CO2 und Kosten sparen

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Rohrverhau: Während die Rohre ausgewechselt werden, versorgen provisorische Kunststoffleitungen die Klinikhäuser mit Wärme. Mit eingebaut werden auch Leerrohre für den künftigen Bedarf.

Wasserburg - Umstellung auf Hackschnitzel, Heizungs-Optimierung und bessere Rohrisolierung: So will das Inn-Salzach-Klinikum massiv zum Klimaschutz beitragen. Und rechnen wird sich das Ganze auch noch.

Den Klimaschutz hat sich das Projekt "Wasserburg 2050" auf die Fahnen geschrieben. Nicht nur dessen Verantwortlichen dürfte der Schritt des ISK freuen: Wenn Gabersee auf regenerative Energien umstellt und weniger verbraucht, entspricht das dem Klimaschutzziel eines ganzen Stadtteils.

Vor 20 Jahren hatte das Klinikum von schwerem Heizöl auf Gas umgestellt, bereits das ein wichtiger Schritt für die Luftreinheit. Jetzt aber wurde eine ganz neue Heiztechnik eingebaut. Nur ein Teil der bisherigen Anlage wird erhalten, für eventuelle Spitzenlasten und zur Absicherung: Für Krankenhäuser sind zwei unabhängige Heizsysteme vorgeschrieben.

Normalerweise aber kommt die Wärme jetzt aus den Wäldern rund um Wasserburg: 11.200 Kubikmeter Hackschnitzel im Jahr wurden als Bedarf ermittelt, bei Volllast sind das zwei bis vier große Lkw pro Woche. Geliefert werden sie von der Waldbauernvereinigung Wasserburg in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen. Der Hackschnitzel-Bunker würde mit 265 Schüttmetern allerdings auch einige Zeit ausreichen.

In der Klimabilanz schlägt sich die Umstellung auf die nachwachsende Energiequelle mit einer Reduzierung der CO2-Emission um 63 Prozent nieder. Der Brennstoffbedarf insgesamt sinkt um rund ein Drittel.

Das ist zur einen Hälfte auf eine Optimierung der Heizanlage zurückzuführen. Der andere Teil dürfte vor allem im Winter auffallen: "Rasenheizung" wurde in Gabersee das Muster genannt, das die schlecht isolierten Rohre der Heizungsverteilung in der verschneiten Grünflächen der Anlage hinterließen. Nach kurzer Zeit waren die Rohrtrassen freigetaut.

Sie stammten noch aus der Zeit des ersten Heizungsbaus nach dem Krieg in den 50er-Jahren. Zwar sind die betonierten Rohrschächte immer noch in einem guten Zustand, doch für die neuen, dick eingepackten Rohre sind sie zu eng.

So muss die komplette Wärmeverteilung in dem weitläufigen Gelände neu angelegt werden. Das ist derzeit im Gange. Bis Sommer 2013 soll auch der letzte Bauabschnitt abgeschlossen sein.

Kleinere Umbauten gibt es auch in den einzelnen Häusern. Sie erhalten eigene Boiler für das Warmwasser, das bisher zentral verteilt wurde - auch das ein Einsparungspotenzial.

Im Prinzip fertig sind die Umbauten am Kesselhaus, wo auch eine zentrale Überwachung der kompletten Anlage installiert wird. Dort wird noch der Kamin auf 22 Meter gekürzt. Dann kann die neue Heizzentrale in Betrieb genommen werden - einschließlich Pufferspeicher mit 100 .000 Litern Inhalt und modernster Filtertechnik gegen Feinstaub.

Ein weiterer Wunsch, nämlich die Errichtung eines Blockheizkraftwerkes und die Erzeugung von eigenem Strom, blieb vorläufig unerfüllt. Zwar wurde ein entsprechender Anschluss vorbereitet, doch diese Investition hätte eine zusätzliche Million gekostet, "und das war uns dann doch zu viel", so Klinikdirektor Dr. Theodor Danzl. Denn die Klinik müsse diese Investition ja selbst finanzieren: Immerhin rund 3,2 Millionen für die Energiezentrale und stolze acht Millionen für das neue Nahwärmenetz.

Doch für Danzl wie auch für den Technik-Chef Franz Schex ist klar, dass es höchste Zeit wurde für diesen aufwändigen Umbau, der sich relativ schnell rentieren dürfte: Die erwartenten Einsparungen bei den Heizkosten seien "entscheidend", so Danzl.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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