Land für Mission gekauft

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Missionspater Paul Churmar bei seinem Besuch in Wasserburg.

Wasserburg - Beim Schulbau in Kenia helfen Wasserburger: Aktuelles zum Missionsprojekt der beiden katholischen Pfarreien in Kenia erfuhren sie jetzt von Missionspater Paul Chumar.

Er war zum zweiten Mal nach Wasserburg gekommen und feierte in St. Jakob und St.Konrad die Gottesdienste. Dabei ging er auch auf die Situation der katholischen Kirche in Deutschland aus der Sicht eines Missionars ein.

Die Kirche als Gemeinschaft werde in den kommenden zehn bis 15 Jahren noch viel kleiner und vor allem ärmer werden, doch Krisenzeiten seien auch Chancen, den Kern und das Zentrum der Gemeinschaft im Glauben neu zu entdecken, so der Pater. Es gehe auch um den materiellen Verlust der Kirche, denn sie werden nicht mehr all das leisten können, was sie heute noch leiste. Kirche werde Besitz verlieren und dieser Prozess habe schon begonnen.

Die Option Jesus für die Armen sei die eigentliche Stärke einer Kirche. Die Kirche in Afrika, Lateinamerika und Asien stehe eindeutig auf der Seite der Armen und Entrechteten. Ohne die Armen würde es dort keine Kirche geben. Obwohl die Kirche nach dem Beispiel Jesus niemanden von ihrer Zuwendung ausschließt, stünden ihr die Armen immer näher. Es seien die konkreten Taten, in denen sich die Kirche mit ihren Diensten beweisen müsse, damit der Kern des Christseins wieder sichtbar werde.

Pater Paul informierete die Gemeindemitglieder natürlich auch über den Stand des HUDUMA-Missionsprojeks, der Errichtung einer Schule für Land- und Viehwirtschaft. "Die erste Phase der Kauf eines Grundstücks ist verwirklicht". Nun gehe es an die konkrete Umsetzung der Bauwerke und hier zuerst an den Bau der Schule für Land- und Viehwirtschaft, damit möglichst bald der Unterrichtung beginnen kann und vorerst im Obergeschoss Schüler übernachten können bis die Internatsgebäude stehen, es sollen Werkstätten für die handwerkliche Unterweisung entstehen und zur Umsetzung der erlernten Bewirtschaftung in die Praxis sollen auf dem erworbenen Gelände verschiedene Landwirtschaftsparzellen eingerichtet werden. Beim weiteren Ausbau des Projekts sollen getrennte Internate für Jungen und Mädchen entstehen, ein größerer Gemeinschaftsraum, der zugleich als Speisesaal dient, und ein Verwaltungsgebäude mit Kapelle.

Die Internate sollen auch Schüler aufnehmen können, die aus der weiteren Umgebung zu weiterführenden Schulen nach Nairobi fahren. Sie stammen meist aus wohlhabenden Familien, die Internatskosten tragen können. Durch den Erlös wird es möglich sein, auch einen gewissen Anteil von Kindern aus armen Familien mit hineinzunehmen und nach einigen Jahren auch die Schule für Land- und Viehwirtschaft mit zu unterhalten. Damit soll die Nachhaltigkeit des Projekts gewährleistet werden.

Pater Paul ist zusammen mit vier Patres seines Ordens beauftragt, dieses Gesamtprojekt in die Tat umzusetzen, wobei Pater Paul die Hauptlast für die Projektierung und Finanzierung trägt. Er ist nun ein Jahr in Deutschland. Einmal, um hier bei den verschiedenen Stellen für Projektzuschüsse vorstellig zu werden, zum anderen für weiterbildende Studien für seine eigene Lehrtätigkeit an der Universität Nairobi. In Deutschland hat er in den letzten drei Monaten über 11.000 Kilometer zurückgelegt.

re/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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