Klimaschutz wird konkreter

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Die Energieeinsparung beispielsweise durch energieeffiziente Bauweise - hier das Baugebiet am Ziegler - ist entscheidend beim Klimaschutz.

Wasserburg - 80 Prozent weniger CO2 bis 2050: Für dieses Ziel der Stadt im Rahmen des "Energiedialogs" gibt es nun ein umfassendes Konzept. Dabei ist die Energieeinsparung zentral.

Angesichts der aktuellen Atomstrom-Diskussion rückt der Klimaschutz möglicherweise etwas in den Hintergrund. Nicht so in Wasserburg: Im Umweltausschuss wurde jetzt das "Integrierte Klimaschutzkonzept" der Stadt vorgelegt, erarbeitet von "Projekt21plus", einer Fachfirma für Ökologie.

Auf 83 Seiten werden die Ergebnisse des bisherigen Energiedialog-Prozesses zusammengefasst und Handlungsvorschläge für das weitere Vorgehen gemacht, die der Ausschuss erst einmal nur zur Kenntnis nahm.

Als Grundlage war beispielsweise der Energieverbrauch in Wasserburg untersucht worden. Klar sei, dass der Energieeinsparung oberste Priorität zukomme, so Hiltrud Meier-Staude, die Geschäftsführerin von "Projekt12 plus": 50 Prozent der CO2-Einsparung müssten daraus resultieren, der Rest durch den Umstieg auf regenerative Energiequellen.

Man habe zwar schon viel geschafft im Energiedialog in Wasserburg, so Meier-Staude, "aber es ist noch nicht viel zu sehen". Das soll sich jetzt Schritt um Schritt verändern, wenn die Handlungsempfehlungen in den entsprechenden Arbeitskreisen, bei der Stadtverwaltung und den Stadtwerken konkret angegangen werden.

So sollen die Stadtwerke beispielsweise den Einsatz von "intelligenten" Stromzählern vorantreiben, über die auch der Stromverbrauch beeinflusst werden kann. Außerdem wird das Thema Straßenbeleuchtung angegangen - im Ausschuss ergänzt um die Frage der Beleuchtung von Wahrzeichen.

Der Stadtverwaltung wird dringend ans Herz gelegt, ein eigenes Förderprogramm für Energiesparmaßnahmen aufzulegen, etwa für den hydraulischen Abgleich von Heizungen oder Dämmmaßnahmen. Auf diesem Weg erhalte die Stadt auch Informationen über solche Verbesserungen im Sinne des Klimaschutzes, so Hiltrud Meier-Staude. Bei Bebauungsplänen soll verstärkt auf die solartaugliche Ausrichtung der Gebäude geachtet werden.

Für die Energiegewinnung wird unter anderem angeregt, eine Biogasanlage für den "biogenen Abfall" ins Auge zu fassen. Der könnte beispielsweise bei der Kläranlage vergärt werden. Bisher landet dieser Abfall in Wasserburg entweder auf dem Kompost oder in der Restmülltonne, nur ganz wenig davon am Wertstoffhof. Dies müsse nach EU-Betrebungen sowieso geändert werden, so die Information.

Einer der schwierigen Bereiche in Wasserburg ist das produzierende Gewerbe. Die Stadt hat verhältnismäßig viel davon mit entsprechendem Energieverbrauch. Dies sei unter klimapolitischen Gesichtspunkten einerseits ein Problem, so Bürgermeister Michael Kölbl, denn man könne bei den Firmen das Energiesparen nur beschränkt beeinflussen. Andererseits sei dies aber auch ein enormes Potenzial für Verbesserungen im Sinne des Klimaschutzes. Einen großen Vorteil für Wasserburg sah Kölbl in den Stadtwerken. Über sie könne klimafreundliches Handeln sehr direkt mitgestaltet werden.

Das gesamte "Integrierte Klimaschutzkonzept" wird im Internet veröffentlicht unter www.energiedialog-wasserburg.de.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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