Räume und Zeit für Jugendliche

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Seit einem Jahr leistet alleine der AWO-Bezirk Oberbayern die Jugendarbeit im Jugendbüro Burgau. Wie sich der Landkreis weiter beteiligt ist noch offen. Den Jugendlichen ist es egal, sie kommen gerne und nutzen die Angebote dort. "Der Bedarf in der Burgau ist da", sagt der Leiter des Jugendzentrums Ralph Hölting.

Wasserburg - "Der Jugendtreff hat einen virtuellen Raum dazubekommen": Eine rasante Entwicklung bei den neuen Medien hat der Leiter des Arbeiterwohlfahrt-Jugendtreffs "Innsekt" beobachtet.

"Mit Facebook und Co hat der Jugendtreff quasi einen Raum, einen virtuellen dazubekommen", so Ralph Hölting.

Wie jedes Jahr im Frühling stellte Ralph Hölting im Stadtrat den Jahresbericht über den Jugendtreff und das Jugendbüro Burgau im Familienzentrum vor. Für letzteres ist derzeit noch nicht klar, in wieweit sich der Landkreis weiter am Gemeinschaftsprojekt "Familienzentrum" beteiligen wird. Seit einem Jahr hat der Kreisjugendring die "Mobile Jugendarbeit" eingestellt, das Jugendbüro Burgau wird seither ausschießlich durch den AWO Bezirksverband Oberbayern geleistet. Acht Wochenstunden fehlen, seit der Landkreis ausgestiegen ist, irgendwie ging es die Öffnungszeiten trotzdem zu halten, "die Qualität des Angebots leidet darunter", so Hölting, der auf eine baldige gute Lösung hofft. In die Burgau kommen auch Jugendliche aus Reitmehring oder Edling, etwas mehr Jungs als Mädchen. Und die packen an, wenn es was zu tun gibt, so im letzten Jahre die Renovierung des Jugendbüros, das mit einem gebrauchten Videoprojektor eine "Kino-Ecke" bekam.

Die täglichen Öffnungszeiten außer Montag im Jugendtreff iNNSEKT konnten nochmals um eine Stunde auf 25,5 Stunden in der Woche verlängert werden. Von Dienstag bis Donnerstag ist bis 21 Uhr offen, am Freitag bis 23 Uhr wie auch an den beiden Samstagen im Monat mit Konzerten und Partys. An diesen beiden Tagen kommen im Schnitt 50 bis 70 Jugendliche. Nach wie vor sind es im Sommer etwas weniger Besucher als im Winter, aber die großen Lücken wie früher gebe es nicht mehr. Geboten wird den Jugendlichen ein niederschwelliges Beratungsangebot für ihre altersspezifischen Probleme, es gab wieder den Wettbewerb mit vier Nachwuchsbands, gemeinsam mit der Jugendsozialarbeit der Schule am Klosterweg gab es je ein Angebot für Jungen und Mädchen im Jugendzentrum.

"Das vierte Stadtjugendfest 2011 war ein Highlight", freute sich Ralph Hölting. Das Konzept mit Musik regionaler und überregionaler Bands sowie der Möglichkeit, dass sich die Jugendarbeit in Wasserburg und der Region in vielen Bereichen präsentiert, finde über den Landkreis hinaus Anerkennung und Förderung. Der Bezirksring Oberbayern sponsert das Fest jährlich mit 3000 Euro, Kreisjugendring und Sparkasse helfen, dass die Veranstaltung zu drei Viertel haushaltsunabhängig finanziert werden kann. Auch der Ordnungsdienst, ein eigener mit Erwachsenen und älteren Jugendlichen funktionierte Und: Mit den "Shenaniganz" aus Haag gab mit rund 500 Leuten einen Besucherrekord.

Zum zweiten Mal betreuten im letzten Sommer Jugendliche des iNNSEKTS zwei Wochen Kinder berufstätiger Eltern mit gemeinsamem Essen und Spielen. Dabei hob Hölting hervor, dass die Idee von den Jugendlichen kam und sich hier auch Jungs engagierten, wie sich die jungen Leute überhaupt in unterschiedlichster Form letztes Jahr ehrenamtlich eingesetzt hätten.

"Explodiert" sind die neuen Medien, Facebook und Co. nutzten 95 Prozent der Jugendlichen im Jugendzentrum. "Wir müssen am Ball bleiben, entscheidend ist, dass Jugendliche sich der Gefahren bewusst sind und soziale Netzwerke nicht als regelfreie Räume begreifen, dass sie unterscheiden können zwischen realer und virtueller Welt", so Hölting, für den die neuen Medien aber auch ein weiteres Werkzeug ist, um mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen oder Kontakte auch ortsunabhängig pflegen zu können.

Ganz klar das Fazit: "Trotz strukurellen Veränderungen blieb der Umfang unseres Angebots erhalten, konnte an einigen Stellen sogar ausgebaut werden. Damit kommen wir an den Rand unserer Möglichkeiten", so der Leiter des Jugendtreffs. Sein Ausblick: "Trotz der Veränderungen wollen wir das Angebot aufrecht erhalten und den Jugendlichen Wasserburgs attraktive Räume zur Gestaltung ihrer Freizeit zu bieten".

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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