Kommandant kritisiert Bürger-Verhalten

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25 Jahre im aktiven Einsatzdienst sind Helmut Kobler, Rainer Kurzmeier, Thomas Lerch und Michael Löw (Erster, Dritter, Vierter und Fünfter von links). Aus den Händen der Ehrengäste gab es dafür das Ehrenkreuz in Silber.

Reitmehring -  Bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Attel-Reitmehring kritisierte Kommandant Josef Ramm die mangelnde Eigenleistung der Bürger. Sie würden die Feuerwehr oftmals zu Bagatell-Einsätzen rufen.

Zu 57 Einsätzen rückte die Feuerwehr Attel-Reitmehring im Jahr 2010 aus. In der Hauptversammlung wurden die bisherigen Kommandanten sowie die Vorstandschaft bestätigt.

57-mal hieß es für seine 51 Männer und die eine aktive Feuerwehrfrau "von Null auf Hundert", kommentierte Kommandant Josef Ramm das Einsatzgeschehen im zurückliegenden Jahr. Insgesamt gab es im Vergleich zu 2009 eine erneute Steigerung der Ausrückzahlen, konkret 14 Brände, 26 technische Hilfeleistungen und 17 Einsätze, bei denen kein unmittelbares Eingreifen mehr erforderlich war. Ausdrücklich betonte Ramm, dass in dieser Auflistung "sonstige Dienstleistungen", wie etwa der Parkplatzordnungsdienst oder Verkehrsumleitungen, nicht eingerechnet seien: "Ich hoffe, die Einsatzzahlen gehen wieder zurück".

Durchschnittlich eilen 13 Kräfte pro Einsatz zur Hilfe, die höchste Einsatzdauer lag bei sechs Stunden. Sogar bis in den Nachbarlandkreis Ebersberg wurde die Wehr gerufen, eine Auswirkung der neuen Integrierten Leitstelle, die seit geraumer Zeit nun einsatzmittelorientiert alarmiere, so Ramm. Die Zahl der aktiven Kräfte in Reitmehring sei deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt, die Anzahl der weiblichen Kräfte deutlich darunter. Mit zehn Jugendfeuerwehrlern, 30 Atemschutzgeräteträgern und der Einsatzzahl selbst liege man sehr gut über dem landesweiten Niveau.

Nachhaltig seien die Eindrücke bei einem Industriebrand auf Eiselfinger Gemeindegebiet sowie bei einem verunfallten Traktorengespann, unter dessen Anhänger sich ein Pkw samt Fahrer verkeilt hatte, gewesen. Geübt wurde unter anderem eine Gebäudeevakuierung auf dem Areal des Inn-Salzach-Klinikums, ein Chemieunfall bei der Werksfeuerwehr Wacker sowie auf der Burg in Wasserburg.

Kritik äußerte Ramm an der mangelnden Eigenleistung der Bürger, welche die Feuerwehr oftmals zu Bagatell-Einsätzen riefen: "Eine Zumutung für alle Arbeitgeber, insbesondere aber für die Einsatzkräfte selbst", so Ramm.

Vorstand Walter Blüml war in seinem Bericht erfreut über die Anschaffung einer neuen Wärmebildkamera, größtenteils finanziert aus Eigenmitteln. Bedingt durch die hohen Einsatzzahlen werde es immer schwieriger, die Dienstkräfte für den Einsatz am Nächsten zu motivieren, meinte er. Dies merke man insbesondere bei der Gewinnung von Nachwuchskräften. Ein Zusammenrücken mit den Kollegen der Wasserburger Wehr sei daher künftig unabdingbar, so Blüml.

Jugendwart Thomas Lerch informierte über die 21 Übungen seiner zehn Jugendfeuerwehrler. Neben einigen Ausflügen und Prüfungen wurde auch im Reitmehringer Vereinsgeschehen kräftig mit angepackt.

Über die neue Homepage der Wehr berichtete Schriftführer Thomas Rücker, Kassier Andreas Klitzner attestierte ein solides Finanzpolster. Der langjährige Kassenprüfer Balthasar Scheiel wurde in den "Ruhestand" verabschiedet.

Bei den Neuwahlen zum Kommandanten wiedergewählt wurde Josef Ramm, als sein Stellvertreter wiederum Martin Spiel. Als Vereinsvorstand ebenfalls bestätigt wurden Walter Blüml und sein Stellvertreter ist Michael Löw. Zur Weiterführung ihrer bisherigen Ämter berief Kommandant Ramm als Gerätewart Christian Blues, als Atemschutzbeauftragten Falk Rettke und als Jugendwart Thomas Lerch. Schriftführer bleibt Thomas Rücker, Kassier ist Andreas Klitzner und Fähnrich Rainer Kurzmeier. Beisitzer der Vorstandschaft sind künftig Niko Fuchs und Andreas Neuhoff.

Beeindruckt über das eindeutige Wahlergebnis zeigte sich Bürgermeister Michael Kölbl. Dies zeuge von einer hervorragenden Kameradschaft. Zu einer Herausforderung werde es künftig für die Stadtverwaltung, für ausreichend Einsatzkräfte im städtischen Brandschutz zu sorgen, "aber ich kann die Leute nicht mit dem Lasso einfangen", so der Bürgermeister.

In diesem Zusammenhang als unverzichtbare Zukunftsinvestition bezeichnete Kreisbrandinspektor Georg Wimmer die Jugendarbeit.

Für 25 Jahre aktiven Einsatzdienst mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet wurden schließlich Helmut Kobler, Rainer Kurzmeier, Thomas Lerch und Michael Löw.

tro/Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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