Nutze, zwei Prozent weniger als in ganz Deutschland. In der Beauty-Branche gaben 28 Prozent der befragten Firmen an, soziale Medien zu nutzen. Spitzenreiter waren dabei die Fitnessstudios mit 50 Prozent.

Das Autohaus Unterberger ist seit Dezember 2011 mit einer eigenen Seite bei Facebook vertreten und hat seitdem nur positive Erfahrungen damit gemacht, erklärt Katrin Kind, Service und Marketing-Assistentin: "Die Leute freuen sich, wenn wir neue Informationen auf Facebook stellen. Das wird gut angenommen. Allerdings konnten wir noch keinen konkreten Kundenzuwachs durch unsere Facebook-Seite feststellen."

Bei der Nutzung von E-Commerce, also dem Verkauf über das Internet, ist der Unterschied zwischen Rosenheim und ganz Deutschland am größten: Drei Prozent der hiesigen Unternehmen betreiben den Handel über das Netz, in Deutschland sind es hingegen bereits elf Prozent. Kölzer ist von diesem Ergebnis nicht überrascht: "E-Commerce ist ein sehr komplexes Thema und für viele kleinere Unternehmen logistisch sehr schwer umsetzbar." Dabei könnten die Unternehmen nach Ansicht der Studenten "neue Kundenpotentiale erschließen und die Kundenzufriedenheit steigern".

Der vierte Analyse-Punkt war die Online-Werbung: 40 Prozent der 199 Rosenheimer Unternehmen gaben an, Online-Werbung zu nutzen. In ganz Deutschland sind es 76 Prozent.

Stephan Thurm nach der Präsentation der Studie: "Die Ergebnisse der Studiengruppe waren für uns sehr aufschlussreich. Es wird klar, dass für viele Rosenheimer Unternehmen noch ein riesiges Potential darin liegt, die Chancen des Internets zu nutzen."

Patrick Steinke

Quelle: rosenheim24.de

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