Landkreis vergibt Denkmalpreis 2012

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Landkreis - Der Denkmalpreis ist erstmals 2012 an 12 Objekte verliehen worden. Joseph Neiderhell, der die Preise überreichte, schwärmt von zahlreichen Gebäuden:

Der Landkreis Rosenheim hat zum ersten Mal einen Denkmalpreis verliehen. Für ihre Bemühungen um den Erhalt, den Wiederaufbau und die Pflege alter Bausubstanz überreichten Landrat Josef Neiderhell und Baudirektor Alois Juraschek an die Eigentümer von 12 Objekten Urkunden, Plaketten und Geldpreise.

Landrat Josef Neiderhell lobte alle Eigentümer, ihnen sei es gelungen, die Gebäude in ihrer geschichtlichen Bedeutung zu erhalten. Wenn man die 46 Landkreisgemeinden durchwandere, genau schaue, könne man viele besondere Gebäude finden. Neiderhell schwärmte von Häusern, denen man ansehe, welche Sprache sie sprechen. Es gebe eine Baukultursprache und die wollen wir würdigen.

Auch der Kulturreferent des Landkreises Klaus Jörg Schönmetzler hatte sich seine Gedanken zum Denkmalschutz im Allgemeinen und zum Denkmalpreis im Besonderen gemacht. Wir reden wohl von Steinen, Balken, Putz und Mörtel, meinte er, vor allem aber reden wir von Idealismus, von Hingabe und der Bereitschaft zu beträchtlichen finanziellen und persönlichen Opfern. Mit der Vergabe des Denkmalpreises wolle der Landkreis danken, aber auch anderen Mut machen. Denn was in den zwölf sorgsam ausgewählten Objekten und den besonders zu würdigen Sanierungsleistungen an Engagement, an Liebe und an Opferbereitschaft liege, sei kaum genug zu würdigen. Aber wohl auch nicht, was es den Besitzern nun an Freude und Bestätigung einbringe.

Eine Jury, der neben Schönmetzler und Landrat Neiderhell noch Oberaudorfs Bürgermeister Hubert Wildgruber, Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller sowie Christoph Scholter vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege angehörten, hatte vier Objekte für eine „Besondere Würdigung“ ausgewählt. Acht weitere erhielten eine „Anerkennung“. Denkmalschutz sei keine leichte Aufgabe, sagte Baudirektor Alois Juraschek, weil er in das Privateigentum eingreife. An die Preisträger gewandt meinte er, mit ihnen sei es leicht gewesen, eine Brücke zu bauen, mit ihnen sei der Denkmalschutz hervorragend gelungen.

Allen Preisträgern gemein ist die persönliche Verbundenheit zwischen Bauherren und ihren Häusern. Teils aus familiärer Verbundenheit oder aufgrund einer persönlichen Vorliebe für alte Gebäude wurden die preiswürdigen Objekte liebevoll saniert.

Ein herausragendes Beispiel ist der Weiler Trojer, oberhalb von Kiefersfelden. Er besteht lediglich aus einem Bauernhof, einem Zuhaus und einer Kapelle. Seit 1978 ist Anton Fuchs dabei, das seit 12 Generationen in Familienbesitz befindliche Ensemble in Eigenleistung wiederherzurichten. Das Anwesen, auf dem nach wie vor Landwirtschaft betrieben wird, bleibt so als Ganzheit erhalten.

Rund 15 Jahre dauerte es, bis das bäuerliche Anwesen „Kainz zu Sachrang“ wieder in seinem ursprünglichen Zustand erstrahlte. Nach einem Brand in den 1970er Jahren stand das Gebäude rund 25 Jahre leer, ehe es der heutigen Eigentümerin Elisabeth Trixl mit Geschick und Liebe zum Detail gelang, ein wichtiges historisches Gebäude zu erhalten.

1989 entdeckten Hans Grabichler und seine Ehefrau Franziska ihr „Schlößl“ im Bruckmühler Ortsteil Kirchdorf. Der ungewöhnliche barocke Bau aus dem 18. Jahrhundert ist direkt mit einer nicht mehr genutzten Kapelle verbunden. Mit viel Eigenleistung richteten die beiden das durch den Sturm Wiebke teilweise beschädigte Gebäude wieder her.

Die Leidenschaft für das Bauen brachte Wilfried Gronbach dazu, ein schmales, typisches Wasserburger Altstadthaus zu kaufen und zu sanieren. Mit knapp 31 Quadratmetern hat das Gebäude eine sehr kleine Grundfläche, ist mit vier Stockwerken aber sehr hoch. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit erstrahlte das „Frommerhaus“ in der Nagelschmiedgasse in neuem Glanz.

Die Geschichte dieser vier Projekte, die alle mit einer „Besonderen Würdigung“ geehrt wurden, ist in einer Broschüre nachzulesen, die eigens für den Denkmalpreis aufgelegt wurde. In dem Heft werden zudem alle acht weiteren Preisträger vorgestellt, die von der Jury eine „Anerkennung“ erhielten. Diese sind ein ehemaliges Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert im Bad Feilnbacher Ortsteil Bichl, die „Ramerbäckalm“ in Kiefersfelden, die „Malerkapelle“ in Breitbrunn, das Bauernhaus „Webergütl“ in Nußdorf, der „Moarhof“ in Roßholzen am Samerberg, das Stadthaus „Villa Siegfried“ in Bad Aibling, das „Schloss Penzing“ in Babensham und das Landhaus „Wendelsteinweg“ in Bad Endorf.

Insgesamt waren 25 Objekte für den Denkmalpreis 2012 des Landkreises Rosenheim vorgeschlagen worden. Die „Besondere Würdigung“ ist mit je 300 Euro dotiert, für die „Anerkennung„ gab es jeweils 150 Euro. Der neugeschaffene Preis soll zukünftig alle drei Jahre vergeben werden.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © fkn

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser