Kein neues Tierheim in Kolbermoor

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Wo finden die Tiere des Rosenheimer Tierheims eine neue Heimat?

Rosenheim/Kolbermoor – Jahrelang wurde ein Standort für ein neues Tierheim im Landkreis Rosenheim gesucht. Die Pläne für ein neues Gebäude in Kolbermoor werden nun wahrscheinlich über den Haufen geworfen.

Tierschutzverein-Vorsitzende Barbara Angermaier

„Katastrophal“ - mit einem Wort beantwortet Tierschutzverein-Vorsitzende Barbara Angermaier die Frage nach dem aktuellen Stand bei der Suche nach einem neuen Tierheim-Standort. Anfang 2012 kam Hoffnung bei den Tierschützern auf: Ein Grundstück des Landkreises südlich von Pullach und nahe dem Autobahnzubringer Bad Aibling wurde für den dringend nötigen Neubau gefunden.

Stadträtin Else Huber, Grüne Liste Kolbermoor

„Das wäre eine ideale Stelle, der nächste Anrainer ist fast einen Kilometer entfernt“, erklärt Barbara Angermaier im Gespräch mit rosenheim24. Bald aber regte sich Widerstand bei Nachbarn und den Stadträten der Grünen Liste Kolbermoor. „Ich verstehe den hohen Druck des Tierschutzvereins, aber neben dem Grundstück liegt ein wertvolles Landschaftsschutzgebiet, das geschützt werden muss“, erklärt Stadträtin Else Huber. Neben bedrohten Wiesenbrütern spräche auch die benötigte Infrastruktur gegen das Projekt. „Damit öffnet man Tür und Tor für ein Gewerbegebiet“, so Huber. Die grünen Stadträte haben sich mit ihren Bedenken an die Regierung von Oberbayern gewandt.

Keine Erschließung, kein Tierheim

Auch ein Nachbar steht den Neubauplänen laut Barbara Angermaier im Weg. Der Weg zum Grundstück braucht Haltebuchten, der Eigentümer des Grundstückes durch das der Weg führt sei nicht zum Tausch und Kauf der benötigten Fläche bereit. „Es liegt der Gemeinde kein Bauantrag vor, ohne geregelte Erschließung hat es auch keinen Sinn“, erklärt der Kolbermoorer Bürgermeister Peter Kloo auf Anfrage von rosenheim24. Der Bürgermeister berichtet von Sorgen benachbarter Landwirte, aber „mit sorgfältiger Planung und Aufklärung wären wir sicher weitergekommen“. Ohne die ausgebaute Zufahrt zum Grundstück müssen die Planungen abgebrochen werden. „Aus dem Standort in Pullach wird aus heutiger Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts“, bestätigt Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes Rosenheim.

Suche geht weiter

Die Suche nach einem neuen Grundstück wird wohl weitergehen müssen. „Die Wartezeit bricht uns das Kreuz“, meint die Tierschutzverein-Vorsitzende. Das alte Tierheim verursache hohe Betriebskosten, ständig seien Reparaturen notwendig und die schlechte Isolierung führe jeden Winter zu horrenden Heizkosten. „Dazu kommt, dass nur die Hälfte der Gemeinden in unserem Gebiet ihre Fundtierkosten tragen, wir müssen so jedes Jahr 50.000 bis 60.000 Euro mehr abdecken“, berichtet Angermaier. Wer die Kosten für Fundtiere tragen soll, ist oft umstritten.

Wo das neue Tierheim nun hinkommen könnte, steht in den Sternen. Der Stadt Rosenheim fehlt der Platz und verweist auf die hohe Bevölkerungsdichte. Eine andere (Not-)Lösung, die sich der Tierschutzverein vorstellen könnte, wäre ein sukzessiver Neubau des bestehenden Gebäudes am Gangsteig. Eine Variante über die sich die Nachbarn nicht freuen dürften. Oder die Suche im Landkreis geht wieder von Vorne los.

red/cs

Quelle: rosenheim24.de

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