Kein Geld für eine Sanierung?

+
Kaltenmühle: Es soll "spartanisch" saniert werden.

Happing - Was wird aus der Kaltenmühle in Happing? Das Gemäuer wird zu einem Schandfleck, aber die Sanierung würde rund eine Million Euro kosten. 

Rosenheim - Rund eine Million Euro würde die Sanierung laut Gutachten bei einer originalgetreuen Rekonstruktion kosten. Doch es geht auch billiger, wenn man auf bestimmte, kostentreibende Maßnahmen verzichtet. Jetzt trafen sich Vertreter des Landesamtes für Denkmalpflege, der Stadtverwaltung, der Rosenheimer Wohnbaugesellschaft (GRWS) als Besitzerin und die Architekten, die den Wettbewerb für das Bürgerhaus gewonnen haben, um eine kostengünstige Lösung zu finden. Dabei standen zwei Ziele im Vordergrund: Die Mühle soll als Denkmal weiterhin erkennbar bleiben, also ihren Chrakter nicht verändern, und sie muss so gestaltet werden, dass eine sinnvolle Nutzung möglich ist.

Mehr zum Thema Kaltenmühle:

Soll die Kaltenmühle erhalten bleiben

Das Sanierungsgutachten sah unter anderem das Abgraben des Bereichs zwischen Gehsteig und Gebäude vor, um die Mühle wieder so freizustellen wie früher. Dabei müsste auch in den Gehsteig eingegriffen werden. Dementsprechend wäre die Straße abzustützen. Das Ganze wäre extrem teuer, lässt sich aus Sicht der GRWS aber gar nicht umsetzen. "Es liegen ungeheuer viele Kabel im Gehsteig, da kann man nicht ran", meint Joachim Seethaler, technischer Leiter der GRWS. In Absprache mit dem Landesamt will man deshalb dem Sanierungsgutachten in diesem Punkt nicht folgen.

Kostensenkend soll sich auch eine andere Art der Stabilisierung des Gebäudes auswirken. Während das Gutachten das Aufgraben rings um die Mühle und ein Unterfangen des Gebäudes mit Zement vorgesehen hatte, also praktisch ein neues Fundament, hat sich die GRWS für eine Injektionsmethode zur Festigung des Mauerwerks entschieden. Allein diese beiden Punkte werden die Kosten erheblich senken, ist sich Seethaler sicher.

Nutzung als Gaststätte vom Tisch

Die Nutzung als Café oder Gaststätte ist inzwischen vom Tisch. Etliche Interessenten haben sich das Gebäude angesehen. Doch ohne zusätzliche Bauten konnte sich keiner der Gastronomen vorstellen, die alte Mühle in ein Lokal zu verwandeln. Die Nutzfläche beträgt 115 Quadratmeter oder 200 Quadratmeter, je nachdem, ob sich durch das Einziehen einer Decke zusätzlich nutbarer Dachraum ergibt. Ob das notwendig ist, sollen Gespräche zeigen, die die GRWS in der nächsten Woche mit möglichen Nutzern führt. Dies werden Bürger von Happing sein, die auf das im Moment nicht finanzierbare Bürgerhaus warten, Musikgruppen, die im Bürgerhaus gern proben würden und Vertreter der offenen Jugendarbeit.

Joachim Seethaler hält es für möglich, die Mühle "spartanisch" zu sanieren, mit wesentlich weniger als einer Million Euro. Dann würde die GRWS sie einer dieser Gruppen zur Verfügung stellen. Offen ist, ob die Mühle für diese Gruppe eine ständige Heimat werden soll oder später ein Umzug ins Bürgerhaus erfolgt.

Wenn Ergebnisse feststehen, wird sich erneut der Stadtrat mit dem Thema beschäftigen.

Die Mühle wurde bereits 1166 im "Falkensteiner Codex" erwähnt. Damit gehört sie zu den ältesten, urkundlich belegten Einzelanwesen im heutigen Stadtgebiet. Der Mühlenbetrieb dürfte um 1900 aufgegeben worden sein.

Elvira Biebel-Neu

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser