Kurse für eine gelungene Integration

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Wasserburg - Die VHS ist zugelassener Träger für Integrationskurse. Diese sollen Ausländern ohne Sprach- und Kulturkenntnissen helfen, sich in der Gesellschaft zurecht zu finden.

Eine erfolgreiche Integration und das gute Zusammenleben verschiedener Kulturen beginnt mit dem Verstehen und mit der Möglichkeit zur Verständigung untereinander.

Neben den Deutsch-Sprachkursen für Au Pairs oder Kinder mit Migrationshintergrund bietet die VHS Integrationslehrgänge an. Diese richten sich an Ausländer, Neuzuwanderer, Flüchtlinge, Spätaussiedler und alle EU-Bürger mit Aufenthaltserlaubnis, die hier leben und arbeiten wollen, wie VHS-Geschäftsführerin Marlene Hof-Hippke erklärt.

Die Volkshochschule Wasserburg ist für diese Kurse ein zugelassener Kursträger des Bundesamtes für Migration. Das Zuwanderungsgesetz der Bundesregierung regelt die Integrationsangebote in Form von Deutschzertifikat-Sprachkurse. Hier soll nicht nur eine ausreichende Sprachkenntnis in Deutsch vermittelt werden, sondern auch Wissen zur Geschichte, Kultur und zur Rechtsordnung in Bayern und in Deutschland.

Ein solcher Lehrgang endete am Freitag, der nächste beginnt am morgigen Dienstag und geht bis Oktober/November. Die Teilnehmer haben die verschiedensten Hintergründe und Heimatländer. Neben Studentinnen aus Rumänien, zwei Italienern und einem Amerikaner, nehmen zum Beispiel auch ein 52-jähriger Architekt aus Ägypten, eine 49-jährige Schneiderin aus Thailand und eine 31-jährige Krankenschwester aus Brasilien teil. Ein weiterer Teilnehmer, ein traumatisiertes Kriegsopfer aus Libyen, der in Deutschland operiert wurde und gerne hier bleiben würde, muss wohl trotz Integrationskurs mit einer baldigen Ausweisung rechnen.

Vom Verstehen, Sprechen und Schreiben einfacher Texte ist es für viele der ausländischen Teilnehmer ein schwieriger Weg, bis sie an einer richtigen Diskussion teilnehmen können. Dass in ihrer Umgebung gleichzeitig nur bayerisch kommuniziert wird, erschwert es ihnen zusätzlich. "Es ist wichtig, dass zuerst das Hochdeutsch eingeübt und gelernt wird. Wer als Ausländer nämlich zuerst nur mündlich bayerisch lernt, hat in seiner Sprach- und Sprechfähigkeit zeitlebens erhebliche Probleme", so Marlene Hof-Hippke.

Erst ab der Mittelstufe trauen sich die meisten der Schüler, bayerische Sätze mit einfließen zu lassen. Ein "Umlernen" von Bayerisch auf ein gutes Deutsch ist für erwachsene Ausländer kaum mehr möglich, was die Erfahrung nicht nur an der örtlichen VHS zeigt. Deswegen wäre, laut Marlene Hof-Hippke, der Sprachunterricht gleich von Beginn ihrer Aufenthalts an so wichtig. Die meisten Teilnehmenden sind auch erst erst im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen.

Ein anderer Problempunkt sind die zahlreichen und ständigen Änderungen durch die Bundesämter für diese Integrationsmaßnahme. So sagt eine neue Änderung, dass Personen erst drei Monate, nachdem sie die Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben, einen Integrationskurs besuchen dürfen. Der Aufenthaltsgenehmigung geht aber oft schon eine längere Zeit der Anwesenheit voraus. Aktuell bei einer Krankenschwester aus dem Kosovo, die schon seit 2006 hier ist, jetzt erst den Kurs belegt.

Aus diesem Grund sollte es nicht nur ein Anliegen der VHS sein, dass möglichst viele der betroffenen Ausländer möglichst früh von diesen Angeboten erfahren und möglichst früh diese Sprachangebote auch wahrnehmen. Die Volkshochschule setzt auf Bekannte oder Familienangehörige, dass sie Personen, die für einen Integrationskurs in Frage kommen, auf dieses Angebot aufmerksam machen. Die Kurskosten können je nach Herkunftsland und sozialer Situation bezuschusst werden.

Informationen und Anmeldung an der Volkshochschule unter der Telefonnummer 0 80 71/ 48 73.

re/zac/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser