Schwacher Fang und Kormoran-Ärger

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Drei Ehrungen: Die Königskette für Michael Liebold (rechts), die Prinzenehre für Stefan Wagner (links) und eine Silbernadel für Franz Göpfert.

Wasserburg - Dass die Fische bei Regen besser beißen, erwies sich beim Königsfischen des Kreisfischerei-Verbandes Wasserburg als Gerücht.

Lediglich 34 Fische konnten in diesem Jahr erbeutet werden. Bei der Feier war natürlich auch der Kormoran Thema.

198 Fischer aus elf Vereinen wollten diesmal König werden, mit der Staudhamer Kiesgrube stand sogar ein neuer Fischgrund zur Verfügung. Fischerkönig wurde schließlich Michael Liebold aus Schnaitsee, der gleich zwei Hechte erbeutete. Der Fisch, der ihm den Sieg einbrachte, wog 2015 Gramm, der andere 1155 Gramm, wie im vergangenen Jahr kam er aus dem Katzbach. Mit diesem Fang wurde er zwar Fischerkönig, da hier nur der schwerste gefangene Raubfisch zählt, bei den Preisträgern rangierte er damit aber nur auf Platz vier.

Die Ehre des erfolgreichsten Jungfischers wurde Stefan Wagner aus Pfaffing zuteil, der einen 9000 Gramm schweren Spiegelkarpfen aus der Adler-Kiesgrube zog. Damit wurde der neue Fischerprinz zugleich auch Erster des Preisfischens. Zweiter Preisträger wurde Gerhard Dona, der vier Brachsen, die zusammen 8255 Gramm wogen, erbeutete. Den dritten Preis erfischte sich Sebastian Ganslmeier mit einem fast sieben Kilogramm schweren Karpfen.

Wie jedes Jahr fand die Preisverleihung beim Wirt in Kerschdorf statt. Dort gratulierte Vorstand Franz Göpfert dem König und dem Prinzen. Diese bekamen jeweils von ihren Vorgängern die Ketten umgehängt.

Wieder einmal zu Gast war Verbandspräsident Alfons Blank, der Franz Göpfert für seine langjährige Arbeit als Vorstand dankte und ihm die Ehrennadel in Silber überreichte. Zuvor war Blank in seiner Rede kopfschüttelnd auf den jüngst gekürten Vogel des Jahres eingegangen, den Kormoran. Er bezeichnete diese Wahl, die vom Bund für Umwelt- und Naturschutz und vom Landesbund für Vogelschutz vorgenommen wird, als "Retourkutsche" für die Bejagung der Vögel.

In Europa gebe es über zwei Millionen Kormorane, dieser sei damit wohl kaum vom Aussterben bedroht. Er versprach, bald mit einigen Landtagsabgeordneten Gespräche zu führen, denn "das könne man so nicht stehen lassen". Mit der Verordnung, dass der Kormoran bejagt werden dürfe, habe man viel erreicht, Probleme mache nur noch die Prioritätenliste der Gewässer, an denen die Jagd uneingeschränkt möglich sei. Zwar gehörten Inn und Isar dazu, aber eigentlich wolle man alle Gewässer erster und zweiter Ordnung darin aufgelistet haben. Dazu seien weitere Gespräche nötig.

Für die Jungfischer gab es nach der Preisverleihung noch ein Schätzspiel, bei dem es eine Jahreskarte und Box mit Inhalt zu gewinnen gab. Sabina Sinzinger und Martin Baumann schätzten am besten. Unter den Teilnehmern am Königsfischen wurden ebenfalls zwei Preise verlost. Eine Woche Fischer-Urlaub in der vereinseigenen Hütte am Friedlsee gewann Georg Kaserer, eine Jahreskarte ging an Max Reiner.

br/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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