Kölbl: "Die Gaudi landet vor dem Verwaltungsgericht"

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Wasserburg - Behörden und Nachbarn sind verärgert: Stein des Anstoßes ist ein nicht genehmigter Anbau mit Aufstockung im unteren Burgerfeld.

Verärgerte Nachbarn, verärgerte Behörden, verärgerte Stadträte und ein Bauherr, der tut was er mag - "ich bin überzeugt, dass die Gaudi vor dem Verwaltungsgericht landet", so Bürgermeister Michael Kölbl trocken in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Stein des Anstoßes ist das Bauvorhaben von Abdullah Y. im unteren Burgerfeld, mit dem sich der Bauausschuss schon Anfang Juli beschäftigte. Beantragt war ein 20 Quadratmeter großer Anbau im Erdgeschoss sowie die Aufstockung des Dachgeschosses.

Da letztere aber mindestens 90 Zentimeter höher ausfiel als genehmigt, die Anzahl der Wohnungen aus den Unterlagen nicht ersichtlich und damit die Zahl der Stellplätze nicht zu ermitteln ist, hatte der Bauausschuss den Antrag auf den Anbau abgelehnt. Letztendlich ist aber das Landratsamt die baugenehmigende Behörde. Und das verfügte zwar einen Baustopp am Dachgeschoss und Anbau und kündigte eine Abrissverfügung für das Dachgeschoss an, hält aber den ebenerdigen Anbau für genehmigungsfähig.

"Ich habe den Eindruck, dass der Bauherr uns an der Nase herumführt", meinte Peter Stenger (SPD) und erntete von den vielen Nachbarn auf den Zuhörerplätzen Kopfnicken. Was die Mitglieder des Bauausschusses besonders störte, waren die im ersten Stock und im Dachgeschoss über dem erdgeschossigen Anbau eingebauten Türen, die ins Leere führen. Laut eines Schreibens der Nachbarschaft hat der Bauherr allerdings kundgetan, er wolle einen mehrgeschossigen Wintergarten errichten, um möglichst viel Mietraum zur Verfügung zu haben.

Versuche zu Schwarzbauten habe es immer gegeben, so Otto Zwiefelhofer (CSU), "wir müssen aber sehen, dass wir das verhindern, das Vertrauen ins Baurecht erhalten." Deswegen sprach sich der Bauausschuss auch nicht uneingeschränkt für den erdgeschossigen Anbau aus.

Man sehe die Aufstockung und den Anbau immer noch als einheitliches Bauvorhaben, stimme dem erdgeschossigen Anbau deswegen nur unter der Bedingung zu, dass das Dachgeschoss zurückgebaut wird und dass Y. gegenüber dem Landratsamt die künftige Zahl der Wohnungen klarstelle. Wobei nach Auffassung von Verwaltung und Auschuss maximal zwei Wohnungen denkbar sind, auch wegen der nachzuweisenden Stellplätze, sich der Ausschuss mit der Verwaltung aber einig war in dem Verdacht, dass Y. drei Wohnungen in dem Haus unterbringen wolle.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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