Käserhofstelle kommt weg

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Bald Vergangenheit: Die Käserhofstelle neben der Kirche.

Albaching - Die Tage der markanten Käserhofstelle mitten in Albaching sind angezählt. Der Gemeinderat beschloss mit Zweidrittelmehrheit den Abriss seines Gebäudes.

Bürgermeister Franz Sanftl hatte vergeblich für einen Erhalt plädiert, das bewahre die Geschichte, die Tradition und man könne diesen zentral gelegenen Ort sehr gut mit Leben füllen. Schon öfter wurde das Thema im Gemeinderat behandelt, mit den Bürgern auch bei Versammlungen. Noch einmal beschrieb Sanftl die Varianten. Abbruch, Sanierung und Neubau sowie kompletter Neubau, jeweils mit Räumen für die Verwaltung, eine Kinderkrippe, Senioren, Vereine, mit oder ohne Kegelbahn und Aufzug. Daraus ergeben sich in der teuersten Variante 3,5 Millionen Euro bei der Sanierung bis zu 1,1 Millionen Euro beim Neubau. "Da ist jedem klar, dass das nicht in einem Zug geht", so der Bürgermeister. Hinzu kämen Betriebskosten für gut 2000 Quadratmeter mit 17500 Euro jährlich. Ideal seien einige Räume auch für Gewerbe, genannt wurden Versicherung, Apotheke, Drogerie oder Zahnarzt.

Würde man das neu bauen, reduziere sich die Fläche um 500 Quadratmeter, lautete eine weitere Variante, der Ausbau erfolge dann nach Bedarf. Zu berücksichtigen seien dabei Zuschüsse vom Amt für ländliche Entwicklung mit bis zu 60 000 Euro oder für die Krippe. Weil der Abriss im Kaufpreis durch die Gemeinde bereits enthalten ist, könnten bis zu 15 000 Euro wieder in die Gemeindekasse zurückfließen.

Allerdings sprach gegen eine Krippe an dieser Stelle die rückläufige Kinderzahl und dass die Einrichtung dann nicht mehr zusammenhängend sei. Günter Ganslmeier vermisste überhaupt einen konkreten Bedarf für die Senioren. Für Vereine seien die Unterhaltskosten zu hoch, fand er, mit einem Neubau könne man die Flächen viel besser planen. Das sah Tobias Langer genauso. Sebastian Heinrich war für einen Totalabriss, "lieber was Gescheites bauen". Auch Helmut Maier stimmte für einen kompletten Abbruch. Denn eine Sanierung sei stets mit Risiko verbunden, meinte er. Schon die Decke über dem Gewölbe würde problematisch. Zudem hätten die Vereine bereits eigene Räume. Und der Kindergarten solle mit der Kindertagesstätte zusammengehalten werden.

Sanierungen seien sein "tägliches Geschäft", antwortete Sanftl, wusste aber, dass er "die Ängste davor nicht ausreden kann". Auch so eine Decke stelle seiner Meinung nach "kein Problem" dar. Johann Zacherl fasste sich kurz: "Wegschieben", denn auch das Gewölbe sei zumindest akustisch problematisch.

Einen Kompromiss konnte sich Josef Pöschl vorstellen: Den Gewölbeteil stehen lassen, alles andere neu bauen. Zweiter Bürgermeister Rudolf Schreyer, ebenfalls wie der Bürgermeister beruflich mit Planungen betraut, favorisierte die Sanierung. Das Gewölbe sollte bleiben, meinte er. Reiße man alles weg, habe man auf längere Sicht eine leere Fläche. Stefan Schwimmer "scheut" auch das Abreißen. Christian Huber wollte "in dem Fall" die Bürger entscheiden lassen, denn "das ist wegweisend für unser Dorf". Jakob Sewald war angesichts der Beteiligung der Bürger an den Versammlungen dazu "eher enttäuscht", wenn auch in der Sitzung elf Besucher die Diskussion verfolgten.

Einig war man sich, zuerst über den Abriss an sich abzustimmen. Daraus ergebe sich der Rest. Wegen Beteiligung enthielt sich Jakob Sewald. Gegen den Erhalt des Gewölbes stimmten acht Gemeinderäte, vier dafür. Genau umgekehrt war es beim Antrag auf Abriss: Acht stimmten dafür.

kg/Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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