Von Kapelle zu Kapelle

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Radeln von Kapelle zu Kapelle (hier in Soyen): Eine Broschüre der Realschule Wasserburg weist den Weg und informiert über die kirchlichen Kleinode.

Wasserburg/Soyen/Edling - Von Kapelle zu Kapelle führen zwei neue Radwege in Soyen und Edling, die Jugendliche der Realschule Wasserburg gemeinsam mit ihren Lehrern entwickelt haben.

Informationsbroschüren stellen die kirchlichen Kleinode an den Strecken vor, die am Wochenende von Einweihungsgästen in beiden Orten erstmals erradelt wurden.

Die Idee kam Gertraud Ganslmeier, Lehrerin der Realschule Wasserburg, als Schüler vor einigen Jahren im Fach "IT" Kapellen der Umgebung zeichneten. Ziel war es, bei der Jugend Interesse für Geschichte und "Spurensuche" in der Heimat zu entwickeln. Gertraud Ganslmeier motivierte ihre Schüler, sich dem Thema Kapellen weiter anzunähern und die Informationen in ein Projekt mit Herausgabe einer Broschüre für Radrundwege "Von Kapelle zu Kapelle" einfließen zu lassen.

Zunächst wurden die Kapellen der beiden Orte, zumeist in Privatbesitz, ausfindig gemacht. Schüler und Lehrer der Klasse 9a kümmerten sich nach dieser Informationsaufnahme im Rahmen einer Projektarbeit um die Ausarbeitung eines Tourenplans. Sie erforschten außerdem die Geschichte der Bauwerke und ihre architektonischen Besonderheiten. "Das war ein Stück zähe Arbeit", berichtet Lehrerin Gertraud Ganslmeier. Die Mühe hat sich nach ihrer Meinung jedoch gelohnt. Schließlich habe nicht nur sie als Lehrkraft es sehr genossen, die manchmal sehr versteckt liegenden, schönen Landschaftsecken rund um Soyen und Edling entdecken zu können, auch die Schüler hätten ihre Heimat von einer anderen Seite erlebt.

Auch Landschaft und Geschichte behandelt

Dies bestätigte auch die junge Kollegin und Mitgestalterin der Broschüre, Esther Ferstl: Beim Radlfahren sei auch ihr manches Mal der Ausspruch entschlüpft: "Mei, is des schee hier!" Nicht nur Kapellen wurden mit freundlicher Unterstützung der Eigentümer aufgenommen, sondern auch Einkehrmöglichkeiten und landschaftliche Höhepunkte. In der Soyener Broschüre ist beispielsweise auch die Geschichte der Burg Königswart nachzulesen.

Finanziert wurde das Projekt durch die "Deutsche Stiftung für Denkmalschutz", bei der sich die Realschule vor einem Jahr erfolgreich beworben hatte, sowie von Firmen, die durch Anzeigen den Druck der 32 Seiten starken Broschüre mit schönen Bildern sponserten. Unterstützung erhielt die Realschule auch von Landschaftsplanerin Sabine Finster. Lehrerin Rosi Hagenrainer bearbeitete das Layout der Broschüre.

Am Wochenende fand nun die Einweihung der Strecken in Soyen und Edling statt. Die Teilnehmer radelten gemeinsam von Kapelle zu Kapelle.

Details vom Kreisheimatpfleger

Sie erfuhren dabei Wissenswertes zu den Kleinoden in Form von kurzen Schülervorträgen. Im "Kircherl" St. Koloman in Schlicht fand außerdem eine Führung von Kreisheimatpfleger Ferdinand Steffan zur Historie des Bauwerkes statt. Steffan begab sich mit seinen Zuhörern auf die Spurensuche und erarbeitete anhand eines lebendigen und humorvollen Beitrages die Geschichte der Kapelle vom Erbauer bis zu den Künstlern. In dem "Kircherl", das 1644 errichtet wurde, befindet sich nach seinen Angaben auch ein Gemälde vom berühmten "Tuch von Turin", das, so schätzte Steffan, als Andenken an eine Wallfahrt nach Turin geschaffen wurde - vielleicht um dem in Sizilien gefallenen Mitglied der Grafenfamilie Töring-Jettenbach, einem Miterbauer des Altars, eine "Seelenrettung" zu geben.

mbe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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