Kennzeichenfrage klar beantwortet

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Nicht nur Ältere sind stolz auf ihr WS-Kennzeichen wie hier Georg Egger und seine Frau aus Rott mit ihrem alten Mercedes, sondern gerade auch die Jüngeren würden gerne wieder zeigen, wo sie her sind.

Wasserburg/Bad Aibling - Vor allem die Jüngeren wollen wieder eigene WS-Kennzeichen. Das ist das wohl Überraschendste am Ergebnis einer Umfrage, das jetzt vorgelegt wurde.

Demnach ist die Identifikation mit der eigenen Stadt sehr hoch.

WS für Wasserburg und AIB für Bad Aibling: Bis zur Landkreisreform 1972 waren dies die Autokennzeichen für die jeweiligen Landkreise. Solche alten regionalen Kennzeichen wieder einzuführen ist das Ziel der "Heilbronner Initiative", die von der Hochschule Heilbronn wissenschaftlich begleitet wird.

Unter Leitung von Professor Dr. Ralf Bochert wurde auch in Wasserburg danach gefragt, ob sich die Betroffenen das alte Kennzeichen wieder wünschen. Das Ergebnis war hier wie in ganz Bayern eindeutig: 76,2 Prozent der in Wasserburg Befragten wünschten sich ein WS auf ihrem Auto. Das liegt noch gut fünf Prozentpunkte über dem Ergebnis, das sich in Bayern im Schnitt von 20 Städten ergab, die für solche früheren Kennzeichen in Frage kämen.

Dabei ist generell auffällig, dass vor allem die jüngste Gruppe, die 16- bis 30-Jährigen, besonders an "ihrer" Stadt hängen. Denn anders kann der starke Wunsch nach dem früheren Kennzeichen, das diese Altersgruppe gar nicht mehr erlebt hat, nicht interpretiert werden. In Wasserburg waren 87 Prozent für die Wiedereinführung, bayernweit lagen die "Jungen" mit 80 Prozent ebenfalls klar über dem allgemeinen Durchschnitt.

Die Identifikation mit dem Wohnort Wasserburg sinkt laut dieser Umfrage leicht ab bis 45 Jahre (70 Prozent), dann steigt sie wieder auf 75 Prozent. Das entspricht in etwa auch dem Bayern-Trend.

Übrigens hatten in Wasserburg auch die Befragten, die nicht in der Stadt, sondern im Umland wohnen, große Sympathie für WS: Fast 80 Prozent waren für, nur 4,7 Prozent gegen die Wiedereinführung.

Dass sich Männer wohl stärker für ihr Autokennzeichen interessieren als Frauen, zeigt sich in einem deutlichen Geschlechtsunterschied. Männer waren zu 82,4 Prozent für, zu 10,3 Prozent gegen das "WS", 7,4 Prozent war das egal. Bei den Frauen interessierten sich 18,9 Prozent nicht für die Kennzeichen-Frage, 74,7 Prozent waren für und 6,3 Prozent gegen die Initiative.

Dem Team um Professor Bochert geht es grundsätzlich um eine Marketingstrategie. Die Tourismusexperten sind überzeugt, dass ein eigenes Kennzeichen ein "effektives kostenloses Marketinginstrument" für die Stadt ist. Voraussetzung ist allerdings, dass dies die Bürger auch annehmen würden. Und das ist nach dem Ergebnis in Bayern, besonders aber in Wasserburg, für Dr. Bochert klar: "Im gesamten Umfeld des Projektes lässt sich in Wasserburg eine auffallende Sympathie für die Marketingidee ausmachen, die auch in die Region wirkt. Offensichtlich ist die Stadt etwas Besonderes, was mit dem Symbol assoziiert wird", so sein Resümee.

Nachdem im Landkreis auch Bad Aibling, wo es jedoch keine Befragung der Bürger gab, an einer Wiedereinführung des alten Autokennzeichens interessiert ist, sieht Bochert gute Chancen, dies politisch durchsetzen zu können.

Ob die alten Kennzeichen wirklich wieder kommen, ist Sache der Länder. Zwei davon haben bereits auf den offensichtlichen Bürgerwillen reagiert. In Mecklenburg-Vorpommern wurde fünf Landkreisen ein Doppel-Kennzeichen zugesagt. Und ganz aktuell hat auch Hessen ein altes Kennzeichen wieder genehmigt: "WZ" für Wetzlar könnte bald wieder auf den Straßen auftauche

koe/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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