Immer schön: Das bunte Wasserburg

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Irene Kristen-Deliano (Zweite von links) hat auch nach 25 Jahren noch Spaß an den Stadtführungen.

Wasserburg - 825 Stadtführungen wird es heuer voraussichtlich geben. Seit 25 Jahren als Führerin dabei ist Irene Kristen-Deliano. Dafür wurde sie jetzt vom Wirtschaftsförderungsverband geehrt.

Frage: 25 Jahre Stadtführungen: Macht es immer noch Spaß?

Kristen-Deliano: Total! Ich lerne ja persönlich auch bei jeder Führung noch was dazu, vor allem im Umgang mit den Menschen.

Frage: Was fällt denn den "Fremden" an Wasserburg am meisten auf?

Kristen-Deliano: Also wir hören immer wieder, dass die Buntheit der Stadt besonders schön ist. Das sind die farbigen Fassaden genauso wie das Leben auf der Straße, in den Cafés. Positiv hervorgehoben wird auch immer wieder, dass es so viele Geschäfte mit einem Familiennamen davor gibt, anstatt von Ketten wie anderswo. Und dann kommen natürlich die Laubengänge oder im Sommer die musikalischen Samstage gut an.

Frage: Kritisches gibt es aber doch sicher auch, oder?

Kristen-Deliano: Das ist vor allem das Thema Verkehr. Wer von außerhalb kommt, versteht erst einmal nicht, warum im historischen Zentrum noch so viele Autos fahren. Dabei meiden wir die neuralgischen Stellen schon. Und am Samstag wird immer wieder bedauert, dass so viele Läden ab Mittag schon zu haben. Schade finden viele Besucher auch, dass man nicht mehr spontan mit dem Innschiff eine Runde um die Halbinsel fahren kann, sondern nur nach Anmeldung.

Frage: Was hat sich denn in den 25 Jahren geändert bei den Stadtführungen?

Kristen-Deliano: An den Themen und Fragen nicht viel. Und auch, dass wir natürlich versuchen, die Führungen möglichst individuell auf die Interessen der jeweiligen Gruppe abzustimmen, ist eigentlich nicht neu. Am ehesten hat sich bei der Größe der Gruppen was geändert, die sind deutlich kleiner geworden, weil man so Riesengruppen schon akustisch gar nicht mehr erreichen kann - und bei den Führern: Vor 25 Jahren war das eher ein Schüler- und Studenten-Job, heute haben wir doch ein sehr konstantes Team.

Frage: Haben Sie den Eindruck, dass Wasserburg von den Stadtführungen profitiert hat?

Kristen-Deliano: Auf alle Fälle hat die Gastronomie ganz unmittelbar was von den Gruppen. Aber man muss das etwas weiter sehen. Viele sind bei der Führung zum ersten Mal in der Stadt, kommen dann wieder und bringen andere mit. Und natürlich informieren wir auch über unsere Wirtschaft, Meggle und Bauer kommen bei mir jedes Mal vor.

Frage: Was sind denn die schwierigsten Gruppen?

Kristen-Deliano: Am ehesten vielleicht die Lehrer, die gewohnt sind, selbst alles zu wissen. Aber auch die kann man knacken. Wenn nicht, können allerdings eineinhalb Stunden schon lange sein. Auf der anderen Seite ist Wasserburg fast ideal für Klassenführungen. Hier kann man das Mittelalter wirklich kompakt vermitteln.

Frage: Was würden Sie sich noch wünschen?

Kristen-Deliano: Für eine optimale Vermarktung der Region wäre ein fertiges längeres Programm wichtig, also beispielsweise Wasserburg in Kombination mit Rott, Amerang oder Gars. Dann würden die Gäste eine längere Zeit hier verbringen, und wir würden sie nicht so schnell an den Chiemsee verlieren.

koe

Quelle: rosenheim24.de

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