Kampf gegen den nächsten Virus

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Landrat Josef Neiderhell (links) und Verbandsvorsitzender Balthasar Biechl (rechts) mit den Züchtern, die eine Ehrung erhielten: Isidor Löw, Konrad Spagl, Gerhard Feckl, Richard Zollner und Max Gilg (von links).

Wasserburg/Zellerreit - Die Blauzungenkrankheit ist im Griff, nun wenden sich die Viehzüchter der Bekämpfung der Mucosal Diseade (MD) zu. Und der Verband kämpft um die Aussiedlung aus der Miesbacher Oberlandhalle.

Beim Züchtertag der Viehzuchtgenossenschaft Wasserburg des Zuchtverbandes Miesbach in Zellerreit konnte Vorsitzender Sebastian Löw, neben einigen Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft, zahlreiche Landwirte begrüßen.

Landrat Josef Neiderhell freute sich in seinem Grußwort Bußgelder wegen Nichteinhaltung der Blauzungenimpfpflicht von den Bauern ferngehalten zu haben und lud den Zuchtverband Miesbach ein, wenn Stadt und Landkreis Miesbach eine Aussiedelung des Verbandes weiterhin erschweren würden, doch in den Landkreis Rosenheim zu kommen. Gesamtverbandsvorsitzender Balthasar Biechl ging in seinem Bericht, neben finanziellen Aspekten, auch auf die bauliche Situation der Oberlandhalle und die Notwendigkeit der Aussiedelung ein.

Sehr positive Informationen vom Kälbermarkt, sowohl was Preis als auch Beschickung anbelangt, konnte der neue Verbandsmitarbeiter Franz Steindlmüller mitteilen. Nach einem Bericht des neuen Zuchtberaters Hans Niedermaier zu "Aktuelles aus der Zucht" wurde es bei der Vorstellung der Aktivitäten des Milcherzeugerringes (LKV) durch Franz Rottmüller ziemlich lebhaft. Neben Fütterungs- und Melkberatung steht für 2010 die große Herausforderung der Bekämpfung der Virusinfektion Mucosal Disease (MD) an. Dafür entwickeln der LKV und der Tiergesundheitsdienst derzeit ein Konzept für Bayern. Die zahlreichen sich daraus ergebenden Fragen versuchten Zuchtleiter Dr.Franz Gasteiger und Amtstierarzt Dr.Michael Helbing gemeinsam zu beantworten. Da das bundesweite Pflichtverfahren aber erst zum 1.Januar 2011 in Kraft tritt, sind noch nicht alle Details geklärt.

So viel steht fest: Beim Einziehen der Ohrmarke während der ersten sieben Lebenstage wird eine Gewebeprobe aus dem Kälberohr ausgestanzt und zur Untersuchung geschickt. Handelbar (außer zur direkten Schlachtung) sind dann nur noch MD-freie Rinder. Die offenen Fragen der Logistik sollen in den nächsten Wochen gelöst werden, die neuen Ohrmarken bis spätestens Mitte dieses Jahres ausgegeben sein. Dr.Helbing ergänzte, dass im bisher freiwilligen Verfahren fast 200 Virämiker gefunden und aus dem Verkehr gezogen werden konnten.

Weiterhin berichtete er über die bis 2009 allgemein verpflichtende Impfung gegen die Blauzungenkrankheit. Diese im Jahr 2006 erstmals in Nordrhein-Westfalen ausgebrochene Tierseuche richtete vor allem in den Jahren 2007 und 2008 große Schäden in Schaf-, Ziegen- und Rinderbeständen an. Deshalb entschloss man sich ab Mitte des Jahres 2008 zur Pflichtimpfung gegen diese Krankheit im gesamten Bundesgebiet. Dadurch konnte ein sehr starker Rückgang erreicht werden. 2007 gab es noch über 20 600 Fälle, 2009 nur noch 142. Dennoch fand sich keine politische Mehrheit für die Fortführung der Impfpflicht. Um die deutschen Exportmöglichkeiten in die benachbarten Länder zu erhalten und die Schafe, Ziegen und Rinder vor dieser Krankheit zu schützen wurde an die Tierhalter appelliert, ihre Bestände freiwillig impfen zu lassen.

Da die Schlachtvieh-EG Miesbach aus dem Zuchtverband heraus entstanden ist, hat sie auch immer ihren Platz bei den Versammlungen. Vorsitzender Georg Westenrieder meldete große Erfolge vom kürzlich sanierten Schlachthof in Traunstein. Die kurzen Wege sind ein Vorteil und es konnten auch zweistellige Zuwächse bei den Schlachtzahlen erreicht werden.

re/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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