Jung, dynamisch, engagiert

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Janine Schaarschmidt mit Arbeitskollegen

Rott - Trotz ihrer Behinderung kann sich Janine an ihrem Arbeitsplatz frei bewegen. Die Agentur für Arbeit besuchte die junge Frau während der bundesweiten Aktionswoche.

Die Bundesagentur für Arbeit startete am 05. Dezember 2011 eine bundesweite Aktionswoche der Menschen mit Behinderung. Mitarbeiter der Arbeitsagenturen werben in Gesprächen für mehr Integration im Arbeitsleben. Daher haben sich Franz Hagenauer, Teamleiter berufliche Rehabilitation bei der Agentur für Arbeit (AA) und die Pressesprecherin Katharina Kristen auf den Weg gemacht um eine besonders gut gelungenen Integration anzusehen und mit den Betroffenen zu reden. Janine Schaarschmidt, Rollstuhlfahrerin aus Rott am Inn ist so ein „Fall“. Sie hat einen Arbeitsvertrag bei der Firma FERCHAU Engineering GmbH in der Niederlassung Rosenheim und arbeitet nun Projekt bezogen bei der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH in Traunreut.

Service:

Flyer der Bundesagentur für Arbeit

Eine selbstbewusste junge Dame kommt uns mit ihrem Rollstuhl im Großraumbüro entgegen. Sie empfängt uns mit ihrer zuständigen Fachbereichsleiterin Adriane Grün. Wir werden in einen kleinen Besprechungsraum geführt, an dem – wie selbstverständlich – an der Stirnseite kein Stuhl steht. Es ist der feste Platz von Janine. Gleich zu Beginn des Gesprächs stellt Grün das Wesentliche heraus: „Janine ist eine wertvolle, tolle Kollegin, die sich schnell im Team – insgesamt 26 Personen – eingearbeitet hat. Sie hat einen großen Themenbereich übernommen. Es ist enorm, was sie sich in kürzester Zeit angeeignet hat. Sie kann zuhören und sie macht ihren Job wirklich super!“

Aber der Reihe nach: In der Aktionswoche werden Beispiele vorgestellt, bei denen die Integration und Teilhabe am Arbeitsleben besonders gut funktioniert hat um Ängste und Ressentiments abzubauen. Janine Schaarschmidt ist ein gutes Beispiel dafür. Janine sitzt seit ihrer Kindheit im Rollstuhl. Der Besuch der Realschule Wasserburg war für sie kein Problem, es wurde sogar extra ein Aufzug eingebaut, damit sie auch in die höheren Stockwerke kommen konnte. Nach der Schule gestaltete sich die Berufswahl schwierig. Sie hatte sich selbst schon überlegt, was sie – im Rollstuhl sitzend – überhaupt für Berufe erlernen könnte. Der Berufsberater für berufliche Rehabilitation in der AA Rosenheim empfahl ihr eine Ausbildung zur Bürokauffrau im Berufsbildungswerk Waldwinkel. Das Weggehen von zu Hause viel ihr nicht leicht, aber sie ergriff die Chance. In Waldwinkel sah sie die Gruppe der Technischen Zeichner. Sie wollte unbedingt in diese Richtung reinschnuppern und dies wurde ihr auch ermöglicht. Heute kann Janine sagen, das Berufsbild der Technischen Zeichnerin ist nicht nur ihr Traumberuf, sondern ihre Berufung. Adriane Grün bestätigt es: „Sie hat eine ganz tolle Auffassungsgabe, der Rollstuhl stört in keinster Weise, nicht einmal wenn sie in den Produktionsbereich des Werkes gehen/fahren muss.“

Mit ihrem Abschluss als Technische Zeichnerin hat sich Schaarschmidt bei verschiedenen Firmen beworben. Seit Januar 2011 ist die junge Rotterin bei der Firma FERCHAU angestellt. Oliver Balg von FERCHAU zur Bewerbung: „Wir sind nicht voreingenommen, sondern sehen uns jede Bewerbung an. Bei achtzig Mitarbeitern haben wir vier Schwerbehinderte beschäftigt, darunter auch Janine. Wir haben sie eingeladen, um sie kennen zu lernen. Neben Ihrer guten Ausbildung hat uns ihre frische, gewinnende Art schnell überzeugt. Nun arbeitet sie Projekt bezogen bei einem unserer Partner, nämlich der BSH in Traunreut.“

Adriane Grün von der BSH ergänzt: „Selbstverständlich mussten – vor einer Beschäftigung – einige Dinge geklärt werden, vom Sicherheitscheck über den Umbau der Toiletten bis hin zum Aufzug, dem Zugang zur Kantine und dem eigenen Parkplatz. Jetzt können wir sagen, es ist schön, dass sie da ist. Die soziale Kompetenz des gesamten Teams wurde gestärkt.“ Janine lacht und meint: „Ich fühle mich hier so wohl und voll akzeptiert, ich gehöre zum Team. Wir haben flexible Arbeitszeit und ich bin wirklich froh, dass mir das Reha-Team der AA Rosenheim einen Führerschein, ein Auto und den behindertengerechten Umbau unter Einschaltung des Technischen Beraters der AA ermöglicht hat. Mir macht auch der weite Weg von Rott nach Traunreut nichts aus, für eine interessante Aufgabe und ein so tolles Arbeitsklima mache ich das gerne.“

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser