Rosenheim: Ein Rückblick auf das Jahr

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Während des Ausbaus der Hubertusstraße quälte sich der Verkehr durch die Stadtmitte. Dies führte wieder einmal deutlich das Fehlen einer Umgehungsstraße vor Augen.

Rosenheim - Kolikeime und dann Chlor im Trinkwasser, hohe Ausgaben für jede Menge Krippenplätze und Gerangel um den Happinger See, das waren nur einige Themen 2011.

Januar: Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats beschließt den Neubau einer Kinderkrippe auf der Flötzingerwiese an der Gaborhalle, nur einer von vielen Neubauten für insgesamt 14 Millionen Euro, damit die Stadt der Verpflichtung nachkommen kann, bis zum Jahr 2013 genügend Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren rechtlich gesichert anzubieten.

Februar: Wieviele Entwürfe es für die Bebauung der sogenannten BayWa-Wiese an der Panoramakreuzung seit 1977 schon gegeben hat, verliert sich im Dunkel der Geschichte.Im Februar 2011 jedenfalls kommt ein neuer Vorschlag, der Büros, ein Hotel, einen Lebensmitteldiscounter, einen Drogeriemarkt und kleinere Geschäfte vorsieht. Für das Bahnhofsareal legt die Stadt Vorschläge für eine Rahmenplanung vor. Stichworte für die Nutzung sind, Handel, Tourismus, Bildung, Forschung, Technologie und Gewerbe.

März: In der Hubertusstraße beginnen die Arbeiten für den Straßenausbau. Der Schwerlastverkehr wird bis Dezember auf der "echten B 15" die Stadt durchqueren. Der Rosenheimer Citylauf fällt nach 25 Jahren erstmals aus. Grund: Der Hauptsponsor hat sich zurückgezogen, und es gibt Terminprobleme. In der Johann-Rieder-Realschule herrscht größte Raumnot. Statt mit 600 ist das Gebäude mit 970 Schülern belegt.

Verkehrslage an der Hubertusstraße

Der Ausbau an der Hubertusstraße

Mit einer Hochhausplanung überraschten die Investoren auf dem Capitol-Grundstück. Derzeit liegt die Planung auf Eis.

April: Die Investoren, die auf dem Capitol-Grundstück an der Prinzegentenstraße bauen wollen, legen den Plan für ein zehnstöckiges Turmgebäude vor. Ob sich dies einfügt, darüber gehen die Ansichten auseinander. Die GRWS nimmt Abschied von ihrer Planung eines Mehrgenerationenhauses am Tulpenweg. Nach verschiedenen Änderungender Planungen, die der Stadtrat verlangte, erscheint das Projekt nicht mehr wirtschaftlich. Die Stadt legt einen Maßnahmekatalog vor, um die Anlieger des Herbstfestes vor Auswüchsen zu schützen. Es gibt unter anderem mehr Toiletten, längere Einsatzzeiten der Verkehrsüberwacher. Es ist der Stadt gelungen, auch den Rest des Bahngeländes zu kaufen und somit die über die Nutzung des 60000 Quadratmetern großen Areals zu bestimmen. Dafür verschuldet sie sich um zusätzlich 3,4 Millionen Euro. Die Firma FuG, einer der 30 besten Gewerbesteuerzahler in der Stadt, darf im Landschaftsschutzgebiet Inntal Nord nicht neu bauen und geht nach Schechen.

Alterndes Capitol-Kino und "Hochhaus-Grundstück"

Mai: Der Förderverein Städtepartnerschaft kann der Partnerschaft Ichikawa nach der Erbebenkatastrophe und dem Tsunami vom März 17000 Euro überweisen. Schuldnerberater der Diakonie berichten, dass die Überschuldung der privaten Haushalte zunimmt.

Juni: Mit einer knappen Mehrheit von 6:5 stimmt der Stadtentwicklungs und Baugenehmigungsausschuss für das städtebauliche Entwicklunskonzept zur Neubebauung des Capitol-Geländes, also für einen 34 Meter hohen Baukörper mit zehn Stockwerken. Auch der Stadtrat ist mit 22:14 Stimmen dafür. Für den Bahnhofsvorplatz sieht den Südtiroler Platz als "Park statt Parkplatz".

Juli: Die Stadt kauft die Flächen am Happinger See mit dem Seerestaurnat "Hubertus" sowie einen Teil des Sees. Der Stadtrat möchte, dass der See öffentlich zugänglich bleibt. Unternehmer Anton Kathrein, der dort ein Hotel bauen wollte, gibt daraufhin einen Investitions- und Einstelllungsstopp für sein Werk in Rosenheim bekannt und kündigt den Abzug der Kathrein-Verwaltung und der Entwicklungsabteilung aus der Stadt an. Für das geplante Bürgerhaus in Happing ist kein Geld da. Die Pläne kommen in die Schublade. Gekoppelt daran ist das Schicksal der Kaltenmühle. Anwohner der Hubertusstraße verklagen die Stadt. Sie fordern vor allem eine Beschränkung des Schwerlastverkehrs. Im Trinkwasser, mit dem die Stadtwerke Rosenheim, Stephanskirchen, Schechen und Rohrdorf versorgt, werden Kolikeime entdeckt. Das Wasser muss abgekocht werden. Vermutliche Ursache ist ein Unwetter einige Tage zuvor mit Schwerpunkt über Bad Aibling und Willing, wo sich das Wassergewinnungsgbiet befindet.

August: Die Anstrengungen des Wasserwirtschaftsamtes beim Hochwasserschutz zahlen sich aus. Das Mangfall-Überschwemmungsgebiet ist deutlich kleiner geworden. Noch mindestens zwei Monate lang wird das Rosenheimer Wasser gechlort. Die Westumgehung wird um mindestens zwölf Millionen Euro teurer. Mit Ausgaben in Höhe von 74 Millionen Euro ist zu rechnen. Der Baubeginn ist ungewiss. Es ist kein Geld da.

September: Der Tierschutzverein erklärt, es gebe einen Standort für ein neues Tierheim. Nachdem die Grundstücksverhandlungen noch nicht abgeschlossen ist, wird für den Ort noch Stillschweigen bewahrt. Die Stadtwerke heben die Chlorung des Trinkwassers auf, müssen aber nur wenige Tage später wieder chloren, weil erneut eine Keimbelastung autritt. Die Stadtwerke investieren 300000 Euro in neue UV-Anlagen in den Willinger Brunnen als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme. Die Chlorung wird endgültig erst im Oktober aufgehoben.

Oktober: Rosenheim führt als erste Stadt in Bayern eine Auszeitklasse für verhaltensauffällig Schüler der fünften bis neunten Jahrgangsstufe ein. Die Situation in der Ursprungssklasse soll sich daurch entspannen, um eine Rückkehr der Kinder zu ermöglichen. Die Betreiber des "Eiszaubers" auf dem Ludwigsplatz werfen das Handtuch. Der Betrieb der Eislaufbahnen rentiere sich nicht, sagen sie. Nach zwei Wintern wird es in diesem keine Eislaufbahn mehr geben. Nachdem ein zweiter Bauwerber in der Nähe des Capitol-Grundstücks ein Hochhaus bauen will, soll zunächst eine "Hochhausstudie" erarbeitet werden, um einheitliche Kriterien aufzustellen. Damit liegt die Planung der Investoren für das Capitol-Grundstück auf Eis.

November: Am Bahnhof zeichnen sich erste Projekte auf städtischem Grund ab. Investoren schlagen ein Ärztehaus mit Modellcharakter und ein Hotel mit 100 bis 150 Betten vor. Das Oberbayerische Volksblatt erfüllt mit der Herausgabe eines Kirchenbuchs Leserwünsche. In dem Buch ist eine Serie zusammengefasst, die von Mai 2008 bis Arpil 2010 alle Kirchen in Rosenheim vorstellte. Erster Spatenstich für das neue Gewerbegebiet "Am Oberfeld". Ab Septembetr 2012 können sich auf dem 66000 Quadratmeter große Gelände Gewerbebetriebe ansiedeln. Versenkbare Poller sollen nachts in der Wein- und Adlzreiterstraße in Zukunft den Durchgangs- und Parksuchverkehr unmöglich machen. Die Stadt legt die Eckdaten für den Haushalt 2012 vor: die Lage ist bestens. Rund um den Friedhof sollen für den Ausbau des Herderbachs Bäume fallen.

Dezember: Aufgrund des Berichts im Oberbayerischen Volksblatt über die Fällaktion am Friedhof sagt die Verwaltung einen Ortstermin für den Umwelt-, Bau- und den Werkausschuss Stadtentwässerung Anfang 2012 zu. Für eine nachhaltige Stadtentwicklung leitet die Stadt die Arbeiten für das "Stadtentwicklungskonzept 2025" ein.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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