Wasserburg investiert in seine Geschichte

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Neuer Leiter gesucht: Ab 1.November hat das Heimathaus einen hauptamtlichen Leiter.

Wasserburg (WZ) - Der Leiter des Heimathauses kündigt. Ab 31. Oktober ist somit eine Vollzeitstelle zu vergeben, die eigentlich nur Nebenjob war. Außerdem wird es ein Archiv- und Museumsamt geben.

Wasserburg investiert in seine Geschichte: Der Nachfolger von Ferdinand Steffan, der nach mehr als drei Jahrzehnten als Leiter des städtischen Museums gekündigt hat, wird eine Vollzeitstelle haben. Und die Stadtverwaltung bekommt ein Archiv- und Museumsamt.

2009 hatte Steffan angekündigt, nicht mehr lange als Leiter des Heimathauses zur Verfügung zu stehen. Nun kündigte er offiziell. Seine mehr als 30 Jahre dauernde nebenberufliche Tätigkeit endet am 31.Oktober. Der Nachfolger beziehungsweise die Nachfolgerin wird fest angestellt.

"Auf der Basis, auf der Ferdinand Steffan gearbeitet hat, ist eine Nachfolgeregelung nicht in Sicht", so Bürgermeister Michael Kölbl. Deswegen habe der Stadtrat entschieden, eine neue Stelle in der Stadtverwaltung zu schaffen. Auch, weil der Umbau des Gebäudes in der Herrengasse sowie der Bau eines Depots für die nichtausgestellten Schätze anstehen. Gar nicht zu reden von der Digitalisierung der Bestandskartei. Die permanent weiter wächst, so Steffan, denn in den vergangenen Jahrzehnten sind 8000 bis 9000 Objekte dazugekommen, die noch längst nicht alle inventarisiert sind.

Mit der professionellen Leitung des städtischen Museums geht auf Anregung des Gemeindetages die Schaffung eines Archiv- und Museumsamtes einher. Dieses ist dann für das Stadtarchiv, das städtische Museum und sämtliche anderen Sammlungen der Stadt zuständig. Die Institutionen behielten ihre eigenständigen Leitungen, ein Amtsleiter sei aber nötig, so der Bürgermeister. Dies wird Matthias Haupt, seit zehn Jahren Stadtarchivar.

Der sieht der - zusätzlichen - Aufgabe gelassen entgegen. Einen wesentlichen Mehraufwand sehe er nicht. Schon bisher hätten Steffan und er sich immer wieder besprochen, beide hätten jeweils die andere Einrichtung immer im Blick gehabt.

Eine ausführliche Würdigung der Arbeit Steffans verschob Kölbl bis zu dessen Verabschiedung. Er stellte allerdings fest, dass Steffan erst Struktur in das Heimathaus gebracht habe, das Museum sich auch zu einem Anlaufpunkt für Schüler und Lehrer entwickelte. Gerade da sah auch Steffan seinen Schwerpunkt. Junge Besucher ins Haus zu holen sei ihm wichtig gewesen, so der inzwischen pensionierte Lehrer. Und über Facharbeiten sei inhaltlich gearbeitet worden. Hinzu kam die Lehrerfortbildung.

Die Stelle als Museumsleiter werde möglichst breit ausgeschrieben, so Kölbl, Kunsthistoriker wie Museologen wie Völkerkundler könnten sich bewerben. Zunächst ist die Stelle auf zwei Jahre befristet. Eine Möglichkeit, die Tarifrecht bietet und die den Verantwortlichen in der Stadt laut Kölbl angesichts der Erfahrungen anderer Kommunen in der Region als sinnvoll erschien. Trotz dieser Befristung erwartet Anton Hundmaier, Personalchef der Stadtverwaltung, "Waschkörbe voll" an Bewerbungen. Zumal nach den zwei Jahren, "vorausgesetzt es passt", die Stelle unbefristet weiterläuft. Kölbl fände es zwar wegen des Arbeitsinhaltes gut, stamme Steffans Nachfolger aus der Region, Voraussetzung sei dies aber nicht. Schließlich kam einst auch der Stadtarchivar aus Bremen.

syl (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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