Kapellen-Demo mit Rosenkranz

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Um diese schmucke Kapelle beziehungsweise ihre Innenausstattung geht es in dem Konflikt, in dem ein Rosenkranzgebet Hilfe in größter Not brachte.

Ramerberg - Vielleicht hatte Rupert Schärfl vom Himmel aus seine Hand im Spiel: Mit einer Rosenkranz-"Demonstration" haben Ramerberger Pfarrangehörige jetzt verhindert, dass seine Kapelle ausgeräumt wird.

Weit sichtbar auf einer kleinen Anhöhe in Oberkatzbach steht die beachtliche Kapelle unmittelbar neben dem "Stöger-Hof". Der mittlerweile verstorbenen Altbürgermeister Rupert Schärfl hatte sie vor acht Jahren erbaut. Schärfl, ein ausgewiesener Kunstsammler, hatte auch die Inneneinrichtung mit viel Gespür ausgewählt und die Ausstattung fast zu seinem Lebenswerk gemacht. Geweiht wurde sie dem heiligen Rupert, der heiligen Katharina und dem heiligen Franz Xaver.

Die drei Heiligen haben wohl kräftig zusammengeholfen, um den beliebten Anlaufpunkt für Ramerberger Pfarrangehörige zu erhalten. Denn die Pfarrangehörigen konnten durch eine friedliche Demonstration am vergangenen Samstag verhindern, dass die Einrichtung aus der Kapelle geräumt wird.

Denn das war für 8 Uhr angekündigt. Heidi Riedl, die Vorsitzende der Ramerberger Frauengemeinschaft, hatte erfahren, dass das Kirchengebäude komplett entkernt und die gesamte Innenausstattung samt Altar, Heiligenfiguren und Bilder sowie alle Sakralgegenstände und die Kirchenbänke abtransportiert werden sollten. Darauf lud sie spontan zu einem Rosenkranzgebet in die Kapelle ein. Im Gespräch der Demonstranten mit den Erben wurde schließlich vereinbart, dass vorläufig von diesem Vorhaben Abstand genommen wird.

Hintergrund sind Auseinandersetzungen um den Nachlass des ehemaligen Ramerberger Bürgermeisters, der selbst kinderlos war. Der "Bertl" hatte schon früher seinen Hof an eine adoptierte Tochter überschrieben. Sein Vermögen hatte er überwiegend der Pfarrei Ramerberg vermacht, mit den Kunstgegenständen seine Schwester bedacht. Die ist inzwischen ebenfalls verstorben, Erbfolger wurden drei Neffen. Die holten nun am Samstag ihr Erbe aus dem Hof und wollten entsprechend auch die Kapelle ausräumen. Pikanterweise ist darunter ein Pater, der die Kapelle auch geweiht hat. Der legte am Samstag aber nicht selbst Hand an, weil er derzeit in Rom weilt. Dem Vernehmen nach gibt es Unstimmigkeiten zwischen der Hoferbin und den drei Neffen in Bezug auf die Verwaltung der Kapelle.

Wie es mit dem Gotteshaus weitergeht, ist noch unklar. Die Ramerberger Frauengemeinschaft versprach aber, sich für eine friedliche und alle Seiten zufriedenstellende Lösung einzusetzen. Falls notwendig, werden wohl noch mehrere Rosenkränze gebetet.

Johann Penzkofer und Karl Königbauer (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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